Hatzenbühl – Tabakgeschichte am Bienwald
Unterkünfte in Hatzenbühl
Hatzenbühl liegt am nördlichen Rand des Bienwalds. Der Ort verbindet Spuren seiner Geschichte mit einem Themenweg zum Tabakanbau. Für Ihre Planung lohnt der Blick auf unterschiedliche Perspektiven: Der Tabakrundweg erschließt die lokale Tabakkultur zu Fuß, während die Radroute „Rund um den Bienwald“ den Bienwald in den Mittelpunkt stellt.
Tabakkultur und Tabakrundweg
Der Tabakrundweg ist öffentlich zugänglich und beginnt im Pfarrgarten von Hatzenbühl. Auf rund zwei Kilometern präsentiert er die gesamte Tabakanbausaison; Informationstafeln erläutern die Arbeit mit den Tabakpflanzen. Parkplätze für den Weg gibt es gegenüber dem Rathaus.
Der historische Bezug ist konkret: 1573 pflanzte der Priester Anselm Anselmann Tabak im Pfarrgarten. Hatzenbühl gilt als Deutschlands älteste Tabakanbaugemeinde; etwa 300 Tabaktrockenschuppen stehen noch im Ort. Diese Angaben verknüpfen eine konkrete Jahreszahl mit einer bis heute sichtbaren Spur der Tabakkultur.
Die historische Tabakkultur wird zudem durch eine Tabakkönigin repräsentiert, die für zwei Jahre gewählt wird. Funktion und Wahlzyklus können sich im Laufe der Zeit ändern.
Ortsgeschichte und St. Wendelinus
Römische Gräber und Reste einer villa rustica weisen auf eine Besiedlung im Gebiet des heutigen Hatzenbühl vor etwa 2.000 Jahren hin; erstmals dokumentiert wurde der Ort 1272. Archäologische Hinweise und schriftliche Dokumentation setzen damit unterschiedliche historische Bezugspunkte. Im Ortskern stehen gut erhaltene Fachwerkhäuser.
Die St. Wendelinus-Kirche wurde 1929–1930 unter Pfarrer Josef Ohmer wiederaufgebaut. Turm und Chorraum stammen aus dem 13. Jahrhundert; in der Kirche befindet sich außerdem eine Kopie der Speyerer Madonna. Die Datierungen zeigen verschiedene Phasen der Baugeschichte: mittelalterliche Bauteile stehen neben dem Wiederaufbau im 20. Jahrhundert.
Wandern und Radfahren im Bienwald
Hatzenbühl gehört zu den Gemeinden, die der Besucherlenkungsplan Bienwald umfasst; Projektumfang und Umsetzung können sich ändern. Das Vorhaben zielt darauf, etwa 210 Kilometer Wanderwege und 150 Kilometer Radwege zu beschildern oder zu markieren. Die Längen sind Projektziele, keine Bestandsbilanz.
Die Route „Rund um den Bienwald“ verläuft auf markierten Radwegen und verkehrsarmen Straßen rund um den Bienwald. Von Jockgrim Bahnhof können Radfahrende der Beschilderung nach Hatzenbühl folgen und am Ortsrand in die Route einsteigen. So stehen mit dem Tabakrundweg und der Radroute zwei unterschiedliche Themen im Vordergrund: die Geschichte des Tabakanbaus und das Radfahren rund um den Bienwald.
Germersheim als übergeordnetes Reiseziel
Wenn Sie Germersheim als übergeordnetes Reiseziel betrachten, finden Sie dort weitere regionale Themen. Rund um Bellheim verbindet der Queichmühlen-Rundwanderweg vier der sechs noch erhaltenen Mühlen und macht das alte Müllerhandwerk erlebbar. In Germersheim gilt die Festung als größte bayerische Festung außerhalb Bayerns; zahlreiche bedeutende erhaltene Bauwerke umschließen dort den gesamten Stadtkern. Die Queichwiesen bilden ein rund 350 Hektar großes, noch aktiv betriebenes Wiesenbewässerungssystem, das sich über Landau, Offenbach, Hochstadt, Ottersheim, Knittelsheim, Bellheim und Zeiskam bis nach Germersheim erstreckt.
Weitere Reiseziele entdecken: Lingenfeld, Steinweiler, Minfeld, Jockgrim, Kandel, Winden, Neupotz, Rülzheim
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Germersheim.