Kokkino Chorio: Dorfgeschichte und Drapanokefala
Unterkünfte in Kokkino Chorio
Bei der Suche nach einem Hotel in Kokkino Chorio hilft Ihnen ein Blick auf Lage und Ortsgeschichte, das Reiseziel einzuordnen. Das Dorf liegt auf 152 Metern Höhe am nordöstlichen Rand von Apokoronas, westlich des Kaps Drapano. Für seine Einordnung bieten die lokalen Überlieferungen, die Baugeschichte und die Zeugnisse aus der Besatzungszeit unterschiedliche Anhaltspunkte. Im näheren Umfeld kommt mit der Höhle der Elefanten eine paläontologische Perspektive hinzu, deren Zeitmaßstab weit über die jüngere Ortsgeschichte hinausreicht.
Ortsbild und Namensüberlieferungen
Kokkino Chorio ist für seine alten Häuser bekannt. Zwei lokale Überlieferungen erklären den Namen unterschiedlich. Eine führt ihn auf den roten Boden der Gegend zurück; die andere auf das Blut, das Einheimische in den Kämpfen gegen die Osmanen vergossen haben. Die Erklärungen unterscheiden sich deutlich: Die eine knüpft an den Boden an, die andere an die Geschichte der Kämpfe.
Kirche und Kriegszeit
Die Kirche des Heiligen Georg am Fuß der Drapanokefala stammt aus dem 16. Jahrhundert. Während der deutschen Besatzung von 1941 bis 1945 wandelten die Deutschen sie in ein Sprengstofflager um. Der Bau verbindet damit eine frühe Entstehungszeit mit einer späteren Nutzung im Krieg.
Ein unterirdischer Schutzraum neben der Kirche diente deutschen Kräften als Verwaltungsbüro für den südlichen Teil der Festung Souda, auch Festung Suda genannt. Nach der Schlacht um Kreta im Mai 1941 errichteten deutsche Kräfte im Gebiet der Drapanokefala mit Zwangsarbeit der Einheimischen Maschinengewehrstellungen, Befestigungen und unterirdische Schutzräume.
Drapanokefala und Kap Drapano
Während des Krieges verband eine Seilbahn den Eingang des deutschen unterirdischen Hauptquartiers in Kokkino Chorio mit dem Gipfel der Drapanokefala. Der Gipfel liegt auf 527 Metern Höhe. Die Seilbahn verknüpfte damit den Standort des Hauptquartiers mit einem klar benannten Zielpunkt am Berg.
Im näheren Umfeld des Reiseziels wurde der Leuchtturm am Kap Drapano 1864 von der Französischen Gesellschaft der Osmanischen Leuchttürme erbaut. Sein Baujahr bietet einen weiteren historischen Bezugspunkt neben den Zeugnissen aus der Besatzungszeit.
Höhlen und Erdgeschichte
Die Unterwasserhöhle der Elefanten liegt in der Nähe des Leuchtturms am Kap Drapano. Im Jahr 2000 wurden dort versteinerte Knochen von Hirschen und Elefanten gefunden, die vor etwa 60.000 Jahren auf Kreta lebten. Die Höhle ist 160 Meter lang und von besonderem paläontologischem Interesse. Die Funde geben dem näheren Umfeld des Dorfes einen anderen zeitlichen Bezug als die historischen Bauwerke und Anlagen.
Die Koutalas-Höhle liegt nordöstlich von Kokkino Chorio. Die Zufahrt zum Gebiet führt über das Straßennetz durch das Dorf.
Unterschiedliche Zeitebenen
Die Zeitangaben zeigen, wie weit die Themen auseinanderliegen: Die Kirche stammt aus dem 16. Jahrhundert, der Leuchtturm wurde 1864 erbaut, und die Befestigungen entstanden nach der Schlacht um Kreta im Mai 1941. Die Funde in der Höhle der Elefanten führen noch weiter zurück zu Tieren, die vor etwa 60.000 Jahren auf Kreta lebten. So lassen sich Ortsgeschichte, Kriegszeit und paläontologische Geschichte zeitlich voneinander unterscheiden.
Weitere Reiseziele entdecken: Dramia, Georgioupoli, Paralia Kourna, Anopoli, Stavros, Agia Marina, Marediana, Mourniés
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Chania.