Rilland: Poldergeschichte und historische Orte
Unterkünfte in Rilland
Rilland wurde Ende des 18. Jahrhunderts mitten in der Reigersbergsche polder gegründet; eingedeicht worden war die Polder bereits 1773. Dorfgründung und Landschaftsgeschichte liegen damit in verschiedenen Zeitabschnitten. Die historischen Orte führen von der Entstehung des heutigen Dorfes über Hafen- und Mühlengeschichte bis zu Bauwerken und Spuren des älteren Oud-Rilland. Für Ihren Aufenthalt ergibt sich daraus ein klarer Schwerpunkt: Sie können Rilland über seine Poldergeschichte und die Zeugnisse verschiedener Epochen kennenlernen.
Hafenlandschaft und ältere Siedlungsgeschichte
Haven Rattekaai entstand 1856, nachdem der benachbarte Eerste-Bathpolder eingedeicht worden war. Der Hafen diente als Handelshafen für Rilland. Die Abfolge setzt zwei unterschiedliche zeitliche Marken: die Eindeichung der Polder im Jahr 1773 und den späteren Hafen. Von Haven Rattekaai aus reicht der Blick über das Schlick- und Salzwiesengebiet des Verdronken Land van Zuid-Beveland; Wetter und Tide beeinflussen die Sicht.
Eine Hollestelle macht die frühere Nutzung der Salzwiesen verständlich. Gemeint ist eine künstliche Tränke innerhalb eines Ringwalls. Solche Anlagen wurden grundsätzlich auf Salzwiesen für Schafe angelegt; bei Hochwasser konnte sich der Hirte mit seinen Schafen dorthin zurückziehen. Neben dem Klooster van Rilland liegt eine der wenigen in Zeeland noch erhaltenen Hollestellen. Ringwall und Tränke verweisen dabei sowohl auf die Form der Anlage als auch auf ihre praktische Funktion in der Landschaft.
Oud-Rilland ging während der Sint-Felixflut von 1530 in der Westerschelde unter; Überreste sind bei Ebbe zu sehen. Holzreste aus dem Schlickgebiet bei Rilland stammen wahrscheinlich von einer nicht näher bestimmten Struktur, die zum 1530 und 1532 untergegangenen Dorf gehört haben könnte. Die Zuordnung bleibt also eine Möglichkeit, nicht die sichere Bestimmung eines konkreten Bauwerks. Für die zeitliche Einordnung ist dieser Unterschied wichtig: Der Untergang von Oud-Rilland und die mögliche Herkunft der Holzreste sind miteinander verbunden, aber nicht gleich sicher bestimmt.
Für die Besuchsplanung ist die Tide eine konkrete Unterscheidung: Die Reste von Oud-Rilland sind bei Ebbe sichtbar; am Haven Rattekaai hängt der Blick über Salzwiesen und Schlickgebiet zusätzlich vom Wetter ab. Wenn die Überreste Ihr Schwerpunkt sind, orientieren Sie Ihren Besuch an der Ebbe. Beim Hafenblick spielt neben der Tide auch das Wetter eine Rolle.
Bauwerke aus verschiedenen Jahrhunderten
Die Mariahoeve wurde 1780 erbaut und ist der einzige noch im ursprünglichen Zustand erhaltene vollständige Bauernhof aus dieser Zeit. Zum Hof gehören ein freistehendes Wohnhaus aus dem 18. Jahrhundert und eine schwarz geteerte hölzerne Querdurchfahrtsscheune aus dem 19. Jahrhundert. Seit 1979 ist die Mariahoeve offiziell als Rijksmonument eingetragen. An Wohnhaus und Scheune lassen sich zwei Bauphasen unterscheiden: Das eine stammt aus dem 18., das andere aus dem 19. Jahrhundert. Die außergewöhnliche Erhaltung und der Denkmalstatus geben dem Hof einen besonderen Platz unter Rillands historischen Bauwerken.
Auch die ehemalige reformierte Kirche an der Bathseweg lässt sich über ihre Architektur einordnen. Sie ist eine Kreuzkirche; an ihrer Südwestecke steht ein Turm mit hoher quadratischer Spitze. De Witte Molen ergänzt das Bild um die Mühlengeschichte: Foort de Jonge errichtete sie 1851 in Rilland als Getreidemühle. Bauernhof, Kirche und Mühle stehen für unterschiedliche Bauformen und Aspekte der Ortsgeschichte.
Das Klooster van Rilland wurde 1906 von Kapuzinerbrüdern gegründet. Beim ehemaligen Klooster am Hoofdweg steht eine Informationstafel mit allen Sehenswürdigkeiten entlang der Route Ommetje Rilland: Oud & Nieuw. Prüfen Sie den Standort der Tafel vor Ihrer Fahrt. Mit dem Klooster und der benachbarten Hollestelle liegen dort außerdem Gründungsgeschichte und ein landschaftliches Element nebeneinander.
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