Ovchartsi und seine archäologische Geschichte
Unterkünfte in Ovchartsi
Die archäologische Geschichte Ovchartsis umfasst mehrere unterscheidbare Befundzusammenhänge: ein Gräberfeld aus der frühen Bronzezeit, antike und mittelalterliche Siedlungsspuren sowie Fundplätze aus der Eisenzeit. Wenn Sie Ovchartsi wegen seiner Geschichte in Betracht ziehen, hilft es, diese Orte und ihre Zeitstellungen auseinanderzuhalten. Die Funde gehören zu unterschiedlichen archäologischen Zusammenhängen und erzählen nicht von einer einzigen Anlage.
Die Hügelnekropole und Hügel 3
Die Hügelnekropole von Ovchartsi lag nördlich der früheren Siedlung im Energiekomplex Maritsa-East. Der Bergbau zerstörte den zweiten Hügel; Hügel 3 blieb für archäologische Untersuchungen. Er maß 12 Meter im Durchmesser und 0,40 Meter in der Höhe. Im Hügel wurden vier archäologische Komplexe untersucht.
Der erste Komplex war eine Primärbestattung in Rückenlage, mit angewinkelten Knien. In der rechten Hand des Verstorbenen lag eine Dechsel aus Stein. Der zweite Komplex war eine stark beschädigte Nachbestattung, wahrscheinlich einer Mutter und eines Kindes; zu ihr gehörte eine teilweise durchbohrte Steinaxt. Der dritte bestand aus einer Grube mit verstreut liegenden menschlichen Knochen, aber ohne Grabbeigaben. Im vierten Komplex enthielt eine kreisrunde Grube braune Erde und einen einzelnen Oberschenkelknochen. Der Hügel und seine Komplexe werden anhand von Bestattungsritus und Grabbeigaben der frühen Bronzezeit zugeordnet.
Siedlungsspuren aus verschiedenen Zeiten
Mit Ovchartsi verbunden ist der archäologische Fundplatz „Pod Yamacha“. Rettungsgrabungen untersuchten dort eine antike und mittelalterliche Siedlung. Zu den baulichen Resten gehören Befunde aus dem 1. bis 4. Jahrhundert; Wohnspuren und Gruben stammen aus dem 11. und 12. Jahrhundert. Die zeitlichen Abschnitte geben diesem Fundplatz eine andere Einordnung als der bronzezeitlichen Nekropole.
In der Nähe von Ovchartsi wurden außerdem zwei römische Siedlungen untersucht. Eine mittelalterliche Siedlung bei Ovchartsi steht unter Untersuchung; ihr Fundmaterial umfasst Stücke vom Beginn des 13. Jahrhunderts. Zum archäologischen Bestand im Raum Ovchartsi zählen auch registrierte eisenzeitliche Siedlungen, Heiligtümer und Ritualgruben. Einige dieser Plätze wurden teilweise oder vollständig untersucht. Spät-eisenzeitliche Ritualgruben sind ebenfalls nahe Ovchartsi identifiziert worden.
Starite Sai und seine Landschaft
Der archäologische Fundplatz Starite Sai liegt im ehemaligen Land von Ovchartsi innerhalb des Maritsa-East-Komplexes. Er befindet sich auf einer nördlichen, nicht überschwemmten Terrasse des früheren Flusses Goliamata reka. Die vermessene Fläche des Platzes beträgt etwa 25 Dekar. Lage und Flächengröße beziehen sich auf den archäologischen Fundplatz Starite Sai.
Archäologische Ergänzungen in Radnevo
Im übergeordneten Reiseziel Radnevo bietet das Archäologische Museum „Maritsa-Iztok“ einen Blick auf das Erbe der Gemeinde: Die Präsentation umfasst 92 Siedlungen, fünf Siedlungshügel, 114 Grabhügel und vier Festungen. Das ist ein Überblick im Maßstab der Gemeinde, während die beschriebenen Nekropolen und Siedlungsplätze konkrete archäologische Zusammenhänge bei Ovchartsi betreffen.
Ebenfalls in Radnevo liegt der Archäologische Park „New Life for the Past“. Er umfasst etwa 13 Dekar, präsentiert archäologische Fundstücke aus der Zeit von der Bronzezeit bis zum Mittelalter und bildet Grab Nr. 7 aus dem Großen Hügel nahe Ovchartsi nach. Der Park und das Museum in Radnevo ergänzen die archäologischen Ortsbezüge um eine regionale Perspektive. Wenn Sie einen konkreten Besuch planen, empfiehlt es sich, aktuelle Zugangsbedingungen und Ausstellungen zu prüfen.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Radnevo.