Ostermarsch zwischen Vogelpfad und Marschgeschichte
Unterkünfte in Ostermarsch
Ostermarsch verbindet eine von großen Höfen und Warften geprägte Landschaft mit Vogelbeobachtung und Spuren der Deichgeschichte. Der Vogelpfad beginnt im Ortsteil und endet am Norddeicher Osthafen; das Feuchtbiotop Petersbörg und historische Gehöftwurten setzen andere Akzente. Wenn Sie Ostermarsch als Reiseziel prüfen, können Sie Naturthemen und die Entwicklung der Marsch in Ihre Wahl einbeziehen. Die folgenden Orte und Zusammenhänge geben einen genaueren Eindruck von den Schwerpunkten der Gegend.
Marschlandschaft und Deichgeschichte
Große Höfe, die häufig auf Warften liegen, kennzeichnen den Ortsteil Ostermarsch. Wegen des Anstiegs des Meeres mussten die Warften mehrfach erhöht werden. Auch die Deichlinien lassen sich zeitlich einordnen: Die älteste bei der Geländekartierung in diesem Gebiet erfasste Deichlinie ist die Linie Süderhaus. Der erste Deich verlief 1 km südlich und parallel zur heutigen Ostermarscher Landstraße und verband die alten Warften Sieltog und Süderhaus.
Bei der größeren Bedeichung von 1576 entstand zwischen der Lintelermarsch und der Hagermarsch ein großer Polder, fast 10 km lang und ¾ bis 1 km breit. Ostermarsch war an diesem Polder mit etwa einem Drittel seiner Länge beteiligt. So reicht der Blick von einzelnen Warften und Deichlinien bis zur Ausdehnung dieser Bedeichung.
Siedlungsspuren in Ostermarsch
In Ostermarsch sind drei unbewohnte mittelalterliche Gehöftwurten erhalten. In den erhaltenen Gehöftwurten sind jeweils zwei sichtbare Siedlungshorizonte zu erkennen. Sie stammen ungefähr aus dem 12. bis 13. Jahrhundert n. Chr. und sind durch eine etwa 0,50 m mächtige Kleiauftragung voneinander getrennt. Für die Einordnung zählt damit nicht nur die mittelalterliche Herkunft, sondern auch die überlieferte Abfolge mit zwei Horizonten und einer Schicht dazwischen.
Feuchtbiotop und Vogelpfad
In Ostermarsch liegt das Feuchtbiotop Petersbörg im Bereich Altendeich, 300 m nördlich der Hofanlage Petersbörg. Im Oktober 1991 wurde es als Naturdenkmal unter Schutz gestellt. Es ist für die Wasservogelwelt von großer Bedeutung und dient verschiedenen Watvögeln der Außendeichbereiche, Wiesenvögeln und nordischen Durchzüglern als Rast-, Nahrungs- und Rückzugsgebiet.
Der „Vogelpfad Ostermarsch“ ist rund 7,5 km lang und hat neun Stationen. Er führt von der früheren Dorfschule am Otto-Leege-Platz in Ostermarsch zur Beobachtungshütte am Norddeicher Osthafen. Der Lehrpfad vermittelt Eindrücke vom ursprünglichen Küstendorf, von der ostfriesischen Seemarsch und von der Nordseeküste mit dem Wattenmeer. Damit stehen auf der Strecke sowohl die Geschichte des Küstendorfs als auch die Landschaft der Marsch und der Küste im Mittelpunkt.
In der näheren Umgebung von Ostermarsch befindet sich am Norddeicher Osthafen außerdem eine vor Wind und Regen geschützte Vogelbeobachtungsstation. Von dort reicht die Weitsicht bis zur Insel Norderney. Informationstafeln und ein Spektiv ermöglichen Einblicke in die Vogelwelt des Wattenmeeres; die Station ist Teil des rund 7,5 km langen Vogelpfads.
Anbindung mit dem Bus
Ostermarsch ist mit der Buslinie 413 auf der Verbindung Norden/Norddeich–Dornumersiel an den öffentlichen Personennahverkehr angebunden. Wenn Sie für Ihre Reise den Bus einplanen, prüfen Sie den Fahrplan für Ihren Reisetag.
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