Chicanná: Maya-Architektur und Geschichte
Unterkünfte in Chicanná
Chicanná war eine kleine antike Stadt und Wohnort der Elite. Ihre archäologische Zone macht die Geschichte des Ortes an markanten Bauformen sichtbar: an Masken, Türmen, Portalen und verschieden angeordneten Räumen. Wenn Sie Chicanná als Reiseziel in Betracht ziehen, bietet diese Architektur einen konkreten Schwerpunkt für die Planung Ihres Besuchs.
Geschichte und Einordnung
Die menschliche Besiedlung begann in der Spätpräklassik, datiert auf 400 v. Chr. bis 250 n. Chr., und dauerte bis etwa 1100 n. Chr. Mehrere Gebäude Chicannás entstanden in mehr als einer Bauphase. Architektur und zugehörige Keramik weisen auf die Río-Bec-Tradition hin. Zugleich war die prähispanische Siedlung ein Vorort von Becán; die zentralen Gebäude waren in kleinen Gruppen angeordnet.
Auch Plaza A hilft, die frühere Nutzung des Ortes einzuordnen. Der Platz war Chicannás Hauptplatz. Dort fanden öffentliche Ereignisse mit zivilem und zeremoniellem Charakter statt; außerdem diente er der Versammlung der privilegierten Bevölkerung der alten Maya-Stadt. In der Río-Bec-Region wird Chicanná zusammen mit Becán und El Hormiguero zu den archäologischen Stadtstaaten gezählt.
Masken und Bauformen
Struktur I schließt den westlichen Teil des Hauptplatzes ab. Das längliche Gebäude hat zwei Reihen mit jeweils drei Räumen sowie zwei seitliche Räume. Zwei große Türme mit abgerundeten Ecken flankieren den Bau; sie waren mit frontalen Masken geschmückt. Schein-Treppen führen zu Schein-Tempeln. An Struktur I lässt sich damit eine andere architektonische Form erkennen als an den reich mit Masken gestalteten Fassaden anderer Gebäude.
Struktur II liegt im östlichen Bereich des Platzes. Das einstöckige Gebäude steht auf einer kleinen Plattform und besitzt acht Räume; Reste des Dachkamms sind erhalten. Die zentrale Fassade trägt eine große Maske des Itzamná, der in der Maya-Mythologie als Schöpfergott gilt. Auch der Eingang ist als Mund gestaltet: Zähne, Nase, schielende Augen, Stirn und Ohrschmuck bilden das Gesicht mit geöffnetem Rachen. An den Seiten verlaufen Kaskaden von Chaac-Masken aus Steinmosaik. Sie waren mit Stuck überzogen und in mehreren Farben, vorwiegend kräftigem Rot, bemalt. Reste roten und blauen Stucks sowie Maya-Glyphen sind ebenfalls erhalten.
Struktur XX zeigt eine weitere, anders gegliederte Anlage. Das nahezu quadratische Gebäude hat zwei Ebenen: elf Räume im unteren und vier im oberen Geschoss. In den unteren Räumen sind Sitzbänke mit Rosetten verziert, die menschliche Gesichter einrahmen. Auf beiden Ebenen besitzt die Hauptfassade ein vollständig zoomorphes, also tiergestaltiges Portal. Die obere Ebene endet seitlich in Kaskaden dreidimensionaler Chaac-Masken und war von einem Dachkamm gekrönt. An den Seiten- und Rückfassaden sind Reste teilweise erhaltener zoomorpher Portale sichtbar. Eine Innentreppe teilt sich seitlich und ermöglicht den Zugang zu den oberen Räumen von außerhalb des Gebäudes.
Lage und Besuchsorientierung
Die archäologische Zone liegt an Kilometer 141 der Bundesstraße 186, die Escárcega in Campeche mit Chetumal in Quintana Roo verbindet. Der zentrale Bereich befindet sich 500 Meter südlich der Straße. Dorthin führt ein unbefestigter Weg bis zur INAH-Zugangskasse, der ganzjährig befahrbar ist. Prüfen Sie vor der Fahrt die Straßen- und Transportbedingungen. Eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist möglich; anschließend müssen Besucher zu Fuß zum Eingang gehen.
Als Anschrift ist Camino a Chicanná Km 0 + 500 in Chicanná angegeben, am Abzweig bei Kilometer 140 der Bundesstraße 186, im Municipio Calakmul im Bundesstaat Campeche. Die archäologische Zone verfügt über ein Besucherzentrum, einen Parkplatz und Sanitäreinrichtungen; ihre betriebliche Verfügbarkeit kann sich ändern. Diese Angaben helfen Ihnen, die Anreise einzuordnen und den Besuch der Gebäude in Ihre Reiseplanung aufzunehmen.
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