Haswell: Kapelle, Bergbaugeschichte und Radweg
Unterkünfte in Haswell
Haswell verbindet eine mittelalterliche Kapellengeschichte mit den Spuren des Kohlebergbaus und dem Hart to Haswell Walkway. Für Ihre Reiseplanung bieten diese Themen unterschiedliche Zugänge zum Ort: Sie können sich für archäologische und bauliche Zeugnisse interessieren, die Geschichte der Zeche einordnen oder die Route durch die Umgebung betrachten.
Kapelle und früher Siedlungskern
Am Standort der High Haswell Chapel sind oberirdisch keine sichtbaren Überreste erhalten. Unter der Erde bewahren archäologische Ablagerungen jedoch wichtige Hinweise auf Errichtung und Nutzung der Kapelle. Das mittelalterliche Gebäude war aus Stein, maß ungefähr 10 mal 20 Meter und hatte keine Seitenschiffe. So stehen am selben Thema sichtbarer Baubestand und verborgene archäologische Spuren einander gegenüber.
Eine auf etwa 1300 datierte Urkunde verlangte, dass in der Chapel of Hessewell an Sonntagen und kirchlichen Feiertagen dauerhaft eine Lampe brannte. Zur älteren Ortsgeschichte gehört auch High Haswell: Dort lag das ursprüngliche Dorf Haswell. Erhalten sind dort zwei Bauernhöfe, Scheunen, Nebengebäude und ein privates Wohnhaus. Haswell ist außerdem der Geburtsort des Weltmeister-Radsportlers Tom Simpson.
Bergbaugeschichte und Erinnerung
Der Kohlebergbau in Haswell begann 1831; die ersten Kohletransporte der Haswell Colliery fanden 1835 statt. Eine weitere, einschneidende Station folgte 1844: Bei einer Entzündung von Grubengas in der Zeche kamen 95 Männer und Jungen ums Leben. Die Haswell Colliery wurde 1896 geschlossen.
Das Maschinenhaus ist das einzige erhaltene Gebäude der ehemaligen Zeche und als Scheduled Monument ausgewiesen. Vergleichbare Maschinenhäuser von Zechen aus dem 19. Jahrhundert sind im North East Coalfield heute sehr selten. Das erhaltene Denkmal der Zeche ist lokal als Haswell Arch bekannt. Es steht isoliert auf dem ehemaligen Zechengelände und erinnert an die Katastrophe von 1844.
Ein anderes Gedenken gilt dem Ersten Weltkrieg: Das Haswell War Memorial stammt aus dem Jahr 1920. Seine Gestaltung wurde nicht für das Gedenken an den Zweiten Weltkrieg angepasst; so blieb die ursprüngliche Gestaltungsidee erhalten. Das Denkmal und Haswell Arch stehen damit für unterschiedliche Erinnerungen in der Ortsgeschichte.
Bauwerke und ihre Details
Elemore Grange Barn bietet einen weiteren architektonischen Bezugspunkt. Das Gebäude stammt aus dem späten 18. oder frühen 19. Jahrhundert. Besonders markant sind seine drei elliptischen Backsteinbögen, die von zwei quadratischen Steinpfeilern getragen werden.
Hart to Haswell Walkway
Der Hart to Haswell Walkway verläuft vom Bahnhof Hart an der A1086 nördlich von Hartlepool durch Hesleden und vorbei an Shotton Colliery bis nach Haswell. Er folgt der Trasse der ehemaligen Eisenbahnstrecke von Hartlepool nach Sunderland. George Stephenson entwarf diese Strecke für den Transport von Kohle aus den Durham-Kohlefeldern zu den Docks von Hartlepool. Die heutige Route lässt sich damit auch als Spur der früheren Verbindung zwischen Kohlefeldern und Hafen verstehen.
Der Walkway ist Teil des Sustrans National Cycle Network und bietet eine sichere, autofreie Route bis nach South Shields. Zugleich ist er als Local Nature Reserve ausgewiesen. Die Route verbindet somit eine konkrete Streckenführung mit ihrer Bahn- und Bergbaugeschichte sowie einer Naturschutzgebiet-Ausweisung. Wenn Sie eine Tour planen, prüfen Sie vorab die aktuellen Routenbedingungen.
Für die Orientierung sind die genannten Etappen hilfreich: Hart, Hesleden, Shotton Colliery und Haswell markieren den Verlauf des Walkway. Haswell lässt sich so sowohl über seine frühere Zeche und die damit verbundene Erinnerung als auch über eine Route mit eigener Verkehrsgeschichte erschließen.
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