Marsico Nuovo: Kulturerbe und Landschaft im Agri-Tal
Unterkünfte in Marsico Nuovo
Marsico Nuovo liegt auf der Westseite des oberen Agri-Tals auf 865 Metern Höhe. Für die Auswahl eines Reiseziels bietet der Ort zwei unterschiedliche thematische Schwerpunkte: mittelalterliche Kirchen- und Klostergeschichte sowie Natur und Aktivitäten im Freien.
Kirchen, Kunst und Klostergeschichte
Die Chiesa di San Giorgio e San Gianuario ersetzte die frühere Kathedrale San Michele Arcangelo. Im Jahr 1131 ließen Bischof Enrico und Graf Goffredo Guarna am heutigen Standort eine neue Kathedrale in romanischen Formen errichten. Das steinerne Portal der Chiesa di San Gianuario wird von Säulen im korinthischen Stil getragen und zeigt mittelalterliche Bischöfe und Äbte im Flachrelief. Das Werk wurde zum Nationaldenkmal erklärt. Ein Flachrelief hebt seine Figuren nur wenig aus dem Stein hervor, anders als eine freistehende Skulptur. In der Kirche befindet sich zudem ein mittelalterliches Fresko aus der Chiesa di San Francesco, das zu den ältesten Malereien der Gegend zählt.
Auch die Chiesa della Madonna del Carmine führt in eine andere Epoche: Sie ist dem Monastero di San Tommaso di Canterbury angegliedert und stammt aus dem 13. bis 14. Jahrhundert. Dort wird eine Holzskulptur der Madonna mit Kind aus dem 14. Jahrhundert aufbewahrt, die Giovanni di Nola zugeschrieben wird. Das Museo di arte sacra bewahrt religiöse Kunstwerke und sakrale Gegenstände von historischem und künstlerischem Wert und stellt sie aus.
Die Geschichte des Gebäudekomplexes Palazzo Manzoni führt zu einer Vorgängeranlage zurück, die Guglielmo III Guarna 1179 zunächst als Augustinerkloster gründete. Später wandelte Ruggero Sanseverino die Anlage in ein Benediktinerinnenkloster um. Der monumentale Komplex umfasst etwa 7.000 Quadratmeter mit Innenhöfen, Wegen und Bauresten, die von mächtigen Steinmauern umgeben sind. So lassen sich an mehreren Orten unterschiedliche Aspekte der Sakralgeschichte betrachten: Architektur, Skulptur, Malerei und die frühere Funktion von Klosteranlagen.
Wald, Wasser und Wege
Der Naturkomplex Fontana delle Brecce–Piana del Lago liegt innerhalb des Nationalparks Appennino Lucano Val d’Agri Lagonegrese. Buchen- und Zerreichenwälder, Quellen und saisonal wasserführende Bäche prägen das Gebiet. Es eignet sich zum Wandern, für den Fahrradtourismus und für Trekking. In Piana del Lago gibt es außerdem ein von örtlichen Quellen gespeistes Gewässer sowie Entwässerungsrinnen mit Bachcharakter.
Für sportliche Aktivitäten bietet Piana del Lago einen etwa 1.000 Meter langen, ebenen Rundkurs, der sich ganzjährig eignet. Eine andere Streckenform beschreibt der etwa zwei Kilometer lange Weg vom Rifugio Fontana delle Brecce: Er führt durch das Waldgebiet zu einer Holzbrücke, die ausschließlich Fußgängern vorbehalten und mit der Ortschaft Piana del Lago verbunden ist. Damit stehen Angaben zu einer ebenen Runde und zu einem Weg durch den Wald zur Verfügung, ohne dass beide als derselbe Streckenabschnitt zu verstehen sind.
Ein weiteres Naturthema ist die Grotta di Castel di Lepre. Sie erstreckt sich fast zwei Kilometer im Berg und gilt als das längste Höhlensystem der Basilikata.
Historischer Rundgang und Spuren der Vergangenheit
Die Passeggiate nella Storia ist ein jährlich in der zweiten Augusthälfte im alten Ortsviertel Civita stattfindender historisch-gastronomischer Rundgang. Die Ausgabe von 2025 war die 25. und erinnerte an den Besuch des heiligen Thomas von Aquin bei Teodora. Wenn Sie Ihre Reise mit dem Rundgang verbinden möchten, prüfen Sie die Termine der jeweiligen Ausgabe.
Auch die Fonte di San Giovanni hat eine historische Dimension: In ihrer Nähe wurden zwei diokletianische Meilensteine und einige Grabstelen aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. gefunden. Im Mittelalter versorgte die Quelle die nahegelegene Rocchetta der Grafen Sanseverino mit Wasser. Archäologische Funde und die überlieferte Wassernutzung ergänzen so die sakrale Baugeschichte um einen Blick auf ältere Spuren und die frühere Bedeutung der Quelle.
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