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Der historische Kern von Alessano bewahrt gepflasterte Gassen, Häuser mit Innenhöfen, steinerne Portale, kunstvoll gestaltete Balkone und kleine Kirchen. Zusammen prägen diese Elemente eine mittelalterlich-mediterrane Stadtstruktur. Das Ortsbild erschließt sich damit nicht allein über einzelne Bauwerke: Auch Gassen und Fassaden gehören zu seinem historischen Charakter.
Kirchen und ihre Ausstattung
Die Chiesa madre di San Salvatore wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts anstelle einer romanischen Kathedrale errichtet, die aus der Zeit zwischen 1150 und 1200 stammte. So treffen bei diesem Bau zwei klar unterscheidbare Epochen aufeinander. Der Innenraum ist dreischiffig und in Form eines lateinischen Kreuzes angelegt; barocke Altäre gehören ebenfalls zur Ausstattung. In der Kirche befindet sich außerdem Paolo Finoglios Gemälde „Tobiolo e l’angelo“, das mit der caravaggesken Schule verbunden ist. Raumform, Altäre und Gemälde bilden unterschiedliche Zugänge zur Architektur und Kunst des Sakralbaus.
Eine weitere Kirche mit eigener Baugeschichte ist die Chiesa di Sant’Antonio da Padova. Sie entstand zwischen dem Ende des 16. und dem Beginn des 17. Jahrhunderts. Kirche und Kloster der Frati Cappuccini wurden 1628 errichtet; die Kirche wurde 1658 geweiht. In der Kapuzinerkirche befindet sich ein monumentaler Holzaltar aus dem 18. Jahrhundert, den örtliche Handwerker schnitzten und intarsierten. Hinzu kommt das Gemälde „Il perdono di Assisi“ aus dem 17. Jahrhundert. Bei diesem Altar sind neben seiner Größe auch die handwerkliche Gestaltung und die lokale Arbeit Teil der überlieferten Beschreibung.
Palazzi aus verschiedenen Bauphasen
Der Palazzo Legari setzt einen Renaissance-Akzent. Der aus Tricase stammende Händler Donato Legari ließ ihn 1536 errichten. An der Fassade fallen das Portal mit Rundbogen und die ebenfalls rundbogigen Fenster im Erdgeschoss auf. Bauzeit und Gestaltungsdetails geben dem Palazzo ein klar umrissenes Profil innerhalb der historischen Bauten Alessanos.
Der Palazzo Ducale wurde gegen Ende des 15. Jahrhunderts unter der Herrschaft der Lehnsherren Del Balzo errichtet. Das befestigte Gebäude weist elegante dekorative Elemente auf und war während der Herrschaft der Gonzaga ein bedeutendes Kulturzentrum. Ebenfalls gegen Ende des 15. Jahrhunderts und während der Herrschaft der Del Balzo entstand der Renaissancebau Palazzo Sangiovanni. Sein markantes Fassadendetail ist ein zickzackförmiges Bossenwerk aus Diamantspitzen. Der Vergleich zeigt unterschiedliche Schwerpunkte: Beim Palazzo Ducale stehen Befestigung und seine kulturelle Rolle im Vordergrund, beim Palazzo Sangiovanni das Muster der Fassade.
Macurano und die Bezüge zu Don Tonino Bello
Alessano liegt am Fuß der Serra dei Cianci. Ein weiterer eigener Bezugspunkt ist Macurano, eine Felsensiedlung an der Verbindungsstrecke zwischen Alessano und Marina di Novaglie. Die Siedlung gilt wegen der beiden weiterhin genutzten Ölmühlen trappeto Sauli und trappeto Santa Lucia als Symbol der Ölkultur. Die Mühlen geben diesem Ortsteil einen anderen Schwerpunkt als die Kirchen und Palazzi: Hier steht die mit der Ölkultur verbundene Nutzung im Mittelpunkt.
Auch Don Tonino Bello verbindet sich biografisch mit Alessano: Er wurde am 18. März 1935 dort geboren. Von Alessano ausgehende Glaubenswege stehen mit seinem Geburtshaus und dem Friedhof in Verbindung, auf dem seine sterblichen Überreste ruhen. Ein Teil des Kapuzinerklosters ist für die Casa Francescana di spiritualità bestimmt, die Don Tonino Bello gewidmet ist. Zusammen verweisen Geburtshaus, Friedhof und diese Widmung auf unterschiedliche Bezüge zu seiner Person.
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