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Militello Rosmarino: Kirchen, Ortsbild und Feste

Unterkünfte in Militello Rosmarino

2 Erwachsene · keine Kinder · 1 Zimmer
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Das historische Zentrum von Militello Rosmarino liegt auf einem Hügel über dem Tal des Torrente Rosmarino. Mittelalterlich geprägter Ortsgrundriss, Kirchen und die Traditionen rund um San Biagio geben dem Ort mehrere historische Facetten. Für die Orientierung helfen dabei nicht nur einzelne Bauwerke, sondern auch die Beziehungen zwischen den Bereichen des Zentrums und den überlieferten Bräuchen.

Ortsbild und Landschaft

Der Ortsgrundriss gliedert sich in zwei Bereiche, die durch einen schmalen Korridor verbunden sind. Der älteste Teil des historischen Ortsgefüges liegt rund um das Normannische Schloss. Diese Gliederung macht das Zentrum als gewachsene Struktur verständlich: Schlossbereich und zweiter Bereich gehören zu einem Ortsbild, dessen mittelalterliche Prägung noch in der Anordnung erkennbar ist.

Ein anderer Bezugspunkt im Gebiet ist der Monte Scurzi. Der 484 Meter hohe Berg ist steil, kegelförmig und völlig unbewachsen. Auf seinem Gipfel wurden Spuren einer protourzeitlichen Siedlung festgestellt. So stehen in Militello Rosmarino das historische Gefüge des Zentrums und die archäologischen Spuren auf dem Berg für unterschiedliche Zugänge zur Ortsgeschichte.

Kirchen und Kunstwerke

Der Duomo di San Biagio, auch Chiesa Madre di Militello Rosmarino genannt, ist das wichtigste Gotteshaus des Ortes. Die heutige Chiesa Madre geht auf Umbauten und Erweiterungen im 18. Jahrhundert zurück. An derselben Stelle bestand bereits im 15. Jahrhundert ein Gotteshaus, das dem heiligen Nikolaus von Myra gewidmet war.

Zu den Kunstwerken in der Chiesa Madre zählen ein auf 1672 datiertes Gemälde der Immacolata von Giuseppe Tomasi über dem Hauptaltar und ein hölzernes Kruzifix aus dem späten 16. Jahrhundert. Das Kruzifix ist ein Werk der Meister Li Volsi aus Tusa. In der Krypta unter der Chiesa Madre befinden sich Mumien von Persönlichkeiten aus dem 18. Jahrhundert sowie bemalte hölzerne Nischen und Sarkophage.

Auch die Geschichte anderer Kirchen ergänzt das Bild des Ortes. Die Chiesa del Rosario wurde ab 1484 von den Baronen Rosso errichtet; später wurde ihr ein Dominikanerkloster angegliedert. Die Chiesa di San Domenico entstand Ende des 15. Jahrhunderts auf Veranlassung von Enrico Russo. Zu den bedeutenden Kunstwerken in den Kirchen von Militello Rosmarino zählt außerdem die Madonna col Bambino von Pietro Novelli.

Festa di San Biagio und lokale Traditionen

Die traditionelle Festa di San Biagio in Militello Rosmarino wird auch am 3. Februar gefeiert. Zu den benannten Traditionen gehören „SCIARA CA RAMA“ und „CANNIZZOLI“, die in den Straßen des Ortes stattfinden. Eine weitere Prozession ist A Sciara: Kinder tragen dabei Bündel brennender wilder Schilfrohre durch die Straßen. A Sciara findet zwischen Januar und Februar vor der Prozession von San Biagio statt.

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Die antike Processione del simulacro di San Biagio führt entlang der Hauptstraße. Ein charakteristisches Element ist der „Lauf des Heiligen“. Die antike Abtei Santa Maria Lo Brignolito wird nur anlässlich der Festa di San Biagio geöffnet.

Auch die L’ottava di San Biagio hat eigene Bräuche. Während der Prozession hält diese an Ort und Stelle an, um Mortadella, gesalzene Sardinen, Brot, Oliven und Rotwein zu verkosten. Eine weitere alte Tradition der L’ottava besteht darin, sich zu einem Hügel in der Contrada Cuttunaro zu begeben. Die Verkostung und der Besuch des Hügels sind dabei unterschiedliche überlieferte Elemente.

Wege und lokale Küche

Zahlreiche Trazzere und Maultierpfade durchziehen das Gebiet von Militello Rosmarino. Sie bilden ein Netz zwischen dem Ortszentrum und den ländlichen Siedlungen. Über das Gebiet verstreut finden sich außerdem Reste von Wassermühlen, die an inzwischen verschwundene Tätigkeiten erinnern. Diese Spuren ergänzen die Kirchen und das Ortsgefüge um die Geschichte des ländlichen Raums.

Zur lokalen Esskultur gehört das Pastizzottu di Militello Rosmarino. Seine Füllung enthält Kakao; überzogen ist das Gebäck mit einer Schicht aus Eiweiß, die mit Schokolade verziert ist. Es gilt als nahezu verschwunden. Die besondere Rezeptur und dieser selten gewordene Status machen es zu einem eigenen Aspekt der lokalen Tradition neben den kirchlichen Festbräuchen.

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