Zum Inhalt

Rossin entdecken

Unterkünfte in Rossin

2 Erwachsene · keine Kinder · 1 Zimmer
Anzeige · Bei einer Buchung können wir eine Provision erhalten.

Wer Rossin über seine Baugeschichte kennenlernt, begegnet zwei unterschiedlichen architektonischen Schwerpunkten: dem Gutshaus im klassizistischen Stil und der Dorfkirche, deren Erscheinungsbild auf einen Feldsteinbau des 15. Jahrhunderts und einen späteren Wiederaufbau zurückgeht. Zusammen zeigen die Gebäude verschiedene Bau- und Ausstattungsschichten. Für ihre Einordnung sind sowohl die klare Formensprache des Gutshauses als auch die historischen Details der Kirche wichtig.

Das klassizistische Gutshaus und sein Ensemble

Das Gutshaus Rossin wurde 1837 im Auftrag des Gutsherrn August Friedrich Theodor Kolbe errichtet. Es zählt zu den wenigen herausragenden erhaltenen Bauwerken im rein klassizistischen Baustil im Anklamer Land. Zugleich verweist es deutlich auf die Berliner Schule des Schinkelschen Klassizismus. Damit verbindet das Gebäude eine konkrete Baugeschichte mit einer regionalen architektonischen Einordnung.

Am Baukörper lassen sich mehrere Merkmale des Entwurfs ablesen: Das Gutshaus ist als ausgewogen proportionierter, streng symmetrischer Kubus gestaltet. Kräftige Gesimse und ein gleichmäßiger Rhythmus prägen seine Gliederung; die konsequente Wiederholung der Fenster unterstreicht die Ordnung. Wer Architektur nicht nur nach dem Baujahr, sondern auch nach ihrer Form betrachtet, findet hier einen prägnanten Zugang zum Klassizismus: Symmetrie, Kubus und wiederkehrende Elemente ergeben ein geschlossenes Gesamtbild.

Zum Gutshaus gehört ein reizvolles Ensemble aus dem Haus, mehreren Wirtschaftsgebäuden und Park. Eine Landschaftsbewertung von 2018 beschreibt es als in sehr gutem historischen Überlieferungszustand. Von der ehemaligen Gutsanlage sind drei mächtige Stallspeicher und eine Scheune erhalten. Vom zum Gutshaus gehörenden Park bestehen Fragmente; dort befinden sich die Gruften der Familien von Köppern und Kolbe. So lässt sich das Gutshaus auch im Zusammenhang mit den erhaltenen Teilen der früheren Anlage einordnen.

Bis zu seinem erneuten Verkauf im Jahr 2010 wurde das Gutshaus für Ausstellungen und Konzerte genutzt.

Die Dorfkirche: Feldsteinbau und historische Ausstattung

Die Dorfkirche Rossin ist ein schlichter Feldsteinsaal aus dem 15. Jahrhundert. Ihr heutiges Erscheinungsbild wurde durch den Wiederaufbau im Jahr 1678 geprägt, nachdem die Kirche im Dreißigjährigen Krieg zerstört worden war. Der Bau verbindet damit einen mittelalterlichen Ursprung mit einer späteren prägenden Phase seiner Geschichte.

Anzeige

Auch die Ausstattung umfasst mehrere klar datierbare Zeugnisse. In der Kirche befinden sich ein schlichter Kanzelaltar aus dem Jahr 1771 und eine bemalte Flachdecke. Die Orgel von B. Grüneberg aus Stettin wurde 1863 gebaut und von 2006 bis 2008 rekonstruiert. Hinzu kommen eine Bronzeglocke aus dem Jahr 1504 sowie zwei prunkvolle Holz-Epitaphe, die 2004 und 2006 restauriert wurden.

Die Erhaltung des Kirchenbaus hat ebenfalls eine eigene Zeitschicht: Dach und Mauerwerk wurden von 1991 bis 2004 vollständig saniert. Das ergänzt die Baugeschichte der Kirche um einen jüngeren Abschnitt, während die Glocke, der Kanzelaltar und die Orgel unterschiedliche historische Daten in der Ausstattung markieren.

Als zeitliche Orientierung führt die Kirche vom Feldsteinsaal des 15. Jahrhunderts über den Wiederaufbau von 1678 und den Kanzelaltar von 1771 bis zur Orgel von 1863. Das Gutshaus setzt mit seinem klassizistischen Bau von 1837 einen anderen architektonischen Akzent. Diese Gegenüberstellung macht die unterschiedlichen Bau- und Ausstattungsschichten Rossins greifbar, ohne die beiden Gebäude auf dieselbe Epoche oder Formensprache zu reduzieren.

Anzeige · Bei einer Buchung können wir eine Provision erhalten.

Weitere Reiseziele entdecken

Weitere Reiseziele entdecken: Ducherow, Neuenkirchen, Postlow, Sarnow, Krusenfelde, Neu Kosenow, Bugewitz, Neetzow.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Amt Anklam-Land.