Gallarate entdecken: Kunst und Baugeschichte
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Gallarate verbindet Kunst, historische Sammlungen und Baugeschichte. Die Zeugnisse reichen von einer Urkundenerwähnung aus dem Jahr 974 über mittelalterliche Bauwerke bis zu einem Museum für zeitgenössische Kunst. Kirchen, Architektur und lokale Traditionen ergänzen diese unterschiedlichen kulturellen Themen.
Kunst und archäologische Sammlungen
Das MA*GA wurde 1966 offiziell unter dem Namen Civica Galleria d’Arte Moderna di Gallarate gegründet. Das Museo MA*GA ist ein Museum für zeitgenössische Kunst. Gründungsjahr und Museumsprofil geben damit zwei unterschiedliche Bezugspunkte: Das Jahr 1966 bezeichnet die offizielle Gründung unter diesem Namen, während die Museumsbeschreibung das Haus dem Feld der zeitgenössischen Kunst zuordnet.
Das Museo della Società Gallaratese per gli Studi Patri befindet sich im erhaltenen Teil eines 1234 errichteten Franziskanerklosters. Im gotischen Kreuzgang mit Portikus werden römische Sarkophage, ein Sarkophagdeckel und mittelalterliche Materialien präsentiert. Der historische Rahmen des Museums und die dort präsentierten Stücke verbinden so Baugeschichte mit unterschiedlichen Epochen.
Ein eigener Zugang führt in den ersten archäologischen Raum: Dort befinden sich prähistorische Funde aus den Pfahlbausiedlungen im Varesotto sowie ein Einbaumboot vom Lago di Monate. Zusammen mit den römischen und mittelalterlichen Objekten im gotischen Kreuzgang zeigen diese Sammlungsstücke verschiedene Zeitstufen, ohne dass sie auf eine einzige Epoche zu reduzieren wären.
Kirchen und Baugeschichte
Die Chiesa di San Pietro bewahrt im Wesentlichen ihre ursprüngliche romanische Struktur; gotische Elemente kamen später hinzu. An diesem Bau lässt sich daher das Verhältnis zwischen einer älteren Grundstruktur und nachträglichen Ergänzungen betrachten. Die Stilbezeichnungen beschreiben dabei unterschiedliche Teile seiner Baugeschichte.
Die zentrale Kirche Gallarates ist die Basilica di Santa Maria Assunta. Sie wurde zwischen 1856 und 1860 im neoklassizistischen Stil nach einem Entwurf des Mailänder Architekten Giacomo Moraglia errichtet und 1861 geweiht. Bauzeit und Weihejahr markieren dabei aufeinanderfolgende Etappen: Errichtung und Gestaltung einerseits, die Weihe andererseits.
Die beiden Kirchen bieten unterschiedliche architektonische Bezugspunkte: Bei San Pietro steht die Verbindung aus romanischer Grundstruktur und späteren gotischen Elementen im Vordergrund; bei der Basilika sind Stil, Architekt, Bauzeit und Weihejahr klar benannt. Wer Baugeschichte vergleicht, kann so sowohl eine ältere Struktur mit Ergänzungen als auch einen zeitlich eingeordneten neoklassizistischen Bau betrachten.
Eine frühere, Santa Maria gewidmete Kirche, die später „Faietto“ genannt wurde, ist in einer Urkunde aus dem Jahr 974 erwähnt. Das ist ein anderer historischer Bezug als die Baugeschichte der heutigen Basilica di Santa Maria Assunta: Die Urkunde nennt eine frühere Kirche, während die Basilika mit ihrem Bau im 19. Jahrhundert verbunden ist.
Auch der Palazzo del Broletto besitzt einen Bezug zur mittelalterlichen Geschichte: Er entstand im 13. Jahrhundert als Kloster der Umiliati di San Michele. Am Cimitero Monumentale wiederum wurde ab 1865 nach dem Entwurf des Architekten Camillo Boito geplant und gebaut; das Konzept bezog die große Grabkapelle der Familie Ponti ein. Einige Gräber dort werden dem Liberty-Stil zugerechnet.
Botanik, Gebäck und lokale Tradition
Der Parco Bassetti ist ein botanischer Garten und eröffnet damit ein anderes Thema als die Kirchen, Sammlungen und historischen Gebäude. Wenn Sie Gallarate nach unterschiedlichen Interessen betrachten, lässt sich der Garten als botanischer Bezugspunkt neben die Bau- und Kulturgeschichte stellen.
Zum lokalen Gebäck gehört das Amaretto di Gallarate. Es wird ausschließlich handwerklich hergestellt, ist innen weich und außen knusprig und hat eine leicht abgeflachte Form.
Eine städtische Beschreibung von 2025 bezeichnet die Cuntrada dal Broeud als seit sechzig Jahren gepflegte Tradition in Gallarate. Sie findet am ersten Sonntag nach dem Fest der Madonna del Carmine auf dem Platz der Basilica di Santa Maria statt. Nach der Segnung durch den Pfarrer wird Brühe aus Fleisch und Gemüse an die Gläubigen verteilt. Ort, Zeitpunkt und Ablauf geben dem Brauch einen konkreten Bezug zur Basilika und zum Festkalender.
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