Póvoa De Lanhoso: Wege, Geschichte und Filigran
Unterkünfte in Póvoa De Lanhoso
Auf einem Granitaufschluss in Garfe liegen drei aus dem Fels gehauene Becken; ein durch Abnutzung erkennbarer Pfad ermöglicht den Zugang. In Póvoa De Lanhoso begegnen Ihnen solche archäologischen Spuren ebenso wie Heiligtümer, historische Bauwerke und Routen durch unterschiedliche Landschaften.
Archäologie, Geschichte und sakrale Bauwerke
Das Santuário Rupestre de Garfe ist ein Felsheiligtum auf einem Granitaufschluss. Das Castelo de Lanhoso ist als Nationaldenkmal eingestuft und bietet einen weiten Sichtbereich über die Täler des Rio Ave und des Rio Cávado. Eine andere archäologische Zeitmarke ist das Castro de Lanhoso: Es entwickelte sich im 1. Jahrtausend v. Chr. an der Ostseite des Monte de Lanhoso als befestigte Höhensiedlung einer castrejo-Gemeinschaft aus der Eisenzeit. Die Mamoa do Madorro stammt ungefähr aus dem 4. Jahrtausend v. Chr., also aus der Jungsteinzeit.
Auch die Geschichte sakraler Orte lässt sich an konkreten Bauwerken ablesen. Das Santuário de Nossa Senhora do Porto de Ave ist ein religiöser Komplex mit Kirche, Museum für populäre sakrale Kunst und einem Kreuzweg mit Kapellen zu Episoden aus dem Leben der Jungfrau Maria. Mehrere weitere Gebäude wurden ursprünglich zur Unterstützung der Pilger errichtet. Eine königliche Urkunde vom 14. April 1874 erhob das Heiligtum zum Königlichen Heiligtum. Beim Benediktinerkloster do Divino Salvador de Fontarcada wurde die Gründung ans Ende des 11. oder an den Anfang des 12. Jahrhunderts datiert; die heutige Kirche dürfte aus der Mitte des 13. Jahrhunderts stammen.
Die Igreja de Santa Maria de Verim liegt nahezu isoliert. Ihre Deutung verweist auf die mittelalterliche Organisation der Pfarreien, die Siedlungsform der Region und die Beziehung der Bewohner zu ihrem symbolischen und sakralen Zentrum, der ecclesia. Die Ponte de Mem Guterres, auch Ponte da Esperança genannt, setzt einen anderen baulichen Akzent: Sie hat einen einzigen großen Bogen und steht an einer engen, felsigen Stelle des oberen Rio Ave. Die Revolution der Maria da Fonte begann im Frühjahr 1846 in der Freguesia Fontarcada; getragen wurde sie von Hunderten Frauen aus dem Concelho Póvoa de Lanhoso.
Wege, Aussicht und Flusslandschaften
Die Routen unterscheiden sich durch ihre Landschaften und Ziele. Die GR 117 – Via Romana XVII durchquert die Serra do Carvalho und bietet Ausblicke auf das Tal des Rio Cávado und die Serra do Gerês. Der PR1 – Maria da Fonte beginnt im Parque do Pontido und führt bis zur Kapelle S. Brás, die zu den ältesten Kapellen des Concelho Póvoa de Lanhoso zählt und ungewöhnlich gestaltet ist. Beim PR2 – Monte do Merouço steht eine Passage zwischen großen Granitmonolithen im Mittelpunkt: Auf ungefähr 150 Metern quert der Weg zahlreiche Felsspalten. Außerdem führt die Route zum Miradouro da Pedra Bolideira mit Blick auf die Serras do Carvalho, São Mamede und Cabreira sowie das Granitmassiv des Gerês.
Eine weitere Flussperspektive bietet der PR3 – Ribeiro Queimado. Er führt durch eine Uferlandschaft am Rio Ave zum Parque de Lazer do Pontão. Die Albufeira das Andorinhas ist für eine große Vielfalt an Wassersportaktivitäten vorbereitet. An der Praia fluvial de Verim am Rio Cávado gibt es einen Picknickbereich und einen Amphibiensessel für Menschen mit eingeschränkter Mobilität.
Goldschmiedekunst und lokale Traditionen
Die Filigrantradition steht in Póvoa De Lanhoso im Mittelpunkt mehrerer Ausstellungsorte. Die Sala de Interpretação da Filigrana stellt das Goldschmiedehandwerk vor, das mit Kunsthandwerkern in Travassos und Sobradelo da Goma verbunden ist. Ihr Ausstellungsrundgang zeigt Werkzeuge und Arbeitsschritte der traditionellen Filigranherstellung. Das Museu do Ouro de Travassos ergänzt diesen Blick mit Werkstattausrüstung, Goldschmiedewerkzeugen, Silberobjekten und Goldstücken. Zu den archäologischen Funden gehören ein Diadem aus der Kupferzeit und ein römischer Ohrring.
In Travassos wird am ersten Sonntag im Dezember der Tag des Santo Elói gefeiert, des Schutzpatrons der Goldschmiede. Die Feier besteht in reduzierter Form fort; prüfen Sie vor einer gezielten Anreise das aktuelle Programm. Zur Theaterkultur gehört das Theatro-Club, dessen Programm vorwiegend auf Theateraufführungen ausgerichtet ist. Das Haus war Gastgeber der letzten zehn Ausgaben des Nationalen Festivals für Amateurtheater, heute Concurso Nacional de Teatro.
Natur und Orientierung für Ihre Reise
Der Carvalho de Calvos ist eine Stieleiche (Quercus robur) und seit dem 22. August 1997 als Baum von öffentlichem Interesse klassifiziert. Das Centro de Interpretação do Carvalho de Calvos bietet Umweltbildungsaktivitäten für Kinder, Erwachsene und ältere Menschen an. Im Bar Biológico des Zentrums werden Verkostungen biologischer Produkte angeboten; bestätigen Sie deren Verfügbarkeit vor Ihrer Anreise.
Auch die landschaftlichen Bezüge sind vielfältig: Die Villa Beatriz liegt am Rio Ave in der Weinlandschaft von Entre Douro e Minho. Das Palastgebäude aus dem 19. Jahrhundert hat seine originale Innenausstattung aus dieser Zeit bewahrt. Póvoa De Lanhoso liegt außerdem in der abgegrenzten Weinregion der Vinhos Verdes. Für die Straßenanreise aus Porto führt die Route über die Autobahn A3 und anschließend über die Nationalstraßen EN103 und EN205.
Weitere Reiseziele entdecken: Póvoa de Lanhoso, Brunhais, Rendufinho, Fafe, Vizela, Esposende, Antas, Vilar da Veiga.
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