Totma: Seefahrtsgeschichte und Barock
Unterkünfte in Totma
Totma verbindet Flusslage, Seefahrtsgeschichte und Kirchenbau.
Flusslage und Seefahrtsgeschichte
Totma liegt am linken Ufer der Suchona, an der Mündung des Flusses Pesja-Denga. Im 18. Jahrhundert brachen von Totma aus Expeditionen von Kaufleuten und Seefahrern auf, die Russisch-Amerika erschlossen. Die Flusslage und diese historische Verbindung bilden zwei unterschiedliche Perspektiven auf den Ort: die geografische Lage am Wasser und die Rolle, die Totma in der Geschichte der Expeditionen spielte.
Museen und Handwerkstradition
Das Seefahrtsmuseum in Totma umfasst drei Themenbereiche: die Geschichte der russischen Flotte, die Geschichte der Seefahrt in Totma und die Geschichte der Totmaer, die im 20. Jahrhundert in der Marine dienten. Die Ausstellung verbindet damit die Geschichte einer Flotte mit der Seefahrt vor Ort und den Lebenswegen von Menschen aus Totma, die in der Marine dienten.
In der Totmaer Mariä-Entschlafens-Kirche befindet sich das 1995 eröffnete Museum für kirchliche Altertümer. Zu seiner Sammlung gehören nordeuropäisch-russische Ikonen und Beispiele hölzerner Kirchenskulptur. Damit bietet die Kirche einen anderen thematischen Zugang als das Seefahrtsmuseum: Hier stehen kirchliche Kunst und historische Skulptur im Mittelpunkt.
Die Ausstellung des Totmaer Museums zeigt Exponate der Petriner Handwerksschule. Diese bestand in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Totma und brachte der Stadt den Ruf als „russisches Nürnberg“ sowie als Zentrum des Spielzeughandwerks ein. Die Exponate machen so auch eine Handwerkstradition zum Thema, die neben der Seefahrts- und Kirchengeschichte steht.
Das Haus der Traditionen und des Kunsthandwerks „Moroschka“ organisiert jährlich das zwischenbezirkliche Volkskunstfestival „Totemski lapot“. Wenn das Festival für Ihre Reiseplanung wichtig ist, prüfen Sie die Termine der jeweiligen Ausgabe.
Kirchen und Totmaer Barock
In Totma sind Kirchen im Totmaer Barock erhalten. Ihre Fassaden sind mit geschnitzten Kartuschen geschmückt, die an Seekarten erinnern. Die maritime Anmutung dieser Fassaden steht neben der Seefahrtsgeschichte, die im Museum behandelt wird; sie ist zugleich ein architektonisches Merkmal, das den Kirchen ihren eigenen Charakter gibt.
Die Totmaer Kirche des Einzugs in Jerusalem wurde mit Mitteln der Kaufleute und Seefahrer Grigori und Pjotr Panow erbaut. Sie gilt als schiffsförmige Kirche mit glockenmastartigem Glockenturm und als eines der herausragenden Beispiele des Nordbarocks. Die Christi-Geburts-Kirche liegt im Zentrum von Totma und gilt als hervorragendes Beispiel des klassischen Totmaer Barocks. Die beiden Kirchen stehen damit für unterschiedliche architektonische Einordnungen: Nordbarock auf der einen, klassischer Totmaer Barock auf der anderen Seite.
Der Glockenturm am Museum für kirchliche Altertümer verfügt über eine Aussichtsplattform mit Blick auf die Suchona und die Stadt Totma. Dieser Ausblick bezieht die Flusslage in ein anderes Thema des Ortes ein, ohne die kirchlichen Sammlungen und die Baugeschichte gleichzusetzen.
Wasserwege in der Oblast Wologda
Im übergeordneten Reiseziel Oblast Wologda verläuft durch den Nationalpark „Russki Sewer“ das Nördliche-Dwina-Wassersystem. Es wurde 1825–1828 erbaut, umfasst fünf künstliche Kanäle und sieben Schleusen und ist schiffbar. Dieser regionale Zusammenhang ergänzt die lokale Flusslage Totmas um ein eigenes Beispiel historischer Wasserbau-Infrastruktur in der Oblast Wologda.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Totemskiy rayon.