Chiconcuac: Textilmarkt, Wollhandwerk und Kirchen
Unterkünfte in Chiconcuac
Chiconcuac lässt sich über ganz unterschiedliche Facetten kennenlernen: den Textilmarkt, die lange Wollweberei, Kirchen aus verschiedenen Jahrhunderten und lokale Fest- und Speisetraditionen. Zusammen geben sie dem Ort ein Profil, das sowohl von Handwerk als auch von Geschichte und Alltag geprägt ist.
Kirchen, Plätze und Geschichte
Im Gemeindesitz befindet sich die Pfarrkirche San Miguel Chiconcuac. Ihre Fassade verbindet barocke und neoklassizistische Portale aus dem späten 18. oder frühen 19. Jahrhundert. Im rechten Turm ist eine öffentliche Uhr angebracht, die am 29. September 1898 eingeweiht wurde. Fassade und Uhr verweisen damit auf unterschiedliche historische Zeiträume, ohne dass sich die Datierung der Portale auf ein einzelnes Jahr festlegen lässt.
Auch die Capilla de San Pedro Chiconcuac steht für eine ältere Baugeschichte: Sie wurde zwischen 1600 und 1625 errichtet. Ihr Glockenturm stammt aus dem späten 17. Jahrhundert und bewahrt spätbarocke sowie frühneoklassizistische Stilmerkmale. Beim Templo de Santa María Chiconcuac ist der Altar als Nachbildung des Altars der ehemaligen Basilika von Guadalupe in Mexiko-Stadt beschrieben; die Innenausstattung ist mit Blattgold gestaltet.
Auf dem Platz des Gemeindesitzes steht ein Steinbrunnen mit sieben Schlangenköpfen. Außen ist das Gemeindewappen eingemeißelt. Ein weiteres Werk mit Bezug zur Gemeinde ist das 1997 im Gemeindepräsidium von Chiconcuac gemalte Wandbild, das repräsentative Aspekte der Gemeinde darstellt. Die Casa de Cultura Chiconcuac befindet sich in Las Joyas und wurde am 17. Oktober 1997 gegründet.
Tianguis und Marktgeschichte
Die Geschichte des Tianguis de Chiconcuac reicht zu einem überdachten Markt auf dem zentralen Platz zurück, der 1886 eröffnet wurde. Heute findet der Tianguis in mehreren Straßen des Gemeindesitzes statt: an Markttagen samstags, sonntags und dienstags sowie in den Nächten von Montag und Freitag. Wenn Sie Ihre Reise nach einem Markttag ausrichten möchten, prüfen Sie den Zeitplan vor der Abfahrt noch einmal.
Auch der Mercado Municipal Benito Juárez gehört zur lokalen Marktgeschichte. Er wurde an einem größeren Standort errichtet und am 14. Februar 1973 eingeweiht. Der Textilmarkt gilt als einer der größten der Region. Für 2022 wurden mehr als 8.000 Verkaufsstände und etwa 120 Wolltextilhandwerker angegeben; diese Zahlen beziehen sich ausdrücklich auf jenes Jahr.
Wollhandwerk und lokale Traditionen
Die Wollweberei gilt als Teil des wirtschaftlichen und kulturellen Erbes von Chiconcuac. Zur langjährigen Tradition gehören Kardätschen, Spinnräder und Tretwebstühle. Kunsthandwerker fertigen Wolldecken auf einfachen Webstühlen aus Holz und stellen Pullover mit Nadeln oder Häkelnadeln her. Dabei kommen vielfältige Muster und Farben zum Einsatz.
Die Werkstätten der Familie Delgado Hernández fertigen handgewebte Wollteppiche und Wandteppiche. Für diese Arbeiten erhielt die Familie 1988 den „Howard Mercury“ und 1990 die „La Estrella de Oro al Mejor de la Década“. Ein kommunaler Bericht aus dem Jahr 2025 hält die Öffnung des Casa del Artesano Chiconcuac für die Handwerkergemeinschaft, die Bevölkerung, Touristen und die allgemeine Öffentlichkeit fest. Er nennt dort außerdem die dauerhafte Ausstellung und den Verkauf von Kunsthandwerk, das im Gemeindegebiet hergestellt wird. Wenn Sie das Haus einplanen, prüfen Sie vor dem Besuch die aktuellen Öffnungszeiten.
Der Handwerkskatalog von 2025 nennt Tomás Rosales Cervantes als Meisterhandwerker für Tretwebstühle und führt seine Tätigkeit als Leiter einer Webwerkstatt in Chiconcuac seit mehr als zehn Jahren an. Das ergänzt das Bild der Wolltradition um eine konkrete Webtechnik und eine Person, die mit ihr verbunden ist.
Feste und Küche
Die Patronatsfeste in Chiconcuac werden als „fiesta grande“ oder „fiesta chica“ gefeiert. Mayordomos organisieren die Feste und versorgen die Menschen während der Festtage mit Essen. Bei religiösen Festen werden traditionelle Tänze der Serranitos, der Mauren und Christen, der Vaqueros und der Sembradores aufgeführt. Zur Karnevalszeit tanzen in den Straßen Figuren, die örtlich „viejos“ genannt werden.
Auch die Speisetraditionen geben Hinweise auf den örtlichen Charakter. Zu Allerheiligen und zum Tag der Toten stellen Familien und Nachbarn ein lokales Totenbrot her, das „los conejos“ heißt. Zu den traditionellen Gerichten gehört außerdem Lamm-Barbacoa: Sie wird mit Agavenblättern zubereitet und in einem in die Erde gegrabenen Ofen gegart. Als bewahrte Speisen vorspanischen Ursprungs werden Ahuautle, Huauzontles en mole, Yecacapac, Chileatole und Choales genannt.
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