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Casalvieri: Geschichte und Landschaft

Unterkünfte in Casalvieri

2 Erwachsene · keine Kinder · 1 Zimmer
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Casalvieri verbindet Baugeschichte, archäologische Zeugnisse, sakrale Kunst und markante Landschaftsformen. Die Altstadt ist von repräsentativer Architektur geprägt; in Ortsteilen wie Muracce, Casal delle Mole und Pescarola liegen benannte archäologische Stätten. Dazu kommen ein Pilgerweg, ein jährlich begangenes Patronatsfest und Ausblicke auf mehrere Täler. Diese Themen geben Ihnen unterschiedliche Anknüpfungspunkte, um sich mit dem Ort und seiner Geschichte zu beschäftigen.

Altstadt und Baugeschichte

Die Altstadt von Casalvieri ist von herrschaftlichen Palästen, Wappen, steinernen Portalen und Handwerksläden geprägt. Ein Bauwerk innerhalb der Stadtmauer ist die Porta di San Giovanni. Das Tor ist in die Mauer eingefügt und bewahrt trotz späterer Veränderungen Merkmale seiner mutmaßlichen Entstehungszeit im 13. Jahrhundert. So stehen in der Altstadt sowohl die repräsentativen Fassaden und Zeichen als auch ein konkretes Beispiel der historischen Befestigung im Blick.

Die Collegiata dei Santi Giovanni Battista ed Evangelista ist ein Gebäude des 18. Jahrhunderts, entworfen von Giacomo Del Sole. Bei Casalvieri befindet sich außerdem der Palazzo Cellitto, der auch Villa dei Misteri genannt wird. Seine Fassade trägt esoterisch-freimaurerische Symbole.

Archäologische Zeugnisse

Mehrere archäologische Orte sind mit bestimmten Ortsteilen verbunden: Die römischen Gräber liegen im Gebiet Muracce, die Römische Brücke im Ortsteil Casal delle Mole. In Pescarola bewahrt die archäologische Stätte die Reste eines italischen Heiligtums und eines römischen Thermengebäudes. Pilger nutzten das Thermengebäude zum Baden und für Votivgaben. Die Votivfunde aus dem Heiligtum reichen vom 7. bis zum 2. Jahrhundert v. Chr. Zu den Funden zählen Waffen, Münzen, Fruchtbarkeitsgaben, anatomische Votivgaben, Masken und Statuetten.

Eine andere Art von Zeugnis ist La Pietra Scritta: Die Steininschrift aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. erinnert an eine Straße, die Caio Pomponio Tigrano auf eigene Kosten errichten ließ. Das Museo civico Padre Michele Jacobelli ist eine archäologische Sammlung mit Fossilien, Mauerblöcken der vorrömischen Stadt Cominium und römischen anatomischen Votivgaben aus dem 3. bis 1. Jahrhundert v. Chr. Diese Votivgaben wurden in einer Votivgrube im Ortsteil Pescarola di Casalvieri gefunden.

Sakrale Kunst, Pilgerweg und Patronatsfest

Die Etappe Arpino–Casalvieri des Cammino delle Abbazie führt durch das Val di Comino nach Casalvieri und hebt besonders das Santuario di Santa Maria delle Rose im Ortsteil Roselli hervor. Im Santuario befinden sich zwei Holzskulpturen aus der neapolitanischen Schule: ein Kruzifix aus der Mitte des 17. Jahrhunderts und eine Statue der Annunziata aus dem 18. Jahrhundert. Die unterschiedlichen Entstehungszeiten geben den beiden Werken jeweils einen eigenen Platz in der Kunstgeschichte des Heiligtums.

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Zum Patronatsfest von Casalvieri wird Sant’Onorio geehrt. Das Fest findet jedes Jahr am letzten Sonntag im Mai statt; dazu gehört eine Prozession mit der Statue des Heiligen durch das Ortszentrum. Da der Termin an den letzten Sonntag des Monats gebunden ist, fällt er nicht jedes Jahr auf dasselbe Kalenderdatum. Wenn Sie Ihre Reise mit dem Fest verbinden möchten, prüfen Sie den Termin für das betreffende Jahr.

Wald, Karst und Täler

Am Monte Togna prägen ausgedehnte Waldflächen mit jahrhundertealten Eichen die Landschaft. Von dort reichen die Ausblicke über das gesamte Valle di Comino, Teile des Valle del Liri und das Val Roveto. Eine markante geologische Form ist die Fossa carsica del Cavallo: Die große Doline ist das deutlichste Karstphänomen im Gebiet von Casalvieri. Damit unterscheiden sich zwei Landschaftsthemen klar voneinander: der bewaldete Monte Togna mit seinen weiten Ausblicken und die Karstform der Fossa.

Der Tracciolino ist eine kurvenreiche Straße oberhalb des Flusses Melfa, die das Valle di Comino mit dem Valle del Liri verbindet. Er bietet damit einen anderen räumlichen Bezug zu den Tälern als die Ausblicke vom Monte Togna.

Eine lokale Herstellungstradition

Zur Geschichte Casalvieris gehört auch die Herstellung von Gummiballons. Der Ursprung dieser langen Tradition wird auf 1902 zurückgeführt, als Angelo Rocca Italiens erste Ballonfabrik gründete. Neben den antiken Stätten, der Architektur und den sakralen Themen steht damit auch eine lokale Herstellungsgeschichte, die bis ins frühe 20. Jahrhundert zurückreicht.

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