Naumburg Am Queis: Geschichte und Baukunst
Unterkünfte in Naumburg Am Queis
Wer sich für historische Bauwerke und ihre unterschiedlichen Zeitschichten interessiert, findet in Naumburg Am Queis mehrere konkrete Anknüpfungspunkte. Dazu zählen die Ruinen des Klosters der Schwestern der heiligen Maria Magdalena, das Rathaus, ein Aussichtsturm und die katholische Kirche der Heiligen Peter und Paul. Die Besonderheiten reichen von barocken Formen und erhaltenen Bauteilen bis zu datierten Erinnerungszeichen; am Turm sind sein architektonisches Vorbild und die verwendeten Baustoffe prägend. Der Schwerpunkt kann je nach Interesse auf der Klosterarchitektur, dem Rathaus- und Turmbau oder den datierten Werken in der Kirche liegen.
Klosterruine: Architektur und Gedenkzeichen
Die Ruinen des Klosters der Schwestern der heiligen Maria Magdalena zeigen barocke Formen und reiche Fenstersteinarbeiten, besonders an der Nordfassade. Im Inneren sind Teile verschiedener Tonnen- und Steingewölbe sowie mehrere Gedenkgrabplatten aus dem 17. Jahrhundert erhalten. Die Fenstersteinarbeiten prägen die Außengestaltung; Gewölbe und Grabplatten verweisen auf erhaltene Details im Inneren. Ein Tonnengewölbe beschreibt vor allem eine Form der Überwölbung, während die Bezeichnung Steingewölbe auf das Material verweist. Die beiden Begriffe lenken damit auf unterschiedliche bauliche Merkmale. Bei Restaurierungsarbeiten wurde außerdem die innere Hauptwand des Kreuzganghofs revitalisiert.
Rathaus und Aussichtsturm: Baugeschichte und Materialien
Der grundlegende Wiederaufbau des Rathauses wurde 1795 von Maurermeister Menzel aus Bolesławiec und Zimmermann Anton Zugehoer geleitet. Beim Rathaus prägen Wiederaufbaujahr und beteiligte Handwerker die Baugeschichte; beim Turm stehen architektonisches Vorbild und Baustoffe im Vordergrund. Der Aussichtsturm ist einer mittelalterlichen Kastellanlage nachempfunden und aus lokalem Sandstein und Ziegeln gebaut. Die Anlehnung an die Kastellanlage beschreibt die gestalterische Richtung; Sandstein und Ziegel sind die konkreten Baustoffe. Früher war der Turm von einer hölzernen Restaurantkonstruktion umgeben. Für eine Besichtigung nehmen Sie bitte vorher telefonisch Kontakt mit dem Stadtamt auf, um die Verfügbarkeit abzustimmen. Der Rathaus-Wiederaufbau von 1795 liegt zeitlich knapp nach der Kirchenausstattung von 1788 bis 1793.
Kirche der Heiligen Peter und Paul: Kunstwerke aus verschiedenen Zeiten
Die katholische Kirche der Heiligen Peter und Paul erhielt ihre heutige spätbarocke Gestalt durch einen Neubau von Grund auf und wurde 1788 bis 1793 ausgestattet. Zu den älteren Ausstattungsstücken gehört ein Renaissance-Epitaph für Matternus Olbricht aus dem Jahr 1586. Es zeigt den Verstorbenen mit seiner Familie bei der Anbetung des Heiligen Kreuzes. Eine Tafel von 1542 trägt das Monogramm „MR“ und die Inschrift „VDMIE“. Die Tafel aus dem Jahr 1542 ist älter als das Epitaph von 1586; beide Werke gehen der Ausstattung der Kirche von 1788 bis 1793 voraus. Inhaltlich setzen die Objekte unterschiedliche Akzente: Das Epitaph zeigt eine Familienszene mit religiösem Bezug, während die Tafel durch Monogramm und Inschrift geprägt ist.
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