Brienno am Comer See
Unterkünfte in Brienno
Brienno liegt am nordwestlichen Ufer des Comer Sees und 17 km von Como entfernt. Der Ort verbindet einen mittelalterlichen Ortskern mit historischen Terrassen an den Hängen, Kirchenkunst und Spuren seiner militärischen wie handwerklichen Geschichte. Bei der Wahl eines Reiseziels können diese unterschiedlichen Seiten Briennos den Ausschlag geben: das Ortsbild am See, verschiedene historische Zeitschichten oder ein Rundweg mit Start und Ziel im Ort.
Ortsbild und Landschaft am See
Enge Gassen, Portiken, Treppen und Unterführungen prägen den mittelalterlichen Ortskern. Dazu kommen sehr kleine Plätze, Kreuzungen und überdachte Durchgänge mit Blickbeziehungen bis an die Ufer des Comer Sees. Die Häuser bestehen teilweise aus Stein und reichen bis ans Seeufer. So bestimmen nicht nur einzelne Bauwerke, sondern auch die Übergänge zwischen Gassen, Durchgängen und Wasser das Ortsbild.
An den Hängen oberhalb von Brienno sind Reste historischer Terrassen erhalten. Sie waren einst mit Weinreben, Olivenbäumen und Lorbeer bepflanzt. Damit gehören auch die Hanglagen zur Geschichte des Ortes: Die Terrassen verweisen auf eine frühere landwirtschaftliche Nutzung und ergänzen die Eindrücke aus den Gassen und vom Seeufer um eine andere Landschaftsperspektive.
Kirchen, Wehrbau und Seidengeschichte
Die Chiesetta di San Vittore, auch Chiesetta di Sant’Anna genannt, vereint mehrere Bauphasen. Ihr Glockenturm stammt aus dem 11. Jahrhundert; die heutige Kirche wurde im 16. Jahrhundert errichtet und im 17. Jahrhundert umgestaltet. Die Datierungen unterscheiden somit den älteren Turm von der später entstandenen und veränderten Kirche.
In der Chiesa dei Santi Nazaro e Celso sind Werke verschiedener Künstler zu sehen: Gemälde von Gian Paolo Recchi, zwei wertvolle Glasfenster aus dem 16. Jahrhundert sowie ein Altarbild von Andrea de’Passeri. Die Glasfenster bieten dabei einen eigenen zeitlichen Bezugspunkt innerhalb der Kunstwerke. Anders als die Bauphasen der Chiesetta stehen hier konkrete Gemälde, Fenster und ein Altarbild im Mittelpunkt.
La Torrazza zeigt eine weitere Seite der Ortsgeschichte. Das als befestigte Architektur und Turm klassifizierte Bauwerk liegt isoliert und erhöht außerhalb des bebauten Zentrums und diente historisch der Verteidigung. Es befindet sich in Privatbesitz. Die Antica Filanda wiederum wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zur Seidenproduktion errichtet. Zusammen verweisen diese Bauwerke auf unterschiedliche Nutzungen und Epochen, ohne dass sie dieselbe Funktion oder Entstehungszeit teilen.
Die Galleria di Mina, auch Galleria di demolizione und Galleria del Puncett genannt, ist ein Tunnel unter dem Kirchhof der Chiesa della Madonna del Ronco. Er wurde im Ersten Weltkrieg zu militärischen Zwecken angelegt und war Teil der sogenannten Cadorna-Linie. Heute beherbergt die Galleria ein kleines Museum mit historischen Kriegsrelikten. Für den Besuch ist eine Voranmeldung erforderlich; alternativ ist ein Zugang bei Sonderöffnungen im Jahresverlauf möglich. Prüfen Sie vor der Reise die aktuellen Besuchsmöglichkeiten.
Rundweg und Anreise planen
Der Rundweg Via della Poesia – Sentiero Elsa Somalvico beginnt und endet in Brienno. Damit unterscheidet er sich von den einzelnen Bauwerken und Kirchen als Rundkurs mit Ausgangs- und Endpunkt im Ort. Prüfen Sie die lokalen Wegbedingungen vor dem Aufbruch.
Für die Anreise ist Como ein wichtiger Bezugspunkt: Brienno liegt 17 km entfernt und ist über die panoramische SS340 entlang des nordwestlichen Ufers des Comer Sees erreichbar. Auch mit dem Bus ist der Ort von Como und Colico aus erreichbar, und zwar mit der SPT-Linie C10/C20 Como–Argegno. Wenn Sie die Busverbindung einplanen, prüfen Sie vor der Reise den Fahrplan. So lassen sich Anreise und die vor Ort interessierenden Themen – vom historischen Ortsbild bis zum Rundweg – gezielt in Ihre Reiseplanung einordnen.
Weitere Reiseziele entdecken: Peglio, Erba, Veleso, Albavilla, Valmorea, Brunate, Monguzzo, Torno.
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