Gattaia entdecken
Unterkünfte in Gattaia
Gattaia liegt an einer Zufahrtsstraße, die durch eine enge, vom ständig fließenden Muccione eingeschnittene Schlucht in Richtung Apennin führt. Südwestlich des Zentrums verläuft an der kommunalen Zufahrtsstraße die Viale della Rimembranza; sie grenzt an den Friedhof des Ortsteils. Landschaft, Ortsgeschichte und Erinnerungskultur zeigen sich hier in konkreten Orten und Bauwerken.
Muccione-Tal und Wegegeschichte
Die Route „La valle del Muccione in Mugello“ beginnt oberhalb von Vicchio, nachdem man Gattaia passiert hat. Durch das Muccione-Tal führt sie an Kaskaden und Wasserstellen vorbei, an denen sich Wandernde abkühlen können. Der saisonale Wasserfluss beeinflusst den Charakter der Kaskaden. Die Wasserstellen gehören damit ebenso zur Landschaft wie der Fluss, der die Schlucht an der Zufahrt geprägt hat.
Im Umfeld von Gattaia führt die Route zur ehemaligen, heute verlassenen Station Fornello an der Faentina-Bahn und unter dem Viadukt von Valdicampi hindurch. Das Eisenbahnviadukt stammt aus dem 19. Jahrhundert und besitzt zwei Bogenreihen. Ein Abstecher von der Route führt über einen nicht nummerierten Weg zu einem alten Steinbruch. Dort sind Decauville-Wagen und Reste einer Anlage zum Zerkleinern von Steinen erhalten. Station, Viadukt und Steinbruch verweisen auf unterschiedliche Aspekte der Eisenbahngeschichte und der früheren Nutzung des Gebiets.
Monte Gattaia und die Geschichte des Widerstands
Der Monte Gattaia bildet einen natürlichen Übergang zwischen der Toskana und der Romagna. Für die Zeit zwischen dem 11. und 14. Jahrhundert dürfte Gattaia ein wichtiger Zugang zum Apennin gewesen sein. Auch die Festung auf dem Monte Gattaia gehört zu diesem historischen Ortsbild: Von ihr sind sichtbare Reste von Stützmauern, Spuren einer Zisterne und innere Versorgungsstrukturen erhalten.
Der Monte Gattaia liegt nahe der Gotischen Linie und diente Partisanengruppen aus dem Mugello als Ort der Organisation und als Zuflucht. Gattaia war seit Beginn des Widerstands eine Partisanenbasis. Die Gedenktafel erinnert an zwei Ereignisse aus dem März 1944: Am 6. März schlossen sich die Partisanen von Gattaia mit den Partisanen des Monte Giovi zusammen, um Vicchio nach einer heftigen Schlacht zu befreien. Am 22. März wurden Ottorino Quiti und Adriano Santoni aus Gattaia auf dem Campo di Marte in Florenz von Nazi-Faschisten erschossen. Die Tafel hält ihre Namen, den Ort und das Datum fest.
Kirchen und historische Siedlung
Zur Entwicklung Gattaias zu einer kleinen Siedlung gehörten eine Kirche, eine herrschaftliche Villa, eine Kapelle, eine Mühle und zwei steinerne Fußbrücken. Die antike Kirche Santa Felicita im unteren Teil von Gattaia ist seit 1273 als „cura d’anime“ belegt. An der Kirche Santa Felicita al Fiume di Gattaia fällt der zurückgesetzte Glockengiebel auf: Er hat drei Öffnungen auf zwei Ebenen; die kleinen Glocken stammen aus dem Jahr 1883. Über dem hölzernen Eingangstor befindet sich außerdem ein ungefasstes Terrakotta-Rundbild mit der Darstellung der heiligen Felicitas.
So stehen in Gattaia unterschiedliche Interessen nebeneinander: die Landschaft am Muccione, Spuren der Eisenbahn und der Steinbearbeitung, die Architektur der Kirchen und die Geschichte des Widerstands. Für die Wahl des Reiseziels geben diese Themen verschiedene Anhaltspunkte, ohne sich auf einen einzigen Blick auf den Ort zu reduzieren.
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