Sevelen: Schluchtenweg, GedankenBerg und Geschichte
Unterkünfte in Sevelen
Sevelen liegt im Rheintal westlich von Vaduz an der Grenze zu Liechtenstein. Zur politischen Gemeinde gehören neben dem Dorf Sevelen die Weiler Rans, Oberräfis, St. Ulrich, Välsli und Glaat am Rand der Rheinebene sowie Einzelhöfe am Osthang der Alvierkette. Der Ort hat einen ländlichen Charakter und eine ruhige Atmosphäre. Schluchtenweg, GedankenBerg, Kirche St. Johannes, Burg Herrenberg und Rheinbrücke setzen unterschiedliche Akzente für Ihre Reiseplanung.
Der Schluchtenweg: Bachlandschaft und Wasserstationen
Der Schluchtenweg ist ein 5,1 Kilometer langer Rundweg mit einer Gehzeit von etwa zwei Stunden. Sie können ihn am Parkplatz Glat oder in der Ortsmitte bei der Zivilschutzanlage beginnen. Die beiden möglichen Einstiege und die ungefähre Gehzeit geben dem Weg einen klaren Rahmen für die Tagesplanung.
Über Treppen und Brücken folgt der Weg einem schäumenden Bergbach. Entlang des Bachs sind Gletschermühlen zu sehen. So gehören sowohl die Bewegung entlang des Wasserlaufs als auch markante geologische Formen zu den Eindrücken der Strecke.
An 16 Stationen erfahren Besucher Wissenswertes über Heil, Segen und Gefahren des Wassers. Wasser begegnet Ihnen damit auf zwei Ebenen: als Teil der Bachlandschaft und als Thema, das an den Stationen aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet wird.
Für die Auswahl zwischen den beiden Natur- und Kunstorten ist der Schwerpunkt ein hilfreicher Unterschied: Der Schluchtenweg verbindet einen ungefähr zweistündigen Rundweg mit Bach und Gletschermühlen; am GedankenBerg stehen Kunststationen und ihr Dialog mit der Umgebung im Vordergrund.
GedankenBerg: begehbare Kunst oberhalb von Sevelen
Der von Gert Gschwendtner und Mali Gubser geschaffene Kunstpark GedankenBerg liegt auf einer leichten Anhöhe oberhalb von Sevelen. Das Kunstobjekt ist begehbar und dient als Ort zum Verweilen für subtile Erfahrungen. Seine 18 Stationen bringen skulpturale Elemente, Felszeichnungen, Figuren, architektonische Versatzstücke und Texte in Dialog mit geologischen Strukturen, Pflanzen und dem umgebenden Panorama.
Die Kunstformen stehen dabei nicht isoliert: Auch Gelände, Pflanzen und Aussicht gehören zu dem Zusammenspiel, das die Stationen herstellen. Wer den GedankenBerg betrachtet, begegnet daher sowohl einzelnen künstlerischen Elementen als auch deren Beziehung zur natürlichen Umgebung.
Der GedankenBerg ist vom 1. April bis 1. November täglich von 09:00 bis 20:00 Uhr öffentlich zugänglich; der Eintritt ist frei. Prüfen Sie die saisonalen Zugangsangaben vor Ihrer Reise.
Kirche, Burg und Rheinbrücke
Die Kirchengründung von St. Johannes geht auf das 12. Jahrhundert zurück. Die Kirche wurde mehrfach um- und neu gebaut. Ihre Geschichte umfasst somit sowohl die frühe Gründung als auch spätere bauliche Veränderungen.
Die heutige Rheinbrücke Vaduz–Sevelen geht auf eine 1870/71 nach den Plänen des Regionalingenieurs Peter Rheinberger errichtete Brücke zurück. 1900/01 wurde sie erneut in Fachwerkbauweise und im Howe-Stil mit einem Bretterschirm und Dach errichtet. Insgesamt ist die Rheinbrücke 135 Meter lang.
Auf dem Storchenbühl ließ der Churer Bischof Heinrich III. von Montfort im 13. Jahrhundert eine Burg errichten, die mit der Burg Herrenberg identifiziert wird. Zu den sichtbaren Resten gehören ein Mauerzahn eines Turms, schwache Mauerspuren der Kernburg und ein breiter Graben. Das Burgareal ist heute Teil einer begehbaren Kunstinstallation; hier treffen historische Mauerreste und eine künstlerische Nutzung aufeinander.
Spuren der Ortsgeschichte
Archäologische Funde auf Sonnenbühl, Geissberg und Dachsenboden belegen eine Besiedlung zwischen 4000 und 1800 v. Chr. Der Ortsname „Sevellin“ ist seit 1160 belegt, während der Weiler Rans bereits 842/843 erwähnt wird. Diese Zeitangaben beziehen sich auf unterschiedliche Spuren: Siedlung, Ortsname und eine frühe Erwähnung von Rans.
Zusammen mit der Kirchengründung und den Bauphasen der Rheinbrücke reicht der zeitliche Bogen von prähistorischen Siedlungsspuren bis zu Bauwerken, die sich über mehrere Jahrhunderte verändert haben. So verbindet Sevelen konkrete Naturerlebnisse mit Kunst im Gelände und einer Geschichte, die an verschiedenen Orten und Bauwerken sichtbar wird.
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