Richka entdecken: Holzarchitektur und Handwerk
Unterkünfte in Richka
Richkas kulturelles Profil ist eng mit Holzhandwerk und der Verarbeitung verschiedener Materialien verbunden. Dazu gehören die hölzerne Kirche des Heiligen Basilius des Großen, die örtliche Holzschnitzerei und eine eigenständige Tradition künstlerischer Metallverarbeitung. Zusammen geben diese Themen einen konkreten Einblick in die Bau- und Handwerksgeschichte des Ortes.
Kirche und historische Bauwerke
Die hölzerne Kirche des Heiligen Basilius des Großen in Richka ist ein charakteristisches Beispiel huzulischer Volksarchitektur in Holz. Ihr Glockenturm setzt einen baulichen Kontrast: Er ist aus Ziegeln errichtet und verputzt und weist fünf Bogenöffnungen für Glocken auf. An den Wänden der Kirche sind Ölgemälde aus dem 19. Jahrhundert erhalten. Der Wechsel von Holz zu verputztem Ziegel macht die unterschiedlichen Bauweisen innerhalb des Kirchenensembles deutlich; die Wandgemälde ergänzen die Architektur um einen historischen Aspekt der Ausstattung.
Ein weiteres Bauwerk mit einem klar benannten historischen Bezug ist eine Kapelle, die 1848 zum Gedenken an die Abschaffung der Leibeigenschaft errichtet wurde. Kirche und Kapelle lassen sich durch unterschiedliche Merkmale einordnen: Bei der Basiliuskirche stehen Holzbau, Glockenturm und Wandgemälde im Vordergrund, bei der Kapelle das Baujahr und ihr Gedenkanlass. So erhält die Ortsgeschichte zwei verschiedene Bezugspunkte, ohne dass beide Bauwerke dieselbe Geschichte erzählen.
Holz, Wolle und Metall
Richka ist ein altes Zentrum der Volkskunst. Zu den örtlichen Handwerken gehören Holzschnitzerei und die Herstellung von Lizhnyks, traditionellen gewebten Wolldecken. Die Holzschnitzerei gilt als das bekannteste Handwerk des Ortes; zugleich ist Richka ein Zentrum der künstlerischen Metallverarbeitung. Damit stehen neben der Arbeit mit Holz auch gewebte Wolle und Metall für unterschiedliche handwerkliche Schwerpunkte.
Die Erzeugnisse der Metallhandwerker reichen von Schnallen, Broschen, Knöpfen und Anhängern bis zu Schreibwaren, Nussknackern und kleinen Äxten. Auch dekorative Metallteile zur Verzierung von Lederwaren gehören dazu. Die Gegenstände unterscheiden sich sowohl in ihrer Form als auch in ihrer Funktion: Neben tragbaren oder befestigenden Stücken gibt es kleine Gegenstände und Metallteile, die Lederwaren schmücken. Diese Bandbreite macht die Metallverarbeitung als eigenen Teil des lokalen Handwerks erkennbar.
Für die kulturelle Einordnung von Richka ist der Vergleich der Materialien hilfreich: Holz tritt als Baustoff der Kirche und als Werkstoff der Schnitzerei auf, Wolle wird zu Lizhnyks gewebt, und Metall findet sich in Schmuckformen, Gebrauchsgegenständen und dekorativen Teilen. So lässt sich das örtliche Kunsthandwerk nicht auf eine einzelne Technik oder ein einziges Material reduzieren.
Holzschnitzerei und ihre Künstler
Zum Museumsbestand in Richka gehören Informationen und Werke des Holzschnitzers Marko Megedyniuk (1842–1912). Er wandte als Erster in Hutsulshchyna Perlmutt- beziehungsweise Perlenintarsien auf Holz an. Intarsien sind Einlegearbeiten; der Begriff beschreibt hier das Zusammenspiel von Holz mit Perlmutt oder Perlen. Neben der Holzschnitzerei tritt damit eine bestimmte Gestaltungstechnik hervor, die Megedyniuks historische Einordnung prägt.
Zum Museumsbestand zählen außerdem Werke von F. Yakibiak (1877–1959), Y. Tonyuk (1903–1957), V. Bilak und den Brüdern Ivan, Mykola und Vasyl Kishchuk sowie weiteren Holzschnitzern. Die Lebensdaten von Megedyniuk, Yakibiak und Tonyuk reichen von 1842 bis 1959 und spannen einen Bogen vom 19. ins 20. Jahrhundert. Zusammen mit den weiteren genannten Künstlern stehen ihre Namen für unterschiedliche Beiträge zur Holzschnitzerei, während Megedyniuk durch die Perlmutt- beziehungsweise Perlenintarsien mit einer konkret benannten Technik verbunden ist.
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