Sonvico: mittelalterlicher Ortskern und Kulturgeschichte
Unterkünfte in Sonvico
Sonvico verbindet einen gut erhaltenen mittelalterlichen Ortskern mit Kirchen, historischen Gebäuden und Wegen in der Umgebung. Wenn Sie ein Hotel in Sonvico suchen, bietet der Ort Anknüpfungspunkte für einen Aufenthalt, bei dem Ortsgeschichte und Kultur im Mittelpunkt stehen. Fresken aus mehreren Jahrhunderten, eine historische Presse und ein thematischer Wanderweg machen die unterschiedlichen Seiten des Orts erkennbar.
Kirchen und Fresken aus verschiedenen Jahrhunderten
Das Oratorio di San Martino hat romanische Ursprünge. Zugleich gilt es südlich der Alpen als seltenes Beispiel einer aus Holz errichteten Kirche. Die Verbindung von Bauweise und früher Geschichte macht das Oratorium zu einem besonderen Teil des kulturellen Profils Sonvicos.
Die Chiesa di San Giovanni Battista reicht in ihrer Geschichte bis ins Jahr 1375 zurück; 1419 wurde sie zur eigenständigen Pfarrei. An der Gegenfassade befinden sich Gemälde aus dem 15. Jahrhundert, darunter Darstellungen von Heiligen und einer thronenden Madonna. Hinzu kommen Gemälde von Gian Domenico Caresana aus dem Jahr 1614, die Episoden aus dem Leben Johannes des Täufers zeigen. So begegnen hier verschiedene Kapitel der Kirchengeschichte und Malerei an einem Ort.
In der Chiesa di San Nazario im Ortsteil Dino finden sich romanische Fresken aus dem 11. Jahrhundert im Kirchenschiff. Dort befindet sich auch ein abgelöstes Fresko von Bernardino Luini: Es zeigt die Kreuzigung und entstand um 1529. Wer sich für Wandmalerei interessiert, kann diese Werke zeitlich und stilistisch den älteren Fresken gegenüberstellen.
Auch die Cappella della Madonna d'Arla erzählt von der Geschichte des Reisens: Sie wurde im 15. Jahrhundert errichtet, um Reisenden auf dem damaligen Weg ins Valcolla Schutz zu bieten. Ein Fresko von 1519 zeigt eine thronende Madonna mit Kind sowie die Heiligen Antonio abate und Rocco. Es blieb beim Wiederaufbau der Kapelle im Jahr 1918 erhalten.
Ortskern, historische Gebäude und die Walnuss
Die Casa della Ragione steht am Hauptplatz von Sonvico. Das Gebäude soll aus dem 17. Jahrhundert stammen; die aufwendig gestaltete Fassade entstand vermutlich um die Mitte des 18. Jahrhunderts. Sie zeigt die Wappen der zwölf Kantone. Schriftbänder nennen jeweils den Kanton und sein Beitrittsjahr zur Eidgenossenschaft. Drei eiserne Haken mit Tierköpfen sind ebenfalls erhalten. Die mündliche Überlieferung bringt sie mit dem öffentlichen Pranger in Verbindung.
Ein weiteres historisches Objekt ist die Torchio delle noci, eine der ältesten erhaltenen piemontesischen Hebelpressen im Tessin. Auf ihrem Hauptstamm ist die Jahreszahl 1582 eingraviert. Der Hauptstamm der piemontesischen Hebelpresse in der Casa del torchio ist zehn Meter lang und wiegt 5.000 Kilogramm. Die Torchio delle noci soll neben Walnüssen auch zum Pressen von Traubentrester verwendet worden sein.
Die Casa del torchio wurde in den 1980er-Jahren restauriert und zu einem kleinen Kulturzentrum unter der Leitung des Vereins Amici del Torchio. Die Dauerausstellung La noce e il suo albero hebt die enge Verbindung des Gebiets mit der Walnuss und dem Walnussbaum hervor. Für Ihre Planung empfiehlt es sich, die aktuellen Besuchsmöglichkeiten des Kulturzentrums vorab zu prüfen. Die Walnuss taucht auch in traditionellen Rezeptveröffentlichungen der mit Sonvico verbundenen Quaderni del torchio auf, neben Kastanien, Äpfeln, Birnen und Kürbissen.
Wanderweg, Berghütte und Radtour
Der Sentiero storico naturalistico di Sonvico ist nach den vier Elementen Acqua, Fuoco, Terra e Cielo gegliedert. Nummerierte Informationstafeln kennzeichnen die Beobachtungspunkte. Der Weg gilt als nicht anspruchsvoll und richtet sich auch an Familien; das beschreibt den Charakter des Wegs, nicht die individuelle Eignung für jede Person.
Als weiterer Orientierungspunkt liegt die Capanna Pairolo auf dem Gebiet des Patriziato di Sonvico, auf 1.344 Metern Höhe in der Val d'Usin im oberen Franscinone-Tal. Von Sonvico ist sie etwa zwei Gehstunden entfernt. Diese ungefähre Gehzeit hilft bei der zeitlichen Einordnung, ohne eine genaue Dauer für die eigene Tour festzulegen.
Auch für Radfahrende gibt es einen konkreten Bezug: Die vierte Etappe der Lugano-Gravelbike-Tour von Tesserete nach Cadro/Lugano führt von Madonna d'Arla über eine unbefestigte Straße nach Sonvico. Im Umfeld des Orts führt die Radtour von Madonna d'Arla auf den Monte Roveraccio. Dort können Radfahrende schottischen Rindern auf der Weide begegnen; auf der kleinen Ebene an der Kuppe bietet sich ein 360-Grad-Panorama. Prüfen Sie vor einer Fahrt die Streckenführung und den Zustand des Untergrunds.
Anreise und Wahl des Aufenthaltsorts
Die Autolinee Regionali Luganesi bedienen die Strecke Lugano–Sonvico. Von der Val Colla aus ist Sonvico mit dem Postauto über die Strecke Tesserete–Sonvico erreichbar. Wenn Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen möchten, prüfen Sie vor der Abfahrt den aktuellen Fahrplan.
Sonvico kann für Sie interessant sein, wenn Sie Ortsgeschichte mit einer Wanderung oder einer Radtour verbinden möchten. Die historischen Kirchen und Gebäude setzen einen anderen Schwerpunkt als der Sentiero oder die Strecke zum Monte Roveraccio. Bei der Suche nach einem Hotel in Sonvico können diese Interessen helfen, den passenden Ausgangspunkt für Ihre Reise auszuwählen.
Weitere Reiseziele entdecken: Massagno, Porza, Breno, Cadempino, Vernate Ti, Cadro, Sorengo, Collina D'oro.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Lugano.