Bergfreiheit zwischen Märchenwelt und Bergbaugeschichte
Unterkünfte in Bergfreiheit
Bergfreiheit verbindet Märchenmotive mit Spuren des Bergbaus und Wegen durch den Kellerwald. Im Ort können Sie die Geschichte des Bergbaus anhand historischer Gebäude und Stollen kennenlernen; die Wanderwege führen zugleich durch Buchenwald und zu Ausblicken ins Urfftal. Auch Edelsteinbearbeitung gehört zum örtlichen Erlebnisangebot.
Schneewittchenhaus und Bergbaugeschichte
Im Ortskern zeigt das Schneewittchenhaus das Märchen „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ zwischen Dichtung und Wahrheit. Die kleine Erlebniswelt greift das Grimm’sche Märchen auf; in mehreren Räumen wird das Leben der Zwerge in typischen kleinen Einraumhäusern dargestellt. Bergfreiheit liegt an der Deutschen Märchenstraße. So begegnen sich hier ein bekanntes Märchenmotiv und die konkrete Ortsgeschichte, ohne dass das eine das andere ersetzt.
Diese Ortsgeschichte ist eng mit dem Bergbau verbunden. Der Abbau von Eisen- und Kupfererzen im Urfftal wurde erstmals 1552 urkundlich erwähnt. In der Blütezeit des Bergbaus im 16. Jahrhundert gab es in Bergfreiheit 19 Hüttenbetriebe und insgesamt rund 20 Kilometer lange Bergbaustollen. Ein kleiner Teil der 450 Jahre alten Stollen im Besucherbergwerk Bertsch kann besichtigt werden; er ist in seinem ursprünglichen Zustand erhalten. Der Besuch macht damit einen Teil der historischen Arbeitswelt unmittelbar zum Thema.
Auch das Museum Historisches Bergamt ist in einem Gebäude untergebracht, das von der Bergbaugeschichte erzählt: Das Fachwerkhaus wurde 1676 erbaut und diente einst als Verwaltungsgebäude des örtlichen Bergbaus. Seine frühere Funktion unterscheidet es von den Stollen und Hüttenbetrieben: Hier geht es um die Verwaltung des Bergbaus, während das Besucherbergwerk einen Teil der unterirdischen Anlagen zeigt.
Wanderwege, Urfftal und geologische Spuren
Der Bergfreiheiter Rundwanderweg führt von Bergfreiheit aus durch dichte Buchenwälder in der urwüchsigen Landschaft des Kellerwaldes. Auf der Route erreicht man eine weit oberhalb des Ortes gelegene Wiese mit weitem Blick auf das östliche Urfftal und die umgebenden Berge. Der Rundweg verbindet damit den Wald mit einem offenen Aussichtspunkt. Der Bergwerk Rundweg 2 bietet andere konkrete Wegmerkmale: Er ist 4,5 Kilometer lang, beginnt am Wanderparkplatz Bergwerk und verläuft über Naturwege durch eine abwechslungsreiche, von Bergbaurelikten geprägte Landschaft. Unterwegs führt er an alten Stolleneingängen vorbei und überquert die Urff zweimal.
Eine geologische Besonderheit ist die Bergfreiheiter Welle, ein Steinbruch etwa 300 Meter vom Wanderparkplatz „Bergwerk“ bei Bergfreiheit entfernt. Dort sind Gesteinsschichten sichtbar, die etwa 300 Millionen Jahre alt und durch tektonische Kräfte wellenförmig aufgefaltet sind. Der kulturhistorisch-ökologische Lehrpfad führt an geologisch interessanten Erdaufschlüssen, der preußischen Enklave Fischbach und dem Hüttenteich vorbei und verläuft durch Wald und Flur. Damit stehen auf den Wegen sowohl Landschaftsformen als auch Spuren menschlicher Nutzung im Mittelpunkt.
Für Radfahrende führt der 36 Kilometer lange Schneewittchen-Radrundweg bis nach Bergfreiheit, dem alten Bergwerks- und „Schneewittchendorf“. Die Länge beschreibt den gesamten Rundweg; Bergfreiheit ist ein Ort, den die Route erreicht. Wandern und Radfahren erschließen den Ort somit auf unterschiedliche Weise: Die beschriebenen Wanderwege führen durch Wald, zu Stolleneingängen oder zu einem Aussichtspunkt, während der Radrundweg Bergfreiheit als Teil einer längeren Strecke einbezieht.
Edelsteine in der Werkstatt erleben
In der Edelsteinschleiferei Lange können Sie den Schleifern bei der Arbeit zusehen und verfolgen, wie aus einem Rohstein ein fertiges Schmuckstück wird. Zudem gibt es Informationen zur Edelsteinbearbeitung. Zu den verarbeiteten Materialien gehören Jaspis, Hämatit, Kellerwald-Achat und Onyx. Die Familie Lange betreibt die Schleiferei in Bergfreiheit seit 1966. Der Blick auf die Werkstatt ergänzt die Bergbaugeschichte um eine andere Art der Arbeit mit Gestein: Hier geht es um Bearbeitungsschritte und Materialien, die bis zum fertigen Schmuckstück führen.
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