Saida: Geschichte und Kulturerbe
Unterkünfte in Saida
Saida bietet für eine kulturorientierte Reise mehrere klar unterscheidbare historische Anknüpfungspunkte: Die Sea Citadel steht für mittelalterliche Verteidigung und spätere bauliche Eingriffe, Khan el-Franj für seine heutige Form aus dem 17. Jahrhundert und die Debbane Foundation für eine jüngere Geschichte von Restaurierung und Museumsgründung. Wer die Stadt nach ihrer Architektur und ihrem historischen Erbe einordnet, kann diese Kapitel nebeneinander betrachten, ohne sie einer einzigen Epoche zuzuschreiben.
Sea Citadel: Verteidigung und Baugeschichte
Historisch war die Sea Citadel eine der letzten Kreuzfahrerfestungen im Orient. Im Mittelalter verteidigte sie zusammen mit der Land Citadel die Stadt Sidon. Sie war außerdem Teil des Verteidigungssystems von Sajet, dem mittelalterlichen Namen Sidons, und gehörte zur Nordgrenze des Lateinischen Königreichs Jerusalem.
Die Mamluken und Osmanen restaurierten Teile der Sea Citadel und ergänzten ihre ursprüngliche Architektur um neue Elemente. Die Baugeschichte umfasst damit sowohl die Restaurierung von Teilen als auch die Erweiterung der ursprünglichen Architektur; sie lässt sich nicht auf eine einzige Bauphase verkürzen.
Khan el-Franj und Debbane-Palast
Khan el-Franj erhielt seine heutige Form im 17. Jahrhundert unter Emir Fakhreddine II. Dieser Zeitbezug setzt einen anderen Akzent als die mittelalterliche Verteidigungsgeschichte der Sea Citadel. Beim Khan steht die Prägung seiner heutigen Form im Vordergrund; bei der Citadel die Verteidigungsrolle und die Restaurierungen und architektonischen Ergänzungen. Der Vergleich hilft, die Bauwerke nicht pauschal derselben historischen Phase zuzuschreiben.
Die Debbane Foundation, gegründet 1999, restaurierte den Palast und richtete ein öffentliches Museum ein. Damit kommen neben mittelalterlicher Verteidigungs- und späterer Baugeschichte auch institutionelle Denkmalpflege und Museumseinrichtung in den Blick. Das Gründungsjahr setzt einen eigenen zeitlichen Bezug: Es liegt nach der Formgebung des Khan el-Franj im 17. Jahrhundert und lässt unterschiedliche historische Kapitel nebeneinanderstehen.
Kulturerbe im Gouvernement Süd-Libanon
Die UNESCO-Welterbestätte von Tyros gehört ebenfalls zum Gouvernement Süd-Libanon und besteht aus zwei getrennten Bereichen: der Stätte auf der Landzunge der heutigen Stadt und der Nekropole von El Bass auf dem Festland. Zur Stätte der Stadt Tyros gehören Überreste römischer Bäder, zweier Palästren, einer Arena, einer römischen Säulenstraße und eines Wohnviertels. Hinzu kommen die Überreste einer 1127 von den Venezianern erbauten Kathedrale und Teile der Mauern einer alten Kreuzfahrerburg. Der Bereich Tyre El Bass umfasst die Überreste einer Nekropole und einer breiten monumentalen Straße, die von einem römischen Triumphbogen aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. überragt wird.
Als weiteres Landschaftsthema im Gouvernement Süd-Libanon kommt der Jezzine-Wasserfall hinzu. Er liegt 904 Meter über dem Meeresspiegel und gilt als fünfthöchster Wasserfall der Welt sowie als höchster im Nahen Osten. Damit steht neben den archäologischen Bereichen von Tyros auch ein Landschaftsthema für die regionale Einordnung.
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