Geltow: Havelblicke, Handweberei und Ortsgeschichte
Unterkünfte in Geltow
Geltow bietet unterschiedliche Anknüpfungspunkte für Ihren Aufenthalt: die Landschaft am Wasser, die Geschichte des Ortes und das traditionelle Handwerk der Handweberei. Welche Themen Sie besonders interessieren, kann Ihnen bei der Auswahl Ihres Hotels in Geltow Orientierung geben.
Havel, Schwielowsee und Uferblicke
Geltow schmiegt sich an das seichte Ufer dort, wo die Havel den Schwielowsee verlässt und wieder nach Norden fließt. Von der Baumgartenbrücke reicht der Blick über den Schwielowsee und die Havel bis zur Silhouette der Inselstadt Werder (Havel). Wasser und Landschaft gehören hier eng zusammen, ohne dass jeder der beschriebenen Orte dasselbe Ufererlebnis bietet.
Östlich der Straße Am Wasser liegen weitläufige Wiesen, die alteingesessene Geltower „Geltows Sibirien“ nennen. Dort gibt es Möglichkeiten, die Vogelwelt der Umgebung zu beobachten; bestimmte Sichtungen sind damit nicht verbunden. Eine andere Perspektive auf die Havellandschaft bietet die neu gestaltete Uferzone, die von der Straße Am Grashorn ausgeht. Dort laden Bänke zum Ausruhen ein, und der Blick richtet sich auf die Landschaft am Wasser.
Wege und Ortsgeschichte
Eine Wanderung in und um Geltow führt zur Heimatstube Geltow, in der die 1000-jährige Geschichte des Ortes präsentiert wird. Die Heimatstube zeigt außerdem eine Dauerausstellung über das Leben und Wirken bedeutender Geltower Persönlichkeiten. Dazu zählen Freiherr Karl Harwig Gregor von Meusebach, Theodor Fontane und Förstemann. In Geltow gibt es auch eine Dauerausstellung mit dem Titel „1033 Jahre Geltow“.
Zu den historischen Bauwerken des Ortes zählt die Dorfkirche Geltow. Sie wurde im neugotischen Stil errichtet und am 22. Dezember 1887 in Dienst genommen. Der Schill-Gedenkstein ist ein Ehrenmal für Major Ferdinand von Schill, den Initiator des nationalen Erhebungsversuchs von 1809 gegen die napoleonische Fremdherrschaft. In Geltow wird das Schillsche Erbe seit Ende der 1980er Jahre gewürdigt.
Auch das „Ohr der Welt“ verweist auf ein Kapitel der Technikgeschichte: Der Ort in Geltow war Standort einer Versuchsstation von Telefunken Berlin. Von dort gelang zwischen 1919 und 1930 die erste Funkverbindung mit Amerika. Der Carlsturm steht auf der höchsten Stelle des Franzensberges. Er wurde 1870 als Aussichtsturm errichtet und nach Prinz Carl, dem Bruder Kaiser Wilhelms I., benannt. Der Turm befindet sich heute in Privatbesitz; klären Sie die Zugangsmöglichkeiten, bevor Sie einen Besuch planen.
Handweberei und Besuchsmöglichkeiten
In der Handweberei Henni Jaensch-Zeymer in Geltow können Besucher Fachleuten an historischen Webstühlen bei der Arbeit zusehen und sich die Funktionsweise der Webstühle sowie die Webtechnik erklären lassen. Die Webstühle sind 200 bis 300 Jahre alt; die Handweberei fertigt Stoffe nach traditionellen Mustern. Damit steht neben der Ortsgeschichte ein Handwerk im Mittelpunkt, dessen Arbeitsweise sich direkt beobachten und erläutern lässt.
In einem kleinen Laden werden Textilien und weitere handwerkliche Produkte angeboten, darunter HB-Keramik und Lauchhammerkunstguss. Bei angemeldeten Gruppenbesuchen können die Teilnehmer unter Anleitung selbst das Weben ausprobieren. Wenn Sie sich für diese Möglichkeit interessieren, klären Sie die Besuchsvereinbarungen vorab.
Der Heimatverein Geltow bietet eine historische Führung durch Geltow einmal im Monat an. Gäste und Bewohner sind willkommen, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Prüfen Sie vor Ihrer Reise den konkreten Termin. So lassen sich die beiden unterschiedlichen Zugänge zur Ortsgeschichte – die Ausstellung in der Heimatstube und eine Führung durch Geltow – bei der Planung berücksichtigen.
Schwielowsee im weiteren Blick
Auch im übergeordneten Reiseziel Schwielowsee gibt es Themen, die über Geltows Ortsgeschichte hinausführen. In Caputh umfassen Schloss und Park ein Landschloss mit frühbarocken Deckengestaltungen aus Gemälden und Stuckaturen. Das von Konrad Wachsmann erbaute Sommerhaus bewohnte Albert Einstein mit seiner Familie von 1929 bis 1932.
In Ferch widmet sich das Museum der Havelländischen Malerkolonie der Künstlerlandschaft rund um den Schwielowsee und ihrer Erforschung und Dokumentation. Der Kunstpfad führt an Motiven bekannter Landschaftsgemälde vorbei. Vom Aussichtsturm auf dem Wietkiekenberg in Ferch bietet sich ein Blick über die Landschaft der Havelseen. Die Seilfähre Caputh, auch Tussy II genannt, verbindet Caputh und Geltow auf dem Wasserweg. Wenn Sie die Fähre einplanen, prüfen Sie vorab den Fahrplan.
Weitere Reiseziele entdecken: Rabenstein/Fläming, Ziesar, Michendorf, Radewege, Teltow, Niemegk, Petzow, Wollin
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Potsdam-Mittelmark.