Lugliano: mittelalterliche Spuren, Kirchenkunst und Via Romana
Unterkünfte in Lugliano
Über die Brenner-Staatsstraße erreichen Sie Lugliano kurz nachdem Sie den Bach Buliesima überquert haben. Der Ort ist durch eine noch erkennbare mittelalterliche Struktur, das Castello di Lugliano und die Chiesa di San Jacopo Apostolo geprägt. Auf dem Vorplatz dieser Kirche liegen zwei Oratorien; in der Kirche befindet sich eine Madonna mit Kind aus polychromer Terrakotta. Ergänzt wird dieses Bild durch ein Buchsbaumlabyrinth in der Villa Politi und die Via Romana mit ihren verschiedenen historischen Zeugnissen. So reicht das kulturelle Profil Luglianos von der Gestalt des Ortes bis zu einzelnen Kunstwerken und einer Route mit mehreren historischen Bezugspunkten.
Mittelalterliche Struktur und Castello
Die mittelalterliche Struktur Luglianos ist noch erkennbar. Eine Straße verläuft entlang der gesamten Umfassungsmauer. Die Einheimischen bezeichnen die Mauer als „fil di cima, fil di mezzo, fil di fondo“. Am höchsten Punkt der Siedlung liegt das Castello di Lugliano; es ist der älteste Teil Luglianos. Seine erste sichere Erwähnung stammt aus dem Jahr 1244. Die Lage am höchsten Punkt beschreibt die Stellung des Castello innerhalb der Siedlung, während das Jahr 1244 eine zeitliche Einordnung liefert. Als alte Festung der Familie Suffredinghi beherrscht Lugliano das Tal der Lima sowie Ponte a Serraglio. Damit treffen in der Ortsgeschichte die noch erkennbare Siedlungsstruktur, das Castello und die überlieferte Festungsrolle aufeinander.
Kirchenkunst und zwei Oratorien
Auf dem Vorplatz der Chiesa di San Jacopo in Lugliano befinden sich zwei Oratorien. Westlich der Kirche liegt das Oratorio del Santissimo Nome di Gesù, östlich das Oratorio della Natività di Maria. Die Himmelsrichtungen unterscheiden die beiden Oratorien innerhalb desselben kirchlichen Umfelds und geben eine konkrete Orientierung zu ihren Standorten. In der Chiesa di San Jacopo Apostolo befindet sich außerdem eine polychrome Terrakotta-Madonna mit Kind von Benedetto Buglioni. Polychrom bedeutet mehrfarbig gestaltet: Material, Motiv und Künstlername kennzeichnen dieses Kunstwerk genauer als eine allgemeine Erwähnung der Kirche. So stehen die beiden Oratorien auf dem Vorplatz und das Kunstwerk in der Kirche für unterschiedliche Aspekte des kirchlichen Erbes Luglianos.
Die Via Romana und ihre historischen Zeugnisse
Die Via Romana führt auf den Spuren erhaltener Reste antiker Straßen römischen Ursprungs vorbei an verschiedenen noch intakten Brücken und mittelalterlichen Gebäuden sowie an Kirchen und pievi. Zu Beginn stehen Besuche der Kirche von Ponte a Serraglio und der Kirche von Lugliano. Für die Einordnung ist der Wechsel der Perspektive hilfreich: Das Castello und die Kirchen sind einzelne Ortszeugnisse, während die Via Romana den Blick auf verschiedene bauliche und kirchliche Zeugnisse entlang der Route richtet. Sie umfasst damit mehr als einzelne Kirchenbesuche und bietet einen anderen Zugang zur historischen Vielfalt als die Betrachtung eines einzelnen Bauwerks.
Das Buchsbaumlabyrinth der Villa Politi
Ein anderes, genau vermessenes Detail liegt in der Villa Politi in Lugliano: Dort befindet sich ein rechteckiges Buchsbaumlabyrinth. Es ist 8,50 Meter breit und 16 Meter lang; die längere Seite ist also knapp doppelt so lang wie die kürzere. Das Verhältnis der Maße beschreibt die Form der Anlage anschaulich. Neben den mittelalterlichen Bauwerken und kirchlichen Orten ergänzt das Labyrinth das kulturelle Profil Luglianos um ein botanisches Gestaltungselement mit klaren Abmessungen.
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