Nepremennaya Ludzya: Gesang und Kultur
Unterkünfte in Nepremennaya Ludzya
Nepremennaya Ludzya ist mit überlieferten udmurtischen Gesangstraditionen verbunden. Zu den örtlichen Überlieferungen zählen Rekrutengesänge; außerdem führen Volksmusikerinnen aus dem Ort den Hochzeitsgesang „jaraschon gur“ vor. Der Hochzeitsgesang ist in einen bestimmten Teil der Feier eingebettet, während der Rekrutengesang den Abschied eines Soldaten begleitet. Ergänzend folgen Beispiele aus dem übergeordneten Reiseziel Republik Udmurtien, die weitere Facetten der regionalen Kultur zeigen.
Rekrutengesänge und Hochzeitsmusik
In der Tradition von Nepremennaya Ludzya wurde vor dem Aufbruch eines Rekruten zum Militärdienst ein Fest zu seinen Ehren veranstaltet. Es konnte mehrere Tage dauern. Dabei erklang „Soldat pi keljangur“, ein Abschiedsgesang für den Soldaten. Anlass, mögliche Dauer und Lied geben gemeinsam den Rahmen dieser Tradition vor.
Die Rekrutengesänge werden gemeinschaftlich vorgetragen und heterophon mehrstimmig gestaltet. Dabei wird die Hauptstimme vor allem in der zweiten Strophenhälfte oktavverdoppelt. Heterophone Mehrstimmigkeit bezeichnet das gleichzeitige Singen derselben Melodie in leicht unterschiedlichen Varianten; eine Oktavverdopplung lässt die Hauptstimme parallel in einer weiteren Oktave erklingen. So erschließt sich der Aufbau der Lieder nicht nur über ihren Anlass, sondern auch über das Zusammenwirken der Stimmen. Nepremennaya Ludzya liegt in einer Grenzzone zwischen den zentralen und südlichen Udmurten. Das gibt der lokalen Musiktradition einen präzisen kulturell-geografischen Rahmen.
Ein anderer Anlass steht beim Hochzeitsgesang „jaraschon gur“ im Mittelpunkt. Nach dem udmurtischen Brauch singen die Verwandten der Braut das Lied im Haus des Bräutigams beim zweiten Hochzeitsfest. Volksmusikerinnen aus Nepremennaya Ludzya führen den Gesang vor; eine Aufnahme aus 2019 hält die Vorführung fest. Im Vergleich rücken zwei unterschiedliche Anlässe in den Vordergrund: der Abschied eines Rekruten und das zweite Hochzeitsfest.
Auch im übergeordneten Reiseziel Republik Udmurtien werden udmurtische Hochzeitsgesänge, darunter „jaraschon gur“, gemeinschaftlich in heterophoner Mehrstimmigkeit mit Oktavverdopplung der Hauptstimme vorgetragen. Die musikalischen Merkmale ähneln damit denen der Rekrutengesänge von Nepremennaya Ludzya, während die beschriebenen Anlässe verschieden sind. Der Vergleich verbindet zwei musikalische Formen, ohne sie gleichzusetzen.
Kulturorte in der Republik Udmurtien
Ein historischer Schwerpunkt ist das Peter-Tchaikovsky-Museum in Wotkinsk. Es wurde 1940 eröffnet und zeigt das rekonstruierte Interieur eines Hauses aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Zu den Exponaten gehören historische Möbel aus dem 18. bis 20. Jahrhundert, Porzellan, Postkarten, Gemälde und Bücher. Auch der Wirth-Flügel ist ein Exponat; auf ihm lernte der Komponist das Spielen. Tschaikowskis Familie lebte von 1837 bis 1848, insgesamt elf Jahre, in Wotkinsk und zog danach nach Moskau. Ausstellung, Instrument und Familiengeschichte bieten unterschiedliche Zugänge zur Geschichte des Ortes.
Das Museumsreservat Ludorvai eröffnet einen weiteren Blick auf Bauformen und Alltag. Es umfasst mehr als 20 Gebäude aus dem späten 19. bis zum frühen 20. Jahrhundert und vermittelt den Alltag von Russen, Besermjanen und Udmurten vom 19. bis zum frühen 20. Jahrhundert. Zu den besonderen Bauten zählt eine zeltförmige Windmühle, ein Denkmal der Holzarchitektur. Der Erbauer, Fjodor Dragomirow, stammte aus dem udmurtischen Dorf Chem-Kuyuk und errichtete sie 1912. Das Museumsreservat verbindet damit ein historisches Gebäudeensemble mit einem konkreten Beispiel udmurtischer Holzarchitektur.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Zavyalovskiy rayon.