Krivodol – Ujević-Erbe und archäologische Spuren
Unterkünfte in Krivodol
Krivodol verbindet die Biografien der Familie Ujević mit literarischer Erinnerung und archäologischen Spuren. Wer den Ort für eine Reise auswählt, kann seine Geschichte über einzelne Personen, benannte Stationen und Fundplätze erschließen.
Familie Ujević: Biografien und Erinnerung
Das Krivodol-Familienhaus war der Geburtsort von Ivan Ujević, dem Vater des Dichters Tin Ujević und einem der ersten Lehrer aus der Region Imotski. Tin Ujević hielt sich während seiner Schulzeit in Imotski und während seiner „hundert Tage in Imotski und Krivodol“ im Familienhaus auf.
An der Schule wurde 1977 die erste Büste von Tin Ujević geschaffen; sie wurde später gestohlen. 2015 wurde dort ein Steinporträt des Dichters von Stipan Kujundžić aufgestellt. Zum St.-Michaels-Platz gehören eine 1779 errichtete Kapelle und eine aus Imotski-Stein gehauene Skulptur Tin Ujevićs. Dort begann 2011 eine Reihe von Poesieabenden, die im August stattfanden.
Weitere Biografien aus Krivodol ergänzen diese literarischen Spuren. Fra Ćiro Ujević wurde am 8. Mai 1902 in Krivodol geboren und war von 1937 bis 1949 Pfarrer, Guardian und Erzpriester in Imotski. Ante Ujević kam 1924 in Krivodol zur Welt, gründete die Zeitschrift Sjemenarstvo und war ihr erster Redakteur. Petar Ujević, 1960 in Krivodol geboren, schuf mehrere Skulpturen für öffentliche Räume.
Bildungswege, Orientierung und Landschaft
Das Ujević-Bildungswegenetz umfasst Routen oder Haltepunkte mit den Namen Krivodol–Trg svetog Mihovila, Krivodol–OŠ „Tin Ujević“, Krivodol–Turići und Krivodol–Đirada. T4 Krivodol – das Familienhaus ist ein Stopp des Ujević-Bildungswegs. Die Namen verbinden konkrete Ortsbezüge mit dem literarischen und biografischen Thema, ohne dass jeder Halt dieselbe Geschichte erzählt.
Auch Đirada bietet eine räumliche Orientierung: Der Ort ist ein Kreuzungspunkt in Richtung der Felder durch Čujići. Die Weiterwege Richtung Imotski verlaufen entweder durch die Felder oder über die Hauptstraße durch Grubine. So stehen unterschiedliche Richtungen und Streckenbezüge nebeneinander, statt einen einzigen Weg nach Imotski vorzugeben.
Ein naher Landschaftsbezug führt nach Lokvičići. Sumbulova gradina liegt etwa 1,5 Kilometer von Krivodol in Richtung Split und bietet weite Ausblicke über das Imotsko polje und die umliegenden Karstseen. Der Blick von dort gilt als Inspiration für viele Verse von Tin Ujevićs „Uspavanka iz Krivodola“; hier treffen Landschaft und Literatur in einer konkret benannten Verbindung aufeinander.
Archäologische Spuren
Gusići I ist ein benannter Steinhügel im Gebiet von Krivodol nahe Trilj. Bei archäologischen Feldarbeiten, über die 2023 berichtet wurde, kamen dort zwei unversehrte Steinkistengräber ans Licht. Eine C14-Analyse datierte eines der Gräber auf die Zeit zwischen 1950 und 1650 v. Chr., in die erste Hälfte des zweiten Jahrtausends v. Chr. Gusići II umfasst drei unversehrte Steinkistengräber. Die Datierung bezieht sich auf eines der Gräber von Gusići I, nicht auf sämtliche Befunde.
Auch Kukina gomila gehört zu den benannten archäologischen Orten: Der Steinhügel liegt im Weiler Gilići-Kuko in Krivodol und ist etwa 30 Meter im Durchmesser sowie 3 bis 4 Meter hoch. Zusammen zeigen die unterschiedlichen Ortsbezüge, wie sich Krivodol über Familienbiografien, literarische Erinnerung und archäologische Befunde erschließen lässt.
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