Shumen: Plateau, Madara und Geschichte
Unterkünfte in Shumen
Shumen lässt sich über zwei markante Themen erschließen: das Shumen-Plateau mit seinen Natur- und Wanderbezügen und ein reiches Kulturerbe, dessen Spuren von frühen Siedlungen bis zur bulgarischen Wiedergeburtszeit reichen. Der Naturpark Shumen Plateau umfasst 3.896 Hektar. Seit dem 5. Februar 1980 steht er unter Schutz, um Pflanzen- und Tierarten, die Plateau-Landschaft sowie Orte für Erholung und Tourismus zu bewahren.
Natur und Wege auf dem Shumen-Plateau
Die Wanderwege des Parks verbinden natürliche und historische Sehenswürdigkeiten und sind auf aktive Erholung sowie Bildungstourismus ausgerichtet. Zu den Besuchereinrichtungen gehören das Waldlabyrinth und die Waldschule. Für das Gebiet sind 11 touristische Routen ausgewiesen. Zur Infrastruktur zählen außerdem Unterkünfte und Essensplätze, Schutzhütten, Pavillons und Rastplätze mit Bänken, Tischen und Feuerstellen sowie Kulturdenkmäler und religiöse oder kultische Stätten. Einzelne Einrichtungen können sich ändern; prüfen Sie daher vor Ihrem Besuch die konkrete Situation.
Das Besucherzentrum des Shumen-Plateaus stellt die Fuß- und Radwege des Parks vor und hilft dabei, Höhlen, Felsen, Klöster und Schutzhütten zu finden. Auch Fahrradverleih gehört zu den Angeboten. Da sich Einrichtungen des Besucherzentrums verändern können, lohnt sich eine Prüfung vor der Planung.
Die Biserna-Höhle liegt im Gebiet Kyoshkovete, etwa einen Kilometer westlich von Shumen und auf 404 Metern Höhe. Ihre Gesamtlänge beträgt ungefähr 3.000 Meter, davon sind 2.200 Meter kartiert. Zu den beschriebenen Formationen gehören Stalaktiten, Stalagmiten und Stalaktone sowie Gebilde mit den Namen „The Castle“, „Beehive“, „Cacti“, „Throne“ und „Ship“.
Festung und Madara: Geschichte in der Landschaft
Die Shumen Fortress steht auf einem felsigen Hügel etwa drei Kilometer westlich von Shumen. Steile Hänge und starke Mauern schützen die Anlage auf drei Seiten. Ihre Lage und Befestigung bilden einen markanten Kontrast zur offenen Landschaft des Plateaus.
Das Reservat Madara verbindet archäologische Denkmäler, Naturkulisse und den Madara-Reiter. Siedlungsspuren reichen dort vom 5. Jahrtausend v. Chr. bis ins 15. Jahrhundert. Madara umfasst außerdem ein thrakisches Heiligtum, heidnische Tempel, christliche Kirchen aus dem 5. bis 14. Jahrhundert und ein Felsenkloster mit mehr als 150 Zellen und Kirchen.
Der Madara-Reiter ist in eine 100 Meter hohe Felswand nahe Madara gemeißelt. Inschriften neben dem Relief schildern Ereignisse aus den Jahren 705 bis 801; Madara war ein bedeutender heiliger Ort des Ersten Bulgarischen Reiches. Die UNESCO beschreibt das Relief als einzigartig und ohne Parallele in Europa. Im übergeordneten Reiseziel Oblast Schumen steht der Madara-Reiter seit 1979 auf der UNESCO-Welterbeliste. Das Museum im Reservat zeigt archäologische Funde aus allen historischen Epochen; die Ausstellungsgestaltung kann sich ändern.
Häuser, Moschee und Museen in Shumen
Die Tombul-Moschee ist Bulgariens größtes muslimisches Gebetshaus aus der osmanischen Zeit. Sie wurde 1744 auf Veranlassung von Sherif Halil Pasha erbaut. Ein anderer Einblick in die Stadtgeschichte ergibt sich im armenischen Viertel: Das Avsharyan-Haus ist ein lokales Kulturdenkmal und eines der wenigen erhaltenen dreigeschossigen Häuser der Wiedergeburtszeit. Das 1872 errichtete Srebrova-Haus zeigt traditionelle bulgarische Architektur des späten 19. Jahrhunderts und beherbergt eine Ausstellung über die ethnischen Gemeinschaften Shumens.
Das Regional Historical Museum widmet sich der chalkolithischen materiellen und geistigen Kultur, der thrakischen Kultur, den mittelalterlichen „Steingroßmüttern“, der Regionalgeschichte sowie archäologischen und numismatischen Funden. So reicht der Blick in den Sammlungen von frühen Kulturen bis zu späteren historischen Epochen.
Orientierung und Anreise
Das Tourist-Informationszentrum in Shumen bietet Informationen zu Sehenswürdigkeiten, Ausflügen, Unterkünften, Erholungsideen und Kulturveranstaltungen. Dort erhalten Sie auch touristische Karten; zudem werden geführte Stadtrundgänge angeboten. Für die Unterkunftsplanung ist die Information zu Unterkünften ein praktischer Anlaufpunkt, ohne einzelne Häuser oder deren Ausstattung vorauszusetzen.
Die Stadtbuslinie 4 bedient die Tombul-Moschee, Museen, das Avsharyan-Haus und das Srebrova-Haus. Linie 61 fährt zum Kyoshkovete-Park auf dem Shumen-Plateau; die Linien 7 und 71 erreichen Divdyadovo, einen Ausgangspunkt für Wanderungen auf dem Plateau. Buslinien und Fahrpläne können sich ändern, überprüfen Sie sie daher vor Ort. Der zentrale Bus- und der Bahnhof liegen nebeneinander. Tägliche Züge verbinden Shumen mit Madara, Varna und Sofia; prüfen Sie die Fahrpläne vor der Reise.
Ein Weingut 15 Kilometer von Shumen entfernt erzeugt Wein aus der alten bulgarischen Rebsorte Gergana. Seine Mission beschreibt es als Wiederbelebung vergessener bulgarischer Rebsorten. Das Kabiyuk-Gestüt liegt in Konyovets, 13 Kilometer vom Zentrum Shumens entfernt. Zum Gelände gehören ein Pferdemuseum, die Sommerresidenz von Prinz Alexander I. Battenberg und eine bulgarische Ikonenmalereigalerie in einer Kapelle. Im übergeordneten Reiseziel Oblast Schumen ist ein Besuch des Gestüts nur nach vorheriger telefonischer Reservierung möglich; bestätigen Sie diese Voraussetzung vor Ihrer Planung.
Weitere historische Themen in Oblast Schumen
Im übergeordneten Reiseziel Oblast Schumen reicht der historische Blick über Shumen hinaus. Pliska war von 681 bis 893 Hauptstadt des Ersten Bulgarischen Reiches. Veliki Preslav wurde nach dem Kirchen- und Volkskonzil von Preslav im Jahr 893 zur Hauptstadt des bulgarischen Staates erklärt. Im Nationalen historisch-archäologischen Reservat Veliki Preslav sind Überreste zahlreicher Kirchen, Klöster, Werkstätten, Ateliers und Paläste erhalten. Das Archäologische Museum von Veliki Preslav zeigt unter anderem den Preslav-Goldschatz, eine keramische Ikonostase und eine einzigartige Sammlung von Bleisiegeln.
Der Memorialkomplex Founders of the Bulgarian State liegt auf einem Hügel in 450 Metern Höhe. Er stellt die kulturelle und gesellschaftliche Entwicklung Bulgariens vom 7. bis zum 10. Jahrhundert dar und bildet ein visuelles Zentrum der bulgarischen Altertümer Pliska, Preslav, Madara-Reiter und Shumen Fortress.
Weitere Reiseziele entdecken: Madara, Veliki Preslav, Venetz, Varbitza, Kaspichan.
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