Nazran entdecken: Geschichte und Kultur
Unterkünfte in Nazran
Nazran liegt im westlichen Teil der Tschetschenischen Vorgebirgsebene. Zu den prägenden historischen Themen der Stadt zählen die Festungsgeschichte, das Inguschische Staatliche Heimatmuseum T. Ch. Malsagow und das Memorial für Erinnerung und Ruhm. Die Orte und Sammlungen setzen unterschiedliche Schwerpunkte: auf die Entwicklung der Stadt, auf inguschische Traditionen und auf Gedenken.
Stadtgeschichte und Museum
Die Festung von Nazran wurde 1817, 1832 und 1842 umgebaut und befestigt. Auch die Geschichts- und Kulturdenkmäler auf dem Gebiet von Nazran reichen in verschiedene Epochen zurück. Dazu zählen steinzeitliche Lagerplätze und Werkstätten, Hügelgräber und weitere Grabanlagen sowie Siedlungsstätten. Befestigungswälle und Gräben aus der Koban- und Alanenzeit gehören ebenfalls zum örtlichen Kulturerbe. Aus dem frühen 19. Jahrhundert stammen die Ruinen des Owlu(r)ga-Turms.
Das Inguschische Staatliche Heimatmuseum T. Ch. Malsagow wurde 1972 gegründet und hat seinen heutigen Status seit 1993. Im April 1993, nach der Bildung der Republik Inguschetien, wurde das Nazraner Museum für Kampf- und Arbeitsruhm in das heutige Museum umgewandelt; sein Themenbereich wurde um Ethnografie und Archäologie erweitert. Früher trug es den Namen „Nazraner Museum für Kampf- und Arbeitsruhm“.
Traditionen, Trachten und Handwerk
Der Ethnografiesaal des Museums zeigt Traditionen, Alltag und Handwerk der Inguschen. Zu den Themen und Exponaten gehören Kulturdenkmäler der Region, architektonische Details von Turmhäusern, Ansichten von Dörfern und Modelle von Turmensembles. Die Sammlung umfasst außerdem Nationaltrachten und silbernen Trachtenschmuck sowie zeitgenössische angewandte Kunst.
Zu den ausgestellten Trachten gehören die modernen nationalen Frauenkostüme Tschokhi und die Männerkostüme Tscherkesska-Tschokhi. Diese Trachten verbreiteten sich unter den Inguschen seit dem späten 18. Jahrhundert. Ergänzend zeigen Feuerstellenketten, Kessel, Kumgane, Wasserkrüge, Schalen und Schöpfkellen handwerkliche Arbeiten aus Eisen und Kupfer. Örtliche Handwerker fertigten die Gegenstände mit Punkt- und Pflanzenornamenten.
Ein weiterer thematischer Schwerpunkt ist der Saal zum Großen Vaterländischen Krieg. Dort werden Fotodokumente, Munition und persönliche Gegenstände von Kriegsteilnehmern gezeigt. Damit stehen im Museum sowohl ethnografische und kunsthandwerkliche Themen als auch Kriegsgeschichte nebeneinander.
Memorial für Erinnerung und Ruhm
Das Memorial für Erinnerung und Ruhm liegt am Stadtrand von Nazran. Seine Denkmäler behandeln historische Epochen von der Eingliederung Inguschetiens in das Russische Reich bis zur Gegenwart. Zum Ensemble gehören unter anderem eine Lokomotive und ein Güterwagen aus den 1940er-Jahren. Beide stehen auf einem Sockel in Form einer Eisenbahnstrecke. Das Memorial umfasst außerdem ein Exponat eines Zuges aus der Zeit der Deportation der Inguschen 1944.
Zum Memorial gehört das Denkmal „Neun Türme“, das den Opfern der stalinistischen Repressionen gewidmet ist; in ihm befindet sich ein Museum. Ein weiteres Denkmal erinnert an das inguschische Kavallerieregiment der „Wilden Division“. Auch die Gestaltung des Geländes prägt das Ensemble: Dazu zählen Kaskadenbrunnen, Garten- und Parkbereiche mit Blumenbeeten sowie immergrüne Pflanzen.
Regionaler Kontext: Republik Inguschetien
Die Republik Inguschetien liegt an den Nordhängen des Großen Kaukasus; ihr höchster Punkt ist der 4.451 Meter hohe Berg Shan. In der Republik gibt es rund 2.000 mittelalterliche Türme. Zu den bekanntesten Anlagen zählen Wovnuschki, Egikal, Targim, Leimi, Ozdik und Khamkhi.
Egikal ist einer der größten Turmkomplexe im bergigen Inguschetien. Rund um den Weiler liegen unterirdische, halbunterirdische und oberirdische Begräbnisstätten aus vorislamischer und muslimischer Zeit. In Krypten, die als „Sonnengräber“ bezeichnet werden, sind Überreste inguschischer Vorfahren sichtbar. Auch Erzi bietet einen eigenen Einblick in die regionale Baugeschichte: Im Mittelalter war es eine große Stadt mit mehr als 100 architektonischen Bauwerken. Die meisten Turmbauten dort haben fünf Geschosse; der höchste Turm ist bis zu 30 Meter hoch.
Anreise
Der Bahnhof von Nazran liegt an der Eisenbahnlinie Rostow am Don–Baku. Prüfen Sie für Ihre konkrete Anreise die aktuellen Zugverbindungen.
Weitere Reiseziele entdecken: Magas, Barsuki, Ali-Jurt, Armkhi.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Republik Inguschetien.