Kinheim: Weinberge, Wege und Geschichte
Unterkünfte in Kinheim
Kinheim liegt in der großen Moselschleife zwischen Traben-Trarbach und Bernkastel, im Wein- und Urlaubsgebiet Mittelmosel-Kondelwald. Der Ort zieht sich entlang der steilen Weinberghänge; oberhalb der Reben bietet Kinheim-Höhe Ausblicke über die Mosel. Rosenberg und Hubertuslay sind benannte Weinlagen in Kinheim. Auch Fachwerkhäuser und alte Winzerhöfe gehören zu den Sehenswürdigkeiten. So begegnen Ihnen im Ortsbild Weinbau, Landschaft und Baugeschichte auf engem thematischem Raum.
Weinbau und römische Spuren
Kinheim wird 1148 erstmals in einer Urkunde erwähnt, die den Weinbergsbesitz der Abtei Echternach dort bestätigt. Vor der Säkularisation nutzte die Benediktinerabtei Echternach den Echternacher Hof, um ihre Weinberge in Kinheim zu verwalten. Ein Gebäude des Hofkomplexes stammt aus dem Jahr 1774. Am Tor des Kelterhauses trägt der Schlussstein das Wappen von Abt Michael Hormann. Die Hinweise auf Weinbau reichen noch weiter zurück: Bei Ausgrabungen in Kinheim-Kindel kamen 1976 Reste einer römischen Villa zutage. Zur Villa gehörten ein hypokaustengeheizter zentraler Saal und ein Badebereich mit acht Räumen. Ein Teil des Heizungsraums ist freigelegt und vermittelt Besuchern einen Eindruck der Anlage; informieren Sie sich vor dem Besuch, ob die sichtbaren Reste zugänglich sind.
Bei derselben archäologischen Arbeit wurde eine Skulptur des gallorömischen Schutzgottes Sucellus gefunden. Das Sucellus-Relief gilt als bedeutendes Denkmal, weil es den Weinbau in römischer Zeit belegt. Architektur, Fundstücke und die später belegte Verwaltung der Weinberge zeigen unterschiedliche historische Bezüge zum Weinbau, ohne dass sie zu einer einzigen Epoche gehören.
Bauwerke und Ortsgeschichte
Die Pfarrkirche St. Martin bietet einen anderen zeitlichen Anker: Der Bau begann 1826, die Weihe folgte 1827. Die Kirche ist eine klassizistische Hallenkirche mit Kuppelturm, Wänden aus Schieferbruchstein und Sandsteindetails. Drei Glasfenster aus dem Jahr 1943 nehmen Bezug auf den Weinbau. Damit verbindet der Kirchenbau eine klare Bauzeit mit einem Thema, das auch die älteren Spuren in Kinheim prägt.
Das Burghaus war der Stammsitz der Ritterfamilie von Kinheim. Zum Komplex gehören Oberburg, Unterburg und Torturm. Die Marienkapelle, auch Kinheimer Bildchen genannt, hat eine Ursprungsgeschichte, die auf 1730 zurückgeht; um 1762–1763 wurde sie zu einer Kapelle erweitert. Ein Kinheimer Bildstock wurde 1654 errichtet, daneben folgte 1748 ein barockes Wegekreuz. Diese Daten helfen, die unterschiedlichen Bau- und Erinnerungsorte zeitlich einzuordnen, statt sie als einheitliches Ensemble zu betrachten.
Wandern, Radfahren und Orientierung
Mehrere markierte Wanderwege in Kinheim kommen zusammen auf rund 25 Kilometer. Markierungen und Wegbedingungen können sich ändern; prüfen Sie sie vor dem Aufbruch. Der Panorama Rundweg Kinheim führt durch die Weinlage Rosenberg, folgt dem Moselsteig in Richtung Ürzig und verläuft auf dem Rückweg an einer rekonstruierten römischen Kelter vorbei. Der Weg ist mit dem Bus erreichbar. Von Ürzig aus ist saisonal eine Rückfahrt mit Bus oder Schiff möglich, daher lohnt sich ein Blick auf den Fahrplan, wenn Sie diese Rückkehr einplanen.
Eine andere Linienführung bietet der Mosel-Radweg: Er verläuft flussabwärts von Kinheim über Kröv nach Traben-Trarbach. Während der Panorama Rundweg Rosenberg und die römische Kelter in seine Wegfolge einbezieht, führt die Radroute über die genannten Orte weiter flussabwärts. Auch hier können sich Routenbedingungen und Beschilderung ändern. Für die Orientierung stehen Informationen zu den Buslinien 360 und 350, zum Fahrplan der Moselschifffahrt und zu den Wanderwegen bereit. Die verschiedenen Routen geben Ihnen unterschiedliche Anknüpfungspunkte für die Planung eines Aufenthalts, ohne dass sie dieselbe Strecke oder dasselbe Ziel beschreiben.
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Zur übergeordneten Reiseübersicht: Kröv-Bausendorf.