Peenemünde – Natur, Geschichte und Technik
Unterkünfte in Peenemünde
Peenemünde liegt an der Nordspitze der Insel Usedom, dort, wo der Peenestrom in die Ostsee fließt. Die Rakete A4, die hier entwickelt wurde, gilt heute als Vorläufer militärischer und ziviler Trägerraketen. Zugleich prägen vielfältige Lebensräume die DBU-Naturerbefläche Peenemünde. So treffen in einem Ort Technikgeschichte, Gedenkstätten und geschützte Landschaft aufeinander.
Naturerbe und Landschaft
Die rund 2.100 Hektar große DBU-Naturerbefläche umfasst drei Teilflächen: den Peenemünder Haken, die Halbinsel Struck und die Insel Ruden. Zu den erhaltenen Lebensräumen gehören alte Eichen- und Buchenwälder, Kiefernwälder auf Dünen sowie nasse Erlen- und Moorbirkenbrüche. Die Landschaft zeigt damit sehr unterschiedliche Wald- und Feuchtgebiete innerhalb derselben Naturerbefläche.
Auch die offenen und nassen Bereiche sind bedeutsam: Brackwasser-Röhrichte, kleine Sandinseln sowie See- und Salzgraswiesen dienen vielen Wasservögeln als Rast-, Mauser- und Nahrungsplätze. Auf der DBU-Naturerbefläche leben und brüten zwei Paare Seeadler; ganzjährig halten sie sich in ihrem Revier auf.
Museen und Erinnerungsorte
Das Historisch-Technische Museum Peenemünde gibt in 28 Themenbereichen Einblicke in die Geschichte des Ortes. Die Themen reichen von der ersten Erwähnung über den Dreißigjährigen Krieg und die Versuchsanstalten im Nationalsozialismus bis zum NVA-Standort in der DDR und dem tiefgreifenden Strukturwandel nach der Deutschen Einheit. Die verschiedenen historischen Phasen stehen dabei nebeneinander, ohne sich auf die Technikgeschichte zu beschränken.
Über das Museum können Sie geführte Touren durch die Denkmallandschaft buchen. Mehrsprachige Audioguides ergänzen das Besucherangebot. Buchungsarrangements können sich ändern; prüfen Sie daher vorab die aktuellen Möglichkeiten, wenn Sie eine Führung planen. Ein weiterer Zugang zum Thema ist die Gedächtniskapelle Peenemünde: Nach ihrem Verfall wurde sie in historisierender Form umfassend neu aufgebaut und am 18. August 1993 wieder eingeweiht. Sie dient auch als Gedenkstätte für die Opfer von Peenemünde.
Eine andere Sammlung zeigt das Spielzeugmuseum Peenemünde. Dort können Besucher mehr als 25.000 Ausstellungsstücke aus drei Jahrhunderten besichtigen. In der Phänomenta Peenemünde ist das Anfassen der Exponate ausdrücklich erwünscht. Vom Bahnhof Peenemünde sind es etwa fünf Gehminuten bis zur Phänomenta; die Regionalbahn der Usedomer Bäderbahn bringt Besucher direkt zum Bahnhof. Prüfen Sie vor Ihrer Fahrt den aktuellen Bahnbetrieb.
Rundwege, Radwege und Ausflüge
Zwei Rundwege bieten unterschiedliche Orientierungspunkte für die Erkundung der Landschaft. Der etwa 22 Kilometer lange Weg führt von Peenemünde über Karlshagen, ist mit Informationstafeln versehen und macht einen Teil der Landschaft des Naturschutzgebiets Peenemünder Haken, Struck und Ruden erlebbar. Der 25 Kilometer lange Rundweg durch die Denkmallandschaft führt zu 23 Stationen, an denen Sie Überreste der militärischen Vergangenheit entdecken können. Damit unterscheiden sich die Wege sowohl in ihrer Länge als auch durch ihre Tafeln beziehungsweise Stationen. Prüfen Sie vor dem Aufbruch die örtlichen Wegbedingungen. Peenemünde ist außerdem an mehrere Radwege angebunden.
Vom Hafen Peenemünde aus bieten Fahrgastschiffe saisonale Ausflüge zur Greifswalder Oie, nach Ruden und auf das Festland an. Die Insel Ruden ist von Peenemünde aus mit dem Motorschiff „Seeadler“ erreichbar. Wenn Sie eine Fahrt einplanen, prüfen Sie die saisonalen Abfahrten vorab.
Konzerte in der Turbinenhalle
Jedes Jahr im Herbst wird die Turbinenhalle der ehemaligen Heeresversuchsanstalt für die Peenemünder Konzerte zum Konzertsaal. Im Rahmen des Usedomer Musikfestivals treten dort auch das NDR-Elbphilharmonie Orchester und namhafte Solisten auf. Die Programme variieren von Jahr zu Jahr; prüfen Sie für einen Konzertbesuch die Termine und das jeweilige Programm.
Weitere Reiseziele entdecken: Karlshagen, Mölschow, Zinnowitz, Trassenheide.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Amt Usedom-Nord.