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Baarle-Nassau: Enklaven, Grenzen und Geschichten

Unterkünfte in Baarle-Nassau

2 Erwachsene · keine Kinder · 1 Zimmer
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Zwischen dem niederländischen Baarle-Nassau und dem flämischen Hoogstraten erstreckt sich die Bachlandschaft Het Merkske. Heide, feuchte blütenreiche Wiesen, Äcker und Waldstücke prägen das Umland des 16 Kilometer langen, gewundenen Bachsystems. Am Merkske können Sie entlang des Bachs an der belgischen Grenze wandern. Wer die Grenzgeschichte lieber mitten im Ort erkundet, findet mit der Enclavewandeling einen anderen Rahmen: Der vier Kilometer lange Rundweg führt durch den Ortskern von Baarle und passiert besondere historische Orte.

Enklaven und ihre Geschichte verstehen

Baarle-Hertog und Baarle-Nassau bilden zusammen 30 Enklaven: 22 belgische und acht niederländische. Die erste Erwähnung Baarles stammt aus einer Urkunde von 992; die Grundlage des Enklavensystems wurde 1198 gelegt. Im Bezoekerscentrum Baarle veranschaulichen eine Enklaventafel und eine Zeitleiste die Aufteilung und ihre Geschichte. So lässt sich die ungewöhnliche Grenzstruktur nicht nur auf einem Rundgang sehen, sondern auch anhand ihrer historischen Entwicklung einordnen.

Ein markantes Beispiel ist das Haus auf Loveren. Es liegt teilweise auf der kleinsten belgischen Enklave, trägt die belgische Hausnummer 2 und die niederländische Nummer 19; die Grenze verläuft mitten durch die Haustür. Auch die Enclavewandeling macht historische Orte im Ortskern zum Thema. Ihre Markierungen befinden sich auf den Gehwegen. Sie können den Rundweg eigenständig gehen oder mit Begleitung eines Guides unternehmen; geführte Termine sollten Sie vorab bestätigen.

Zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs

Für einen Spaziergang durch die nördliche Umgebung des Dorfs Baarle-Nassau/Hertog bietet sich der knapp fünf Kilometer lange Hannebroekpad an. Der Weg verläuft fast vollständig auf unbefestigtem Untergrund. Je nach Wetter kann dieser locker und staubig sein oder voller Pfützen stehen. Ein anderer Blick auf die Landschaft ergibt sich beim Ommetje Broskens: Es führt durch kleine Weiler, über alte Wege und durch das sanft hügelige Baarle. Das Ommetje Tommel verbindet historische Orte mit mittelalterlichen offenen Ackerflächen und prähistorischen Gräberfeldern.

Auch Radstrecken greifen die Grenzgeschichte auf. Die Enclaveroute ist 50 Kilometer lang; eine verkürzte Variante umfasst 40 Kilometer. Die Enclaveroute führt mehr als 25-mal über die Grenze. Zusätzlich gibt es eine 22 Kilometer lange Kinderroute. Das Bels Lijntje wiederum folgt einer früheren Eisenbahnverbindung zwischen Turnhout und Tilburg, die heute als stark genutzter Radweg durch Baarle verläuft. In Baarle überquert dieser Weg die Grenze neunmal. Prüfen Sie vor der Fahrt die Beschilderung der Route.

Kirchen, Kapellen und lokale Kultur

Die St. Remigiuskerk ist eine geschützte Kirche im Stil der Kempischen Gotik. Ihre Außentüren sind täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet; das Innere lässt sich durch Glastüren betrachten. Da sich Besuchszeiten ändern können, empfiehlt es sich, die Angaben vor dem Besuch zu prüfen. Die Onze-Lieve-Vrouw van Bijstandkerk ist seit 1860 Pfarrkirche von Baarle-Nassau. Sie wurde einfach und kostengünstig aus „Belse“ Steinen errichtet.

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Die St. Salvatorkapel, auch Kapel van Nijhoven genannt, ist von einem Gebetsgarten zwischen alten Bäumen umgeben. Auf dem Gelände stehen restaurierte Figurengruppen zur Kreuzwegandacht, zu den Sieben Schmerzen und zu den Fünf Geheimnissen. An einer Grotte können Sie eine Kerze anzünden. Im Heemhuis finden regelmäßig Ausstellungen statt; seit 1989 dient das Gebäude der Heemkundekring Amalia van Solms als Archiv, Arbeits- und Ausstellungsraum. Es wurde 1994 zum Denkmal erklärt. Besuche sind mittwochabends von 19.30 bis 21 Uhr sowie am ersten Sonntagvormittag des Monats von 10.30 bis 12.30 Uhr möglich. Prüfen Sie die Besuchszeiten vorab.

Zur Orientierung in der Ortsgeschichte gehören auch zwei Pumpen auf der Singel in Baarle-Hertog-Nassau, die beide als Rijksmonumente eingestuft sind. Eine davon steht vor dem niederländischen Rathaus: Sie ist eine Schwengelpumpe aus dem Jahr 1809. In Baarle-Nassau gibt es außerdem eine Kunstgalerie und einen Ausstellungsraum mit besonderem Schwerpunkt auf Textilkunst.

Verkostungen und besondere Erlebnisse

Die Wijngaard Hof van Baarle hat Rebstöcke auf niederländischem und belgischem Gebiet im ländlichen Boschoven, am Rand der europäischen Zwillingsgemeinde Baarle-Nassau/Hertog. Besuchende können dort die eigenen Weine verkosten, etwas trinken und zu Mittag essen; informieren Sie sich vorab über die Besuchsmöglichkeiten. Bei der Bierbrouwerij De Dochter van de Korenaar gehören ein Verkostungsraum und eine Terrasse zum Angebot. Brauereiführungen mit anschließender Verkostung sind mit Reservierung möglich.

Das Ezelpaleis in Baarle-Nassau empfängt Besucher zu Spaziergängen mit Eseln, Kursen und weiteren Ausflügen. Bei „Schommelen op de Grens“ bringt jeder Schwung die Besuchenden von Belgien in die Niederlande und wieder zurück. Diese Angebote setzen unterschiedliche Akzente: Grenzübertritte erleben Sie hier auf der Schaukel, beim Radfahren oder beim Gang durch den Ortskern; Naturwege führen dagegen durch Bachlandschaft und Umland.

Weitere Reiseziele entdecken: Baarle-Nassau, Ulicoten, Rucphen, Zundert, Heusden, Halderberge, Sint-Michielsgestel, Asten.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Nordbrabant.

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