Varapodio: Plätze, Geschichte und Traditionen
Unterkünfte in Varapodio
Varapodio liegt auf einer flachen Ebene am Fuß des Aspromonte, am Zusammenfluss des Flusses Marro – früher Metauro genannt – und des Bachs Calabrò. Zwei Plätze bilden zentrale Bezugspunkte des historischen Zentrums: San Nicola und Santo Stefano. Die Via Umberto I setzt die Via Dogali fort und verbindet diese beiden Hauptplätze. Diese Achse hilft Ihnen bei der Orientierung im Ortskern; Brunnen, Kirche und erhaltene Bauelemente verweisen zugleich auf unterschiedliche Kapitel der Ortsgeschichte.
Plätze, Brunnen und Baugeschichte
Auf der Piazza San Nicola befindet sich die Fontana Asso di Coppe, die als das charakteristischste Wahrzeichen von Varapodio gilt. Ursprünglich hieß der Brunnen „Fontana dei quattro canali“. Seine spätere Bezeichnung geht auf die deutliche Ähnlichkeit mit dem Karo-Ass der neapolitanischen Spielkarten zurück. Im Jahr 2002 wurde die Fontana nach einem Entwurf des Architekten Santo Fedele rekonstruiert.
Auch die Chiesa di San Nicola gehört zu den benannten historischen Bauwerken des Ortes: Sie wurde 1927 bis 1929 errichtet und dem Eklektizismus zugeordnet. Die Piazze San Nicola und Santo Stefano sind für alle kostenlos zugänglich. Die kommunalen Angaben zur kostenlosen Zugänglichkeit beider Plätze wurden zuletzt am 2. Mai 2024 aktualisiert; prüfen Sie vor Ihrer Reise die örtlichen Bedingungen.
Vom frühen Siedlungsplatz zum heutigen Zentrum
Die erste Siedlung von Varapodio entstand im 9. oder 10. Jahrhundert in der Gegend Salvatore, etwa drei Kilometer flussabwärts vom heutigen Ortszentrum und westlich des Flusses Marro. Zwischen dem Ende des 15. und dem Beginn des 17. Jahrhunderts zogen die Bewohner von Barapodi aus dem Gebiet San Salvatore bergauf zum heutigen Standort; dort entstand und entwickelte sich das neue Varapodi. Dieser Teil der Ortsgeschichte ist teilweise mündlich überliefert.
Nach dem verheerenden Erdbeben des 18. Jahrhunderts wurde Varapodio am selben Standort wiederaufgebaut. Im historischen Zentrum sind viele ursprüngliche dekorative, strukturelle und architektonische Elemente erhalten. Ein konkretes Beispiel ist das Portal des Palazzo Faccioli: Es ist vollständig erhalten und zeugt von den künstlerischen Arbeiten vergangener Zeiten. So lässt sich die Entwicklung des Ortes sowohl über seine Siedlungsgeschichte als auch über einzelne erhaltene Bauelemente betrachten.
Feste und Bergamottentradition
Das Fest der Madonna del Carmine wird an dem Sonntag gefeiert, der dem 16. Juli am nächsten liegt. Am vorhergehenden Samstag findet der eindrucksvolle Abstieg der Madonna statt. Der heilige Nikolaus, Patron der Stadt, wird am 6. Dezember gefeiert. Wenn Sie Ihre Reise mit einem dieser Anlässe verbinden möchten, bestätigen Sie das jeweilige Festprogramm vor Ort.
Zu den charakteristischen Handwerksthemen Varapodios gehören die „tabacchiere di Varapodio“: ampullenförmige Schnupftabakdosen aus umgedrehter, getrockneter Bergamottenschale. Die dazugehörige Handwerkstechnik erlernte Don Antonino De Masi von alten Bauern. BergArte in Varapodio bietet Schulen und organisierten Gruppen geführte Besichtigungen seines Labors an. Dabei werden traditionelle und weiterentwickelte Techniken zur Verarbeitung von Bergamottenschalen vermittelt. Für diese Gruppenbesuche sollten Sie reservieren und die Einzelheiten vorab bestätigen.
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