Borgo San Lorenzo: Kulturgeschichte und Hotels
Unterkünfte in Borgo San Lorenzo
Borgo San Lorenzo lässt sich über mehrere klar unterscheidbare kulturhistorische Themen erschließen: die Chini-Kunst in der Villa Pecori Giraldi, sakrale Architektur und erhaltene Spuren der Stadtgeschichte. Dazu kommt die Keramikgeschichte der Fornaci San Lorenzo. Wenn Sie ein Hotel für einen Aufenthalt mit Kulturinteresse suchen, bieten diese Themen konkrete Anknüpfungspunkte: Sie reichen von gestalteten Innenräumen über Bauformen bis zur lokalen Manufaktur.
Kunst in der Villa Pecori Giraldi
Das Chini Museo wurde 1999 eröffnet und ist ein Museum von regionaler Bedeutung. Die Besucherroute des Chini Museo führt durch die Innenräume der Villa Pecori Giraldi. Die Villa liegt in einem jahrhundertealten Park.
Mitglieder der Familie Chini malten die Innenräume mit geometrischen und floralen Motiven sowie im neomittelalterlichen Stil aus. Damit stehen ornamentale Formen und eine stilistische Rückschau nebeneinander. Im repräsentativen Saal kommt ein weiterer Bezugspunkt hinzu: Galileo Chinis Dekorationszyklus mit dem heiligen Georg und dem Drachen stammt aus dem Jahr 1902. Gegenüber geometrischen und floralen Motiven lässt sich dieses Werk über sein konkret benanntes Bildthema einordnen.
Sakrale Bauwerke und ihre Zeitstellung
Die Pieve di San Lorenzo wurde im Jahr 941 erbaut und besitzt einen unregelmäßig sechseckigen Glockenturm aus Ziegeln, der direkt über der Apsis errichtet wurde. Die Apsis ist der bauliche Abschluss des Kirchenraums. So lässt sich neben dem Baujahr auch die genaue Anordnung des Turms einordnen.
Die Kirche San Francesco setzt einen anderen Architekturakzent: Ihr weitläufiges Kirchenschiff ist gotisch gestaltet. Das Oratorio del Santissimo Crocifisso dei Miracoli ergänzt den zeitlichen Vergleich mit seiner Datierung ins 18. Jahrhundert. Bei der Pieve stehen Baujahr und Turm im Vordergrund, bei San Francesco Ausmaß und Stil des Kirchenschiffs, beim Oratorio die zeitliche Einordnung.
Stadtspuren, Keramik und Mugello-Geschichte
Der Palazzo del Podestà stammt aus dem 14. Jahrhundert. Aus derselben Zeit sind in der Via S. Martino wenige Spuren der Stadtmauer erhalten. Das Tor am Ende der Malacoda an der Via Mazzini heißt Porta Fiorentina. Damit treten neben historischen Gebäuden auch Reste und ein benanntes Tor als unterschiedliche Formen der Stadtgeschichte hervor.
Ein eigener Zugang zur Ortsgeschichte ist die Keramik: Galileo und Chino Chini gründeten 1906 die Manufaktur Fornaci San Lorenzo in Borgo San Lorenzo. Anders als die vor allem über Gebäude und Innenräume erzählten Kunst- und Architekturthemen verweist diese Gründung auf örtliche Herstellung.
Der regionale Blick reicht über Bau- und Kunstgeschichte hinaus: Das Centro per la storia mugellana nell'età contemporanea e nella Resistenza ist seit 2004 aktiv und bewahrt umfangreiche historische und bildliche Dokumentation zu den Kriegsgeschehnissen im Mugello. Sein Thema ergänzt die Betrachtung um regionale Zeitgeschichte.
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