Turaida entdecken: Geschichte, Kultur und Natur
Unterkünfte in Turaida
Turaida bietet unterschiedliche Zugänge zu Geschichte und Landschaft: eine mittelalterliche Burg, eine Holzkirche mit eigener Ausstellung, Einblicke in die Geschichte der Liven und Wege durch den Turaida Forest Park. Wer seinen Aufenthalt plant, kann diese Schwerpunkte gut auseinanderhalten: Manche Stationen widmen sich der Baugeschichte, andere führen zu livischer Sprache und Tradition oder zu geologischen und natürlichen Besonderheiten.
Burg, Kirche und historische Gebäude
Mit dem Bau der Turaidas mūra pils wurde 1214 begonnen. Vom Aussichtspunkt im Hauptturm können Besucher die Landschaft des Gauja-Urstromtals überblicken. Auf der Turaidas pils apvedtaka erläutern Informationstafeln mit Rekonstruktionszeichnungen des Architekten Gunārs Jansons (1928–2013) die mittelalterliche Burg von außen. Der Rundweg Jānis Graudonis Trail um die Burg vermittelt ebenfalls interessante Elemente ihrer mittelalterlichen Konstruktion. Beide Wege greifen die Burg auf, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte: hier ihre äußere Ansicht, dort ihre Bauweise.
Die Turaidas baznīca gehört zu den ältesten Holzkirchen Lettlands. Sie wurde am 28. Januar 1750 geweiht. In der Kirche befindet sich die Ausstellung „Turaidas baznīcas un draudzes vēsture“, die die Geschichte der Kirche und der Gemeinde von 1750 bis zur Gegenwart darstellt. Im historischen Zentrum von Turaida ist auch das wirtschaftliche Zentrum des Turaidas muiža mit 19 Gebäuden Bestandteil. Besucher können dessen Geschichte anhand mehrerer Ausstellungen kennenlernen.
Livische Geschichte und kulturelle Spuren
Die Ausstellung über die Liven an der Gauja behandelt drei Fragen: Wer waren die Liven, woher kamen sie und welchen Beitrag leisteten sie zur Kultur? Einen anderen kulturellen Bezugspunkt bildet der Dainu kalns, der zu einem Symbol der Singenden Revolution wurde. Im Tautasdziesmu parks – Dainu kalns und Dziesmu dārzs in Turaida stehen 26 von Indulis Ranka geschaffene Skulpturen. Das Turaidas muzejrezervāts erhielt 2022 das Europäische Kulturerbe-Siegel.
Wege und ihre unterschiedlichen Themen
Die Lībiešu taka verbindet kurze Einblicke in Sprache und Tradition: An sieben Informationsstationen geht es um die livische Sprache und die livischen Traditionen. Auch geologische Besonderheiten prägen den Weg. Eine Quelle tritt aus einem devonischen Sandsteinaufschluss hervor, der 3 Meter hoch und 6 Meter breit ist. Eine devonische Sandsteinhöhle an der Lībiešu taka misst 3 Meter in der Höhe, 6 Meter in der Breite und 6,5 Meter in der Länge.
Die Māras taka führt zum Dziesmu dārzs. Mit ihr verbunden ist eine alte Überlieferung: Am Morgen des 25. März, dem Māra-Tag, sollte man sich vor Sonnenaufgang in einem nach Osten fließenden Bach waschen, um Kraft und Gesundheit zu erlangen. Diese Tradition ergänzt die Wegbeschreibung um einen konkreten kulturellen Bezug. So unterscheiden sich die Wegthemen: Die Lībiešu taka richtet den Blick auf livische Sprache, Tradition und Geologie, die Māras taka auf eine überlieferte Praxis.
Landschaft und Orientierung
Der Turaida Forest Park umfasst 6,1 Hektar und weist acht historische Teichstandorte sowie eine kleine Flussschlucht auf. Eine Eiche, ein Wildapfelbaum und eine Kiefer erfüllen die Kriterien geschützter „heritage trees“. Die Freiluftausstellung „Nature’s Pearls“ ergänzt diese Naturthemen um eine Messskala: Besucher können ihre Körpergröße mit der eines geschützten Baums vergleichen.
Die Wege im Turaida Forest Park sind mit Kies bedeckt, ganzjährig zugänglich und für Fußgänger vorgesehen; auch mit Kinderwagen sind sie nutzbar. Da sich Zugangsbedingungen ändern können, prüfen Sie sie vor Ihrem Besuch. Das Turaidas muzejrezervāts liegt in der Umgebung des Zentrums von Sigulda und im Gauja-Nationalpark. Für Busse vom Busbahnhof Sigulda in Richtung Krimuldas und Inciems ist die Haltestelle TURAIDA ausgewiesen. Fahrpläne können sich ändern; prüfen Sie daher vor der Fahrt die Verbindung.
Weitere Reiseziele entdecken: Ragana, Inciems.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Krimuldas Novads.