Niedernhausen
Unterkünfte in Niedernhausen
Wandern und Ortsgeschichte prägen Niedernhausen auf unterschiedliche Weise. Für Ihre Reiseplanung können konkrete Unterschiede Orientierung geben: Die Wege widmen sich etwa der Geologie oder dem Wald, während Kirchen, historische Orte und Erinnerungsstätten Einblicke in die Geschichte der Gemeinde eröffnen. So lässt sich Niedernhausen danach einschätzen, welche Themen bei Ihrem Aufenthalt im Vordergrund stehen sollen.
Wandern zwischen Geologie, Wald und Landschaft
Der Geo-Erlebnispfad verläuft zwischen Oberjosbach und Oberseelbach. Auf knapp 5 Kilometern führt die Wanderung durch 460 Millionen Jahre Erdgeschichte. Einen anderen Schwerpunkt setzt der Wald-Erlebnispfad Oberjosbach: An mehr als 30 Stationen vermittelt er Einblicke in das Ökosystem Wald. Der Rundweg ist etwa 3,5 Kilometer lang und dauert ungefähr 1 bis 1,5 Stunden. Damit stehen zwei unterschiedliche Themen im Mittelpunkt – geologische Zeitgeschichte auf dem einen, Waldökologie auf dem anderen Pfad.
Der Eichhornweg ist ein mittellanger Waldwanderweg mit vergleichsweise wenigen Steigungen. Er verläuft über breite, bequeme Schotter-, Wiesen- und Waldbodenwege und streift die Ortsteile Oberjosbach, Niedernhausen und Oberseelbach. Auch die fünfte Etappe des Hessischen Radfernwegs R6 führt teilweise durch das Gemeindegebiet. Zu den Wanderwegen, die Niedernhausen durchqueren, gehört außerdem der Bembelweg. Insgesamt verbinden die Wanderwege die Ortsteile miteinander und knüpfen an überörtliche Wanderwege an. Ein grenzüberschreitender Wanderweg verläuft zwischen Niedernhausen-Niederseelbach und Idstein-Dasbach.
Ein prägnanter Höhenpunkt der Gemeinde ist die Hohe Kanzel: Sie ist Niedernhausens Hausberg und mit 591 Metern zugleich die höchste Erhebung der Gemeinde. Beim Historischen Spaziergang durch Niedernhausen ist der Weg in mehrere Abschnitte gegliedert. Diese müssen weder gemeinsam noch in einer festen Reihenfolge begangen werden – eine flexible Struktur für alle, die sich mit einzelnen Teilen des Spaziergangs beschäftigen möchten.
Kirchen, Baugeschichte und Erinnerungsorte
Die ehemalige katholische Pfarrkirche Mariä Geburt wurde 1881 bis 1885 als Kapelle erbaut und ist seit 1921 Sitz einer eigenen Pfarrei. Die evangelische Johanneskirche im Ortsteil Niederseelbach stammt aus dem 16. Jahrhundert. Auch die Villen des Niedernhausener Kurviertels erzählen von einer früheren Phase des Ortes: Sie entstanden im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert und zeugen von Niedernhausens damaliger Bedeutung als Luftkurort.
Am Niedernhausener Bahnhof steht oberhalb der Gleisanlagen der Schillertempel, ein rustikaler Holzpavillon mit Sitzgruppe und Aussicht. Der Niedernhausener Heimat- und Verkehrsverein ließ ihn 1905 zum Gedenken an den 100. Todestag des Dichters Friedrich Schiller erbauen. Eine andere historische Nutzungsgeschichte hat der Felsenkeller, auch Eiskeller genannt: Er diente früher zur Lagerung von Eis und wurde im Zweiten Weltkrieg als Luftschutzraum genutzt.
Die ehemalige Kirche als Zentrum Alte Kirche (ZAK) wird vom Verein Alte Kirche Niedernhausen e.V. erhalten; dort organisiert der Verein zahlreiche kulturelle Veranstaltungen. In Oberseelbach befindet sich im Backes ein funktionsfähiger gemeindeeigener Backofen. Er wurde 2023 mit Fördermitteln des Rheingau-Taunus-Kreises aufwendig restauriert. Der Dorfbrunnen in Oberseelbach ist ein kurzer lohnender Zwischenstopp an der Route. Sein gusseisernes Brunnenbecken hat eine für Taunus und Westerwald typische Form. Die Mariengrotte war viele Jahre eine Station der Niedernhausener Fronleichnamsprozession.
Auch die römische Geschichte ist mit der Gegend verbunden: Der Obergermanisch-Rätische Limes markierte einst die römische Nordgrenze. Der Obergermanisch-Rätische Limes wurde 2005 zum UNESCO-Welterbe erklärt. Kirchen, Pavillon, Brunnen und historische Nutzbauten setzen dabei jeweils eigene Akzente – von Baugeschichte und Ortsgedächtnis bis zur früheren Nutzung des Felsenkellers.
Weitere Reiseziele entdecken: Waldems, Oestrich-Winkel, Walluf, Kiedrich, Geisenheim, Heidenrod, Lorch, Hohenstein.
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