Muralto am Lago Maggiore
Unterkünfte in Muralto
Muralto liegt am Lago Maggiore am Ostrand des Maggia-Deltas und ist mit dem benachbarten Locarno zusammengewachsen. S. Vittore und der Vicus di Muralto verweisen auf die lange Geschichte des Ortes. Auch die Erinnerung an die Locarno-Verträge von 1925 gehört zur Ortsgeschichte.
Lage und Anreise
Der Bahnhof Locarno befindet sich in Muralto; dank des Bahnhofs ist der Ort gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Muralto wurde 1874 an die Eisenbahn angeschlossen. Bahnhof und Uferweg sind zwei unterschiedliche Orientierungspunkte: Der Bahnhof gehört zur Verkehrslage, der Spazierweg zum Aufenthalt am See. Der Spazierweg am See zwischen Locarno und Muralto ist etwa 1,5 Kilometer lang.
Römische Geschichte und S. Vittore
Die römische Vergangenheit ist in Muralto besonders greifbar: Der Vicus di Muralto ist die am besten dokumentierte römische Siedlung in dieser Region und im gesamten Kanton Tessin. Mit ihm verbundene Ausgrabungen fanden in den 1980er-Jahren im Bereich der Pfarrkirche San Vittore nahe dem Bahnhof Muralto statt. Muralto hat eine lange Geschichte, die bis in die frühe Römerzeit zurückreicht.
Die Stiftskirche S. Vittore ist eine romanische Kirche aus dem späten 11. Jahrhundert mit drei Schiffen und drei halbrunden Apsiden. Der älteste bedeutende Freskenzyklus zeigt Szenen aus der Genesis und entstand um 1150. Ein weiteres datierbares Werk befindet sich in der Hauptapsis: Das Fresko mit der Pfingstdarstellung malte Hans Schmidt 1583. Bauform, biblische Motive und die zeitlich auseinanderliegenden Fresken bieten unterschiedliche Anknüpfungspunkte für einen kulturgeschichtlichen Blick auf Muralto.
Seewege und Pflanzen
Am Wasser lässt sich ein anderer Schwerpunkt setzen. Der Spazierweg zwischen Locarno und Muralto weist mediterrane und subtropische Pflanzenarten auf; Wanderungen am See bei Muralto bieten weite Ausblicke. Einen eigenen botanischen Bezug bilden die Giardini Pioda e Rusca: Dort gibt es über hundert Jahre alte Kamelien alter Sorten sowie zwei stattliche Ginkgos. In der weiteren Region finden sich dunkle Kastanienwälder. So reicht der Blick vom Weg direkt am See über eine konkrete Pflanzensammlung bis zu den Wäldern des weiteren Umfelds.
Locarno-Verträge und Percorso della pace
Auch die Diplomatiegeschichte ist mit Muralto verbunden. Während der Locarno-Verträge im Oktober 1925 übernachteten Delegationen im Grand Hotel und führten dort offizielle wie informelle Gespräche. Das Grand Hotel ist ein historischer Ort, der mit internationalen Friedensbemühungen verbunden ist. Im Percorso della pace ist das Grand Hotel an der Via Sempione 17 in Muralto die sechste Station; der Weg erinnert an die diplomatische Konferenz von Locarno aus dem Jahr 1925. So lässt sich die Zeitgeschichte aus zwei Blickwinkeln betrachten: über die Gespräche von 1925 am Grand Hotel und über die Erinnerung an die Konferenz auf der Route.
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