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Kapfing: Geschichte im vorderen Zillertal

Unterkünfte in Kapfing

2 Erwachsene · keine Kinder · 1 Zimmer
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Kapfing zwischen Landschaft und Geschichte

Kapfing liegt im vorderen Zillertal auf den Schwemmkegeln des Finsingbachs und des Rischbachs. Die beiden Bachnamen geben der Ortslage einen konkreten landschaftlichen Rahmen. Zugleich reichen die historischen Zeugnisse von der Vorgeschichte bis ins 19. Jahrhundert: Das Urnenfeld, die Muttergotteskapelle und die Erinnerungen an Karl Mauracher führen zu unterschiedlichen Themen. Wenn Sie einen Aufenthalt mit Kulturinteresse planen, lässt sich Kapfing daher sowohl über seine Landschaft als auch über mehrere Epochen einordnen.

Urkundlich erwähnt wurde Kapfing erstmals 1299 unter dem Namen „Chaephing“. Das Urnenfeld von Kapfing stammt aus dem 12. Jahrhundert v. Chr.; auf einer Fläche von 740 Quadratmetern wurden 50 Urnenbestattungen geborgen. Das Urnenfeld ist bedeutsam, weil es erstmals die prähistorische Besiedlung des Zillertals dokumentiert.

Die beiden Zeugnisse unterscheiden sich sowohl im zeitlichen Abstand als auch im geografischen Bezug: Die Urkunde betrifft die erste schriftliche Nennung Kapfings, während das deutlich ältere Urnenfeld die prähistorische Besiedlung des gesamten Zillertals dokumentiert. So stehen lokale Namensgeschichte und ein Fund mit talweiter Bedeutung nebeneinander.

Für einen kulturgeschichtlichen Schwerpunkt lassen sich die Themen deshalb unterscheiden: Das Urnenfeld steht für frühe Archäologie, die Muttergotteskapelle für Bau- und Ausstattungsgeschichte und Mauracher für die Geschichte von „Stille Nacht“ im Zillertal.

Kapelle und Mauracher

Die Kapfinger Kapelle, auch Muttergotteskapelle genannt, wurde 1746 errichtet. Hans Geisler stiftete sie; er war Besitzer des Hofes „Alweiner“. Auf dem Altar befindet sich in einem verglasten und vergoldeten Schrein das sogenannte „Prager Jesuskind“. Baujahr, Stiftung und Ausstattung geben damit verschiedene Einblicke in die Kapelle: ihre Entstehungszeit, den Stifter und ein konkretes Detail des Altars.

Auch Karl Mauracher ist mit Kapfing verbunden. 1819 lernte er in Oberndorf das Weihnachtslied „Stille Nacht, Heilige Nacht“ kennen und brachte eine Abschrift davon ins Zillertal. Eine Gedenktafel am Haus Kapfing 13, in dem Mauracher lebte, erinnert an seinen Beitrag, „Stille Nacht!“ ins Zillertal zu bringen. Das Orgelerhaus wurde 1829 von ihm erbaut. Eine bronzene Gedenktafel neben der Tür des Orgelerhauses erinnert an Karl Mauracher.

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Die Jahreszahlen markieren unterschiedliche Bezüge: 1819 steht für Maurachers Begegnung mit dem Lied in Oberndorf und die Weitergabe einer Abschrift; 1829 datiert den Bau des Orgelerhauses. Zusammen erzählen diese Hinweise von Liedüberlieferung und Baugeschichte, ohne dass beides dasselbe Kapitel seiner Erinnerung ist.

Zu Fuß und mit der Bahn

Der Fügener Kultur-Wanderweg erreicht die Kapfinger Kapelle. An der Kreuzung beim Feuerwehrhaus biegen Sie links ab; anschließend führt ein kurzer, leicht bergab verlaufender Weg zur Kapelle. Für die Planung sind damit der Abzweig und die Richtung des letzten Abschnitts benannt. Prüfen Sie vor dem Losgehen die örtlichen Bedingungen.

Kapfing hat an Streckenkilometer 11,693 eine Haltestelle der Zillertalbahn. Wenn Sie die Bahn für Ihre Anreise erwägen, prüfen Sie den Fahrplan für Ihren Reisetag.

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