Tuglie entdecken: Palazzo, Ölmühle und Kulturerbe
Unterkünfte in Tuglie
Bei der Suche nach Hotels in Tuglie hilft es, den Ort anhand seiner Kulturgeschichte einzuordnen. Palazzo Ducale, unterirdische Ölmühle, Radiomuseum, Kirchen und Erinnerungsorte setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Sie reichen von bäuerlichen Traditionen bis zur Radio- und Technikgeschichte.
Palazzo Ducale und bäuerliche Traditionen
Der Palazzo Ducale wurde in den frühen 1600er-Jahren als Residenz der Herzöge Venturi errichtet. Im Palazzo befindet sich das Museum der bäuerlichen Zivilisation und der volkstümlichen Traditionen des Salento. So treffen in einem Gebäude die Geschichte der herzoglichen Residenz und die Kultur ländlicher Lebensweisen aufeinander.
Am Rand des historischen Zentrums liegt die unterirdische Ölmühle aus dem späten 17. Jahrhundert. Sie gilt als besonderes Zeugnis der bäuerlichen Zivilisation des Salento. Die Zeitangaben setzen Palazzo und Ölmühle in unterschiedliche Abschnitte desselben Jahrhunderts: Der Palazzo entstand früher, die Ölmühle gegen dessen Ende.
Museen, Radio und Ölgewinnung
Der Besuch im Museo della Radio Tuglie führt vom Hauptraum des Museums über den Studienraum mit der Biblioteca „Marconi“ bis zur unterirdischen Ölmühle. Eine fachkundige Führung zeigt Radiogeräte, Klänge, Instrumente und Mechanismen; Instrumente und Mechanismen werden dabei für die Besucher in Gang gesetzt. Der Rundgang verbindet die Museumsräume mit einem weiteren Einblick in die lokale Geschichte.
Bei einem Besuch der Frantoio Ipogeo können Sie die verschiedenen Phasen der Ölgewinnung nachvollziehen. Dazu gehört die Presse „torchio alla calabrese“, die im 17. Jahrhundert in Terra d’Otranto eingeführt wurde, ebenso wie die hydraulischen Pressen des 20. Jahrhunderts. Die Abfolge macht den zeitlichen Wandel der verwendeten Pressen greifbar. Für Besucher bietet die Frantoio Ipogeo außerdem erlebnisorientierte und multisensorische Workshops.
Kirchen und Erinnerungsorte
Im ältesten Kern des historischen Zentrums, dem Stadtteil Santa Lucia, liegen die historischen Wurzeln des Ortes. Zur Geschichte der Chiesa Matrice, die der Madonna dell’Annunziata gewidmet ist, gehört eine Überlieferung: An ihrer Stelle soll eine kleine Kapelle gestanden haben. Diese sei dort errichtet worden, wo sich zuvor eine Steinnische mit dem Bild der Heiligen Seelen befand.
Die Chiesa delle Anime wurde 1883 für den Gottesdienst eröffnet. In ihr befinden sich ein Altar, der Madonna del Carmelo gewidmet ist, und eine Statue aus Pappmaché. Eine andere architektonische Form zeigt die Chiesa della B.V.M. di Monte Grappa: Ihr Grundriss ist kreisförmig, das Kuppelgewölbe folgt dem Vorbild der Kirche im Sacrario di Bassano sul Monte Grappa. Die Bauarbeiten wurden 1940 abgeschlossen; 1941 wurde die Kirche für den Gottesdienst eröffnet. 1948 entstanden rund um sie der Parco della Rimembranza, ein Kriegsschrein und eine Treppe mit Kreuzweg.
Auch das Monumento ai Caduti in guerra erinnert an die Geschichte Tuglies. Der Obelisk trägt vier Bronzetafeln mit den Namen von 97 Gefallenen aus Tuglie aus dem Krieg von 1915 bis 1918. An seiner Vorderseite legt eine Bronzestatue der Siegesgöttin einen Lorbeerkranz nieder. Mit der Ausführung des Denkmals wurde der aus Ruffano stammende Bildhauer Antonio Bortone beauftragt.
Historische Überlieferungen und Zeugnisse im Umland
Zur historischen Festtradition von Maria SS. Annunziata gehörte „lu core te cupeta“, ein herzförmiger Leckerbissen aus karamellisiertem Zucker und Mandeln. Manche der damaligen Bräuche bestehen heute nicht mehr. Die Erinnerung an sie ergänzt die Baugeschichte um einen Einblick in frühere Festtraditionen.
Die Grotte Passaturi, auch Case vecchie genannt, liegt nahe den Grundschulen von Tuglie. Einige Forscher beschreiben sie als möglichen Wohnort des antiken Volkes der Tulli; diese Deutung bleibt eine Möglichkeit, keine gesicherte Zuschreibung. Im ländlichen Umfeld befinden sich außerdem mehrere Menhire: Der Menhir Caruggio steht entlang der Via Vicinale del Caruggio, der Menhir Scirocco auf dem Landgut Scirocco. Der Menhir Monte Prino steht geschützt auf dem Gelände einer privaten Villa.
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