Gaeta zwischen Küste, Natur und Geschichte
Unterkünfte in Gaeta
Gaeta lässt sich über drei unterschiedliche Perspektiven erschließen: die historische Stadt mit ihren Sakralbauten und Befestigungen, die Landschaft des Monte Orlando und die Küste mit ihren marinen Lebensräumen. Kulturgeschichte, Wege im Naturraum und Aktivitäten am Meer stehen dabei als eigenständige Themen nebeneinander.
Landschaft und Wege am Monte Orlando
Der Monte Orlando ist ein geschütztes Naturgebiet in der Gemeinde Gaeta und nimmt etwa drei Viertel des Vorgebirges der Stadt ein. Zu seinen Merkmalen zählen Klippen, Verwerfungen, rote Erde und Höhlen, darunter die Grotta del Turco. Die Montagna Spaccata ist ein Vorgebirge von Gaeta mit drei Felsspalten und einem Besucherweg.
Der Sentiero delle falesie führt durch Steineichen- und Kiefernwald sowie an niedrigem mediterranem Macchia-Gebüsch entlang. Im Gebiet des Monte Orlando führt er außerdem zu bourbonischen Militärpulvermagazinen. Der Sentiero ornitologico bietet einen Aussichtspunkt über den Golf von Gaeta, die mittelalterliche Stadt und ihre aragonesischen und angovinischen Burgen. Wenn Sie zwischen den Wegen abwägen, unterscheiden sie sich vor allem durch die beschriebenen Schwerpunkte: Beim Sentiero delle falesie sind es Vegetation und Pulvermagazine, beim Sentiero ornitologico der Blick auf Golf und Stadt.
Baugeschichte und Sakralbauten
Das Castello Angioino-Aragonese besteht aus zwei Teilen aus unterschiedlichen Epochen: Der untere Abschnitt ist angovinisch, der obere aragonesisch. Die Geschichte der Festung reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Damals ließ Friedrich II. von Schwaben Befestigungsanlagen in Gaeta errichten.
An der Montagna Spaccata befindet sich das Santuario della SS. Trinità, das im 11. Jahrhundert errichtet wurde. Die Via Crucis dort umfasst Majolika-Tafeln aus dem Jahr 1849 mit Versen von Metastasio. Ein anderes Architekturbeispiel ist das Santuario della SS. Annunziata: Es gilt als Beispiel barocker Architektur und wurde 1621 restauriert. Zu diesem Sanktuarium gehört die Cappella dell’Immacolata aus dem 14. Jahrhundert, auch Grotta d’Oro genannt. Das Museo Archeologico im Santuario zeigt römische Funde sowie mittelalterliche Architekturfragmente und Keramik.
Der Duomo di Gaeta ist Santa Maria Assunta in cielo gewidmet und wurde im 10. bis 11. Jahrhundert errichtet. Sein Glockenturm ist 57 Meter hoch und im arabisch-normannischen Stil ausgeführt. Die Chiesa di San Giovanni, auch San Giuseppe genannt, entstand zwischen dem späten 11. und dem frühen 12. Jahrhundert außerhalb der Stadtmauer. Sie wurde im byzantinischen Stil mit einem Grundriss in Form eines lateinischen Kreuzes errichtet. Die unterschiedlichen Bauzeiten und Stilrichtungen machen die Sakralbauten zu einem eigenen Schwerpunkt neben der Festungsgeschichte.
Küste und marine Lebensräume
Die Spiaggia di Serapo ist 1,5 Kilometer lang und an den breitesten Stellen bis zu 70 Meter breit. Ein eigenes Thema ist die Nave di Serapo: Sie ist ein Gebiet mariner Biodiversität mit artenreichen Meeresböden, die sich zum Apnoetauchen und Schnorcheln eignen. Vom Ufer aus ist die Nave schwimmend erreichbar; zu Fuß führt der Zugang vom nahe gelegenen Strand Fontania dorthin. Vor den Klippen des Monte Orlando sind Tauchgänge möglich, bei denen sich zahlreiche Arten am Meeresboden beobachten lassen.
Eine Tradition zum Jahreswechsel
In Gaeta wird die Sciuscio-Tradition jährlich am 31. Dezember in den ältesten Straßen des Stadtviertels fortgeführt. Gliu sciusce bezeichnet wandernde Orchester aus Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Sie ziehen durch Straßen und Häuser und tragen dort ihre Glückwunschlieder vor. Damit ergänzt eine wiederkehrende Tradition am Jahresende die dauerhaft sichtbaren Bau- und Landschaftsthemen der Stadt.
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