Murshidabad zwischen Palästen, Geschichte und Seide
Unterkünfte in Murshidabad
Murshidabad verbindet historische Bauwerke und Begräbnisstätten mit einer ausgeprägten Seidenweberei. Im Nizamat Imambara, an Palästen und auf Friedhöfen begegnen Ihnen unterschiedliche Kapitel der regionalen Geschichte; hinzu kommen ein Seeufer-Tempel und Orte mit Bezug zu Handwerk und Handel. Für Ihre Reiseplanung lohnt es sich, die Schwerpunkte vorab zu ordnen: Architektur, historische Persönlichkeiten, religiöse Bauwerke oder die Anreise per Zug und Bus.
Paläste und Bauwerke aus verschiedenen Epochen
Das heutige Nizamat Imambara wurde 1847 von Nawab Mansur Ali Khan erbaut. Es gilt als das größte Imambara Indiens und Bengalens. Der Hazarduari-Palast entstand 1837: Duncan McLeod errichtete ihn für Nawab Nazim Humayun Jah. Beide Bauwerke geben Ihrer Besichtigung unterschiedliche historische Bezugspunkte, ohne dass Sie sie zu einem einzigen Baukomplex zusammenfassen müssen.
Auch die Paläste setzen eigene Akzente. Der vierstöckige Kathgola-Palast liegt in den Kathgola-Gärten. Der Nashipur-Palast wurde zum Nashipur-Rajbari-Museum umgewandelt; thematisch umfasst das Museum persönliche Gegenstände der königlichen Familie von Nashipur, Farmane, Rechtsdokumente zur damaligen Steuererhebung und weitere Objekte. Das Cossimbazar Rajbari der Familie Roys gilt als herausragendes Beispiel europäischer und indischer Architektur und wurde liebevoll zu seinem früheren Glanz wiederhergestellt. Banwaribad Raj Bari ist ein Palast in Sonarundi und Bonwaribad.
Ein historischer Orientierungspunkt anderer Art ist die Jahan-Kosha-Kanone. Sie steht im Topekhana, eine Viertelmeile südöstlich der Katra-Moschee in der Stadt Murshidabad. In Karnasubarna, das während der Herrschaft von Shashanka Hauptstadt des Gauda-Königreichs war, steht dagegen die Geschichte eines früheren Machtzentrums im Vordergrund.
Friedhöfe, religiöse Orte und historische Bezüge
Am Jafarganj Cemetery lässt sich die Geschichte der Nawabs anhand einer klaren dynastischen Zuordnung einordnen. Mir Jafar legte den Friedhof auf einer Fläche von 3,51 Acres innerhalb einer ummauerten Einfriedung an. Dort befinden sich die Gräber der späteren Nawabs von Bengalen aus der Najafi-Dynastie, beginnend mit Mir Jafar, sowie die ihrer Familienangehörigen. Khushbagh steht für einen anderen Zusammenhang: Dort liegen die Nawabs von Bengalen aus der Afshar-Dynastie und ihre Familienangehörigen begraben. Der Jafarganj Cemetery wird derzeit vom Archaeological Survey of India kontrolliert und unterhalten.
Im Garten am Grabmal von Siraj-ud-daulah befinden sich die Gräber von Siraj ud-Daulah und Alivardi Khan in einem quadratischen Mausoleum mit flachem Dach und umlaufender Arkadenveranda. Am Grabmal von Azimunnisa Begum steht eine zerstörte Moschee, die von Azimunnisa erbaut wurde, auch Jinnatunnisa Begum genannt. In Saidabad in Berhampore wurde 1757 die Armenische Kirche gegründet; sie gilt als die älteste armenische Kirche Ostindiens. Diese Orte unterscheiden sich nicht nur in ihrer Bauform, sondern auch in den historischen und religiösen Zusammenhängen, auf die ihre Namen verweisen.
Der Dutch Cemetery liegt neben dem Bahnhof Cossimbazar in Kalkapur. In Kalkapur befanden sich 1666 niederländische Fabriken. Die Bezeichnung „House of Jagat Seth“ steht für eine bengalische jainistische Bankiersfamilie und zugleich für den Titel des ältesten Sohnes der Familie. So führt der Blick von Grabstätten und Kirchen auch zur Handelsgeschichte der Region.
Seidenweberei, Seeufer und Veranstaltungen
Seidenweberei gilt als wichtigster Heimindustriezweig in Murshidabad. Für eine weitere landschaftliche Facette liegt das Bishnupur Kalibari am Ufer des Bishnupur jheel. Moti Jhil (Pearl Lake) gehört zu den Orten historischen Interesses in Murshidabad.
Der Bera Utsav ist mit Lalbagh am Ufer des Bhagirathi nahe dem Palast der Nawabs verbunden. Mit dem Bera Utsav sind traditioneller Tanz und Musik sowie ein Feuerwerk am Flussufer verbunden. Die Hazarduari Mela ist mit der Freiluftbühne vor dem Hazarduari-Palast verbunden. Wenn Sie Ihre Reise an einer dieser Veranstaltungen ausrichten möchten, prüfen Sie vorab die konkreten Termine.
Anreise und Planung des Aufenthalts
Für die Anreise sind die Bahnhöfe Murshidabad und Berhampore Court relevant: Sie sind mit Zügen nach Howrah, Mumbai, Chennai, Ahmedabad und weiteren indischen Städten verbunden. Staatliche Busse verbinden Murshidabad regelmäßig mit Kolkata, Burdwan, Rampurhat, Suri, Bolpur, Malda, Krishnagar und Durgapur. Prüfen Sie für Ihre Reisedaten die passenden Abfahrten und Verbindungen.
Bei der Planung eines Hotelaufenthalts können Sie zunächst festlegen, ob Paläste und historische Bauwerke, die Begräbnisstätten, religiöse Orte oder Seidenweberei den Schwerpunkt bilden sollen. Stimmen Sie anschließend die Anreise auf Ihre Reisedaten ab. So lässt sich Murshidabad anhand der Interessen erkunden, die für Ihre Reise tatsächlich im Mittelpunkt stehen.
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