Uvinskiy Rayon: Quellen, Handwerk und udmurtische Kultur
Unterkünfte in Uvinskiy Rayon
Am Erestem-Kap entspringen vier Flüsse; zugleich bieten Handwerks- und Kulturorte in Uvinskiy Rayon Einblicke in udmurtische Traditionen. Der Rayon lässt sich aus zwei Richtungen erkunden: über Quellen und Waldlandschaft oder über Techniken, Sammlungen und lokale Kultur.
Quellen, Waldschlucht und geschützte Natur
Das Erestem-Kap liegt 299 Meter über dem Meeresspiegel und wird „Dach Udmurtiens“ genannt. Dort entspringen die Flüsse Uva, Nylga, Chur und Loza. Ein anderes Landschaftsbild bietet der Vikurdan-Quellbereich: Er liegt in einer Waldschlucht, wo zahlreiche Quellen den Anfang eines rechten Nebenflusses der Uva bilden. Am Kap stehen Höhenlage und mehrere Flussursprünge im Vordergrund, bei Vikurdan die Quellen in der Schlucht.
Auch die Ökotour „Zateryannyy Klyuch“ führt in die Natur: Ein Abschnitt verläuft im Gebiet des staatlichen integrierten Jagdreservats Oblastnovskoye. Die Route ist für Besuche mit Kindern zugelassen. Da sich Routeninformationen ändern können, prüfen Sie die Angaben vor Ihrem Besuch.
In Chabishur steht eine etwa 400 Jahre alte Kiefer. Sie wurde 2015 in das nationale Register alter Bäume aufgenommen und als „Denkmal der lebendigen Natur“ eingestuft. Nach udmurtischer Überlieferung galt die Kiefer als Kraftort; mit ihr sind Rituale am Ort und die Verehrung des Gottes Inmar verbunden. So kommt zur ungefähren Altersangabe und zum datierten Registereintrag auch eine kulturelle Bedeutung hinzu.
Handwerk und udmurtische Kultur
Im Tourismus- und Handwerkszentrum „Artel“ in Uzey-Tuklya können Gäste bei Workshops und Führungen Grundlagen traditioneller Handwerke kennenlernen. Stimmen Sie die Arrangements mit dem Zentrum ab. Zum Angebot gehören traditionelles und vertikales Weben (Gobelinweberei), künstlerische Birkenrindenbearbeitung, Tischler- und Drechslerhandwerk, künstlerische Malerei, Holzschnitzerei und Patchwork. Die verschiedenen Arbeiten reichen von textilen Techniken über Holz und Birkenrinde bis zu Malerei.
Das Familienmuseum-Gutshaus der Sidorows setzt andere Akzente: Angeboten werden Workshops zum Sammeln heimischer Kräuter und Getreide sowie Unterricht in Farbkomposition und Leinwandbindung. Die Holzskulpturen greifen udmurtische Schöpfungsmythen und alte Glaubensvorstellungen auf. Zu den gezeigten Themen zählen außerdem Schutzgeister von Familie und Sippe, ein Götterpantheon und Totemtiere. Besuche erfolgen nach vorheriger Absprache; klären Sie auch die Verfügbarkeit des Programms mit dem Museum. Im Rahmen eines im Voraus vereinbarten Besuchs servieren die Gastgeber heiße Tabani und Kräutertee.
Im Udmurtischen Kulturzentrum in Bulay können Besucher an der Performance „Tangyra“ teilnehmen, einem ethno-futuristischen Spiel mit alten Signalinstrumenten. Das Zentrum bietet interaktive Führungen und Workshops für Erwachsene und Kinder an. Interessierte können den Umgang mit einem historischen Webstuhl erlernen oder Bastschuhe flechten. Gezeigt werden Haushaltsgegenstände, Werkzeuge, Kleidung und Möbel. Die Gastgeber bewirten Gäste mit nationalen Gerichten. Klären Sie die Arrangements und die Verfügbarkeit vor Ihrem Besuch.
Kirche in Mushkovay
Eine weitere Facette der örtlichen Geschichte zeigt die 2007 aus Holz errichtete Dmitri-von-Thessaloniki-Kirche im Dorf Mushkovay. Sie steht am Standort einer früheren Holzkirche und wird als einzige Kirche in Udmurtien bezeichnet, die dem Gedenken an einen Krieger und Märtyrer geweiht ist. Baujahr, Vorgängerstandort und besondere Widmung bilden hier einen eigenständigen historischen Schwerpunkt.
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