Castagnola: Seeufer, Gärten und Kulturgeschichte
Unterkünfte in Castagnola
Castagnola verbindet Seeufer, Gärten und historische Bauwerke mit einer Kulturgeschichte, die vom ersten dokumentarischen Nachweis bis ins 20. Jahrhundert reicht. Für die Planung können Sie drei Themen unterscheiden: Aussicht und Gartenlandschaft, die Geschichte von Kirchen und Villen sowie Wege zwischen Castagnola und Gandria. So wählen Sie, was den Schwerpunkt Ihres Aufenthalts bilden soll.
Parks zwischen See und Monte Brè
Der Parco San Michele liegt in Castagnola am Fuß des Monte Brè. Von dort reicht der Blick über den Golf von Lugano, das Lido und die Uferpromenade bis zum Monte San Salvatore. Im Park steht eine dem heiligen Michael gewidmete Kapelle. Der untere Platz wird im Sommer für Open-Air-Konzerte genutzt – eine saisonale Ergänzung zum Landschaftsbild.
Am Ufer des Luganersees im Quartier Castagnola liegt der Parco Villa Heleneum. Der Park wurde 1931 zusammen mit der Villa Heleneum im Liberty-Stil angelegt. Die Villa gilt als originalgetreue Kopie des Petit Trianon von Versailles. Im Garten gedeiht dank des besonderen Mikroklimas mediterrane Vegetation: Dazu gehören Zitronen-, Orangen-, Grapefruit- und Kumquatbäume sowie Dattel- und Chilenische Palmen. Die Verbindung von Garten und Architektur prägt diesen Teil Castagnolas.
Eine andere Landschaft zeigt der terrassierte Parco degli Ulivi an den Hängen des Monte Brè. Er umfasst etwa 20.000 Quadratmeter. Wege und steile Treppen führen dort durch Olivenbäume, Zypressen, Lorbeer und Myrten.
Kirchen, Häuser und Kulturgeschichte
Castagnola und die Chiesa di San Giorgio werden erstmals in einem Dokument aus dem Jahr 1335 erwähnt. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde der Kircheninnenraum im Barockstil umgestaltet. In der Cappella della Madonna befindet sich eine Statue der Jungfrau Maria; das Beinhaus enthält ein allegorisches Fresko der Totentanzprozession von Giovan Battista Discepoli, genannt Zoppo da Lugano. Das Fresko stammt aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts.
Die Geschichte der Casa Carlo Cattaneo umfasst mehrere Jahrhunderte und unterschiedliche Bewohner. Seit dem 17. Jahrhundert ist das Haus als Landhaus der Familie Maggi belegt; 1816 beherbergte es den polnischen Freiheitskämpfer Tadeusz Kościuszko. Carlo Cattaneo mietete das Haus 1849 von Peri und lebte dort zwanzig Jahre. In den Jahren 1906 bis 1908 nahm es die lettischen Exilanten Rainis und Aspazija auf. 1980 wurde die Casa zum Sitz des Historischen Archivs der Stadt Lugano.
Der Palazzo Tosetti Riva wurde im 17. Jahrhundert von der Familie Tosetti errichtet, die zu den bedeutenden Grundbesitzern in Castagnola gehörte. Sein Ostflügel entstand 1732 anstelle eines Oratoriums, das dem SS. Crocifisso gewidmet war. Seit 2019 beherbergt der Palazzo das Historische Archiv der Stadt Lugano und ein kleines Museum über die lettischen Exilanten Rainis und Aspazija. Informieren Sie sich vor einem Besuch über die aktuellen Besuchsmöglichkeiten.
Auch Villa Favorita steht für eine wechselvolle Kulturgeschichte. Ihr Bau als Villa am See wurde um 1687 auf Initiative von Karl Konrad von Beroldingen begonnen. Der weitläufige Garten wurde mit zahlreichen exotischen Pflanzen neu gestaltet. Hans Heinrich Thyssen-Bornemisza wandelte die Villa in eine weltweit bekannte Kunstgalerie um; die Werke wurden 1992 endgültig in das Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid überführt.
Wege, Natur und praktische Orientierung
Das Gebiet des Sentiero di Gandria ist im Schweizer Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung eingetragen. Eine botanische Erhebung aus dem Jahr 2014 verzeichnete dort 343 Pflanzenarten, darunter 54 bedrohte Arten der Schweizer Roten Liste. Im Abschnitt an der Via Cortivo in Castagnola wächst auch Umbilicus rupestris, eine in der Schweiz vom Aussterben bedrohte Art.
Der Sentiero dell’olivo ist ein thematischer Spazierweg zwischen Castagnola und Gandria. Seine Beschreibungen behandeln historische, künstlerische, naturkundliche und archäologische Themen aus dem Gebiet. Für den Weg sind 121 Höhenmeter Anstieg und 101 Höhenmeter Abstieg angegeben. Wer in Castagnola beginnt, kann von Gandria mit der Buslinie 490 zurückfahren; prüfen Sie vor der Tour die Route und die Haltestellen.
Für den nahezu ebenen Weg am Seeufer von Castagnola nach Gandria sind etwa 45 Minuten veranschlagt. Das ist eine andere Planungsgröße als die Höhenmeter des Sentiero dell’olivo: Beim Uferweg steht die ungefähre Dauer im Vordergrund, beim Olivenweg die Auf- und Abstiege. Castagnola ist von Lugano aus mit dem Auto, dem Bus oder dem Schiff erreichbar.
Das Lido San Domenico erreichen Sie zu Fuß über den Sentiero di Gandria; Wegverhältnisse können variieren. Es bietet eine intime Umgebung mit Panorama auf den Luganersee und das Ufer von Caprino. Zu den saisonalen Angeboten zählen Aperitifs, Snacks, Grillangebote und Konzerte, die variieren können.
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