Dryanovo: Höhle, Kloster und historische Häuser
Unterkünfte in Dryanovo
Eine Höhle in einer Kalksteinklippe, ein Kloster mit Wurzeln im Mittelalter und Häuser aus dem 19. Jahrhundert geben Dryanovo verschiedene historische und landschaftliche Seiten. Dazu kommen Karstformen, Schluchten und Routen für längere Touren. Bei der Planung können Sie die Höhlen- und Naturerlebnisse den Ausstellungen und der Architektur gegenüberstellen; für einen Hotelaufenthalt hängt der Schwerpunkt davon ab, womit Sie Ihre Zeit verbringen möchten.
Karstlandschaft und Wege
Die Gemeinde Dryanovo ist von Karst geprägt. Zu den Landschaftsformen zählen Höhlen, Erdfälle, Dolinen und Karren; die Flüsse Dryanovska und Andaka schneiden Schluchten durch das Strazha-Hochland. Auch die Via-Ferrata-Umgebung weist eine vielfältige Pflanzen- und Tierwelt auf. Die Tierwelt umfasst etwa zwölf Fledermausarten sowie Mufflons, Füchse, Hirsche und Feuersalamander.
Der Dryanovo-Ökopfad führt an seltenen Felsformationen und seltener bulgarischer Flora vorbei. Nahe der Festung Boruna liegen drei Aussichtspunkte; als Gehzeit sind ungefähr zwei Stunden angegeben. Beachten Sie die aktuelle Einschränkung: Die Holzbrücken und Treppen des Ökopfads sind derzeit nicht passierbar. Prüfen Sie ihren Zustand unmittelbar vor der Reise erneut.
Bacho-Kiro-Höhle und Tourenplanung
Die Bacho-Kiro-Höhle liegt 300 Meter vom Kloster Dryanovo entfernt in einer 25 Meter hohen Kalksteinklippe. Sie war Bulgariens erste für Besucher erschlossene Höhle: Touristen aus Dryanovo erschlossen sie 1937. Heute ist sie als Naturdenkmal geschützt. Der für Besucher entwickelte Abschnitt ist 700 Meter lang; das Höhlenlabyrinth misst insgesamt ungefähr 3.600 Meter. Der Vergleich macht den Umfang der Höhle deutlich, ohne den entwickelten Abschnitt mit dem gesamten Labyrinth gleichzusetzen.
Vom Kloster führt ein ausgewiesener Weg zur Höhle. Wer mit dem Auto kommt, soll das Fahrzeug am Kloster abstellen und den restlichen Weg zu Fuß zurücklegen. Im Gebiet Kloster Dryanovo–Bacho-Kiro-Höhle gibt es außerdem markierte Wanderrouten mit einer Dauer von vier bis sechs Stunden, Radrouten und organisiertes Klettern. Örtliche Guides sind gegen Bezahlung verfügbar; bestätigen Sie die Verfügbarkeit vor der Abfahrt. An den steilen Felsen rund um das Kloster gibt es 87 markierte Kletterrouten unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade. Routenzahl und Kletterbedingungen können sich ändern; erkundigen Sie sich vor dem Klettern bei der örtlichen Kletterorganisation.
Kloster, Architektur und Ausstellungen
Das Kloster Dryanovo „St. Archangel Michael“ gehört zu Bulgariens 100 nationalen touristischen Stätten und liegt fünf Kilometer südwestlich von Dryanovo. Seine Gründung fällt in die Regierungszeit von Zar Kalojan und wird traditionell auf die Jahre 1197 bis 1207 datiert. Die Ausstellung zu Archäologie und Bulgarischer Wiedergeburt behandelt die Geschichte der Gegend und des Klosters: von vorgeschichtlichen Siedlungen über chalkolithische und bronzezeitliche Kulturen bis zu Befestigungen und Siedlungen aus verschiedenen Epochen.
Im Haus Lafchieva, das um 1840 erbaut wurde, zeigt eine Ausstellung das städtische Leben des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Das Haus ist ein nationales Kulturgut und zählt zu den wenigen erhaltenen dreigeschossigen monumentalen Holzbauten seiner Art in Bulgarien. 2008 wurde die Ausstellung auf ein zweites Wohnhaus erweitert, das früher der Familie Perevi gehörte. Eine weitere Ausstellung im Haus Lafchieva, „Von der Erde geschaffen“, zeigt rund 100 Mineralarten. Die Sammlung umfasst 270 Stücke aus ungefähr 80 Fundorten und wurde Dryanovo vom Einwohner Ventsislav Panev geschenkt.
Das Haus Iconomova ist ein Architekturdenkmal von nationaler Bedeutung. Kolyu Ficheto errichtete es 1859 für die Familie des Priesters Vasil Ikonomov. Die dortige Ausstellung sakraler Kunst umfasst mehr als 100 Ikonen aus dem Mittelalter und der Zeit der Bulgarischen Wiedergeburt sowie Haus-Ikonostasen, Holzschnitzereien aus der Gegend um Dryanovo, restaurierte Wandmalereifragmente und zeitgenössische Kunst. Eine weitere Ausstellung über Kolyu Ficheto zeigt Werkzeuge und sein persönliches Siegel, zweisprachige Informationstafeln zu Biografie und Baukunst sowie Modelle seiner Gebäude.
Auch die baulichen Einzelheiten erzählen unterschiedliche Geschichten: Der Uhrturm von Dryanovo entstand 1778 und besitzt einen dreistufigen Mittelturm. Die römische Straßenstation Diskoduratere wurde zwischen 176 und 180 während der Herrschaft von Marcus Aurelius gegründet. Ihre archäologische Einfriedung misst 120 mal 100 Meter; Graben, Sumpfland und ein steiles Flussufer dienten als Schutz. An der Brücke von Kolyu Ficheto wurde 2015 eine künstlerische Beleuchtung installiert. Prüfen Sie vor Ort, ob sie in Betrieb ist.
Anreise und Orientierung
Durch die Gemeinde Dryanovo verlaufen die Straße erster Ordnung E-85 und die Hauptbahnverbindung zwischen Nord- und Südbulgarien. Dryanovo liegt 22 Kilometer von Gabrovo und 24 Kilometer von Veliko Tarnovo entfernt. Der nächste Flughafen befindet sich in Gorna Oryahovitsa, 40 Kilometer entfernt. Diese Entfernungen beschreiben die Lage; aktuelle Verkehrsangebote und Fahrpläne sollten Sie gesondert prüfen.
Das Touristeninformationszentrum von Dryanovo gibt Besuchern Auskunft zu Sehenswürdigkeiten, Verkehrsbetrieben, Taxis, Busfahrplänen, Unterkünften, Essen, Unterhaltung und Kulturveranstaltungen. Prüfen Sie operative Einzelheiten vorab. Weitere Reiseziele entdecken: Kereka, Zarewa Liwada, Elentsite, Gostilitsa, Drjanowo, Manoya, Katrandzhii, Zaya, Peyna, Turkincha.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Oblast Gabrowo.